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Kegelrobbenzeit beendet…(ck)

Auch auf Amrum gab es wieder Kegelrobben am Strand (Artikel vom 25.01.2008)

Kegelrobbenjunges beim Sonnenbaden am Norddorfer Strand

Kegelrobbenjunges beim Sonnenbaden am Norddorfer Strand

Winterzeit ist Kegelrobbenzeit. Helgoland war in den vergangen Wochen in aller Munde. Dort waren in diesem Winter eine ganze Menge mehr Kegelrobbenbabys als in den vergangenen Jahren registriert worden. Doch nicht nur dort, auch auf Amrum haben die Meeresbewohner ihre Kinderstube. Das Naturzentrum Norddorf hat seit Anfang Dezember neun Kegelrobbenbabys zählen können. Das sind zwar nicht so viele wie in den letzten Jahren, dennoch suchen die größten Raubtiere Deutschlands gerne auch Amrums Kniepsand auf. In den letzten Jahren hatte es nach Winterstürmen auch Funde am Fähranleger in Wittdün gegeben. Dieses Mal hatten sich über Weihnachten ein paar Kegelrobben am Norddorfer Strand in Höhe der DLRG Station eingefunden. Ein Priel schützte sie vor neugierigen Strandspaziergängern. Armin Jeß, Leiter des Norddorfer Naturzentrums und einer von Amrums Seehundjägern konnte mit seinem Team vier Jungtiere, vier Alttiere und einen Bullen beobachten. Auch weiter Richtung Odde hatten die Kegelrobben eine Kinderstube eingerichtet. Zusätzlich fanden die Naturschützer noch drei tote Jungtiere. Die lebenden Robbenkinder wurden mit grünen Flossenmarken versehen, so dass auch in Zukunft ihre Wege in der Nordsee nachvollzogen werden können.

Armin Jeß zeigt eine grüne Flossenmarke

Armin Jeß zeigt eine grüne Flossenmarke

Auf Jungnamensand, der Seehundsandbank nordwestlich vor Amrum, konnten die Naturschützer viele Kegelrobbenfamilien entdecken. Allerdings mussten sie auch hier feststellen, dass weitaus weniger Tiere als sonst diesen Platz aufgesucht hatten. „Wir konnten beobachten, dass die Sandbank auch bei normalem Hochwasser ganz überspült war. Ich nehme an, dass deswegen viele abgewandert sind“, erklärt Armin Jeß, der dies als Grund vermutet, warum die Tiere sich eher nach Helgoland zurückgezogen haben.

Jungnamensand - oft bei Hochwasser überspült...

Jungnamensand - oft bei Hochwasser überspült...

Jetzt ist die Kegelrobbenzeit eigentlich vorbei. In den kommenden Tagen werden die Schutzvorrichtungen und Absperrungen am Strand wieder entfernt. Dann fallen auch die Kontrollgänge weg, so dass wieder mehr Zeit für die Arbeiten im Naturzentrum bleibt. Momentan sorgt der Umbau im alten Schwimmbad für Beschäftigung. Dort sollen für die Ausstellungen „Hark Olufs“ und „Der Kojenmann“ eine Schallschutzdecke und eine neue Lichtanlage installiert werden. Auch die Aquarien werden im Winter umgestaltet und natürlich Tiere und Pflanzen in den Becken gepflegt. Draußen kümmern sich die Naturschützer des Öömrang Ferian zusammen mit dem Verein Jordsand und der Schutzstation Wattenmeer um die Pflege der Dünen, insbesondere der feuchten Dünentäler, sowie um das Monitoring der Wintervögel bevor es Mitte März mit dem Eintreffen der Osterurlauber wieder richtig losgeht. Dann stehen neben verlängerten Öffnungszeiten auch wieder viele Führungen durch Amrums Natur auf dem Programm.

Verantwortlich für diesen Artikel: Carmen Klein

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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