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Leider kein Preis zur Hand…(to)

Der Fachausschuss Amrum musste die Entscheidung über die Schülerbeförderung zum Schwimmunterricht von der Tagesordnung nehmen und dieses Thema vertagen (Artikel vom 28.01.2008)
schulschwimmen
Die Tagesordnung der Sitzung des Fachausschuss Amrum platzte ohnehin schon vor Themen aus den Nähten, sodass der Vorsitzende Jürgen Jungclaus eine Teilung auf zwei Sitzungsabende von vornherein vorschlug und der darauf folgende Dienstag hierfür vereinbart wurde.
Aufgrund von erneut zu prüfenden Fragen bei den Haushaltsansätzen für die Finanzierung von gemeindeübergreifenden Aufgaben, wie die Schwesternstation des DRK, dem Kindergarten und der Feuerwehren, musste die Beschlussfassung hierfür auf den zweiten Teil der Sitzung vertagt werden. Aber auch der Top “Beratung und Beschlussfassung über die Schülerbeförderung zum Schwimmangebot in der Fachklinik Satteldüne” konnte mangels Zahlenmaterials nicht abschließend beraten und beschlossen werden und wurde ebenfalls kurzerhand vertagt. Wie Erk Seiler von der Außenstelle des Amtes Föhr-Amrum erklärte, läge noch kein Angebot für den Bustransfer für die Grundschüler der Klassen 3 und 4 von der Öömrang Skuul zur Kinderfachklinik Satteldüne vor. Hierbei handelt es sich um einen nicht vom Kreis Nordfriesland geförderten Transfer.
Schulausschussmitglied Christian Klüßendorf zeigte als Beiwohner der Sitzung sein Unverständnis über dieses Defizit bei der Bearbeitung des seit drei Wochen vorliegenden Antrages des Schulleiters. Immerhin beginne das zweite Schulhalbjahr am Dienstag und der Fachausschuss setze die Beratung kurzerhand von der Tagesordnung ab, ohne auch nur einmal über die damit verbundenen Konsequenzen für die Schulplanung nachzudenken. Der Schwimmunterricht sei im Lehrplan des Kultusministeriums verankert und nun biete sich in der Kooperation mit dem Klinikum endlich wieder ein Angebot für die Grundschüler an, das der körperlichen Entwicklung dienlich ist und unbedingt genutzt werden müsse, erklärte Klüßendorf seinen Standpunkt. Auch als betroffener Vater sieht er es als fadenscheinig an, dass nach einer dreiwöchigen Vorlaufzeit, seit der Antragstellung seitens der Schulleitung, immer noch kein Angebot der Reederei oder als Alternative das eines anderen Beförderungsunternehmens vorliegen solle.
Wie auf Nachfrage bei der Amrumer Dienststelle der WDR bekannt wurde, habe es lediglich eine Weiterleitung des Antragsschreibens des Schulleiters innerhalb des Amtes gegeben. Hierbei bediente man sich der Querverbindung zwischen dem Amt Föhr-Amrum und der Reederei durch den Amtsvorsteher Walter Jakobs. Eine offizielle Anfrage an die WDR-Geschäftsstelle auf Amrum habe es so aber nicht gegeben. Die sehr kurzfristige “Anfrage” brauchte durch den indirekten Weg ein mehr an Zeit, bevor die Beratungen in der Geschäftsleitung der Reederei anlaufen konnten. Ende der vergangenen Woche wurde das benötigte Angebot dem zuständigen Sachbearbeiter für Schulangelegenheiten des Amtes Föhr-Amrum dann zugestellt. Bei der Kalkulation konnte eine Einbindung in den am Morgen ohnehin laufenden Schülertransfer zum Schulbeginn um 7.30 Uhr berücksichtigt werden, so der Dienststellenleiter.
Mit seiner Hoffnung, dass nun wenigstens im zweiten Teil der Sitzung ein positiver Beschluss gefasst wird, steht Klüßendorf sicherlich nicht alleine dar. Fachstudien haben schon lange auf die zu geringe Umsetzung des Schwimmunterrichts an deutschen Schulen hingewiesen. Eine zu beobachtende Zunahme von tödlichen Badeunfällen durch immer mehr Nichtschwimmer könne mit einem verbesserten Schwimmunterrichtsangebot in Grundschulen begegnet werden, so die Experten.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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