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Probleme für die Schifffahrt…(to)

Die Hafengesellschaft Dagebüll und der Hafenbetrieb Wyk ließen die Hafenbecken und den Bereich der Außenmolen wieder auf Tiefe bringen (Artikel vom 12.04.2008)

Trockengefallene Tonne...

Trockengefallene Tonne...

Das Hafenbecken in Dagebüll erhielt dieser Tage seinen “Frühjahrsputz” in Form eines Schlickaufspülens im Wasserstromverfahren. Mit diesem Verfahren, bei dem die abgelagerten Sedimente aufgewühlt werden, kann der natürliche Ebbstrom, die in der Schwebe befindliche Fracht abtransportieren. Wie ein Vertreter der Hafengesellschaft erklärte, sei das 46 Meter lange Spezialschiff “Akke” der Meyer & van der Kamp GmbH aus Varel für drei Tage in Dagebüll im Einsatz gewesen. Bei diesem Baggereinsatz wurde mit einer hydrodynamischen Egge der Schlick aufgewühlt. Diese Arbeiten werden zweimal im Jahr durchgeführt und werden in einer Kooperation mit dem Hafenbetrieb der Stadt Wyk vergeben. So teilen sich die Kosten der Anfahrt. Durch diese Erhaltungsmaßnahme soll den Fährschiffen der Wyker Dampfschiffs-Reederei und den Frachtschiffen der nötige Freiraum zum Manövrieren gegeben werden. In Wyk wurden zudem der Binnenhafen und der Bereich des Sportboothafens von der “Akke” bearbeitet, sodass eine Wassertiefe von 1,5 Metern bei MNW gewährleistet ist. “Mit diesem Prinzip erreichen wir in kurzer Zeit ein gutes und gleichmäßiges Ergebnis. Die in früheren Jahren durchgeführte Baggerei mit dem Abtransport per Frachtschiff hat viel zu lange gedauert und es entstanden regelrechte Löcher am Grund. Beobachtungen haben gezeigt, dass der Abtransport der Schwebstoffe bis in die Norderaue und weiter bestens funktioniert”, zeigte sich ein Vertreter des Hafenamtes zufrieden.

Die "Akke" vor Dagebüll

Die "Akke" vor Dagebüll

Im Bereich des Hafens Dagebüll, der in Bezug auf die Verschlickung bei der Reederei als generell problematisch gilt, kamen gleich zwei WDR-Fähren in einem Abstand von nur wenigen Tagen fest. Wie Kapitän Klaus von Zezschwitz erklärte, kam er mit der MS “Nordfriesland” am vergangenen Montag bei dem Wendemanöver im Hafenbecken fest. An dieser Stelle vor der Südmole hatte es bisher noch keine derartige Barre gegeben. Auch bei solch tiefem Wasserstand von 0,6 m unter MNW. Erst das auflaufende Wasser ließ die Fähre mit einer Stunde Verspätung freikommen.
Wie der Geschäftsführer der Reederei Axel Meynköhn erklärte, sei trotz des Spülverfahrens das Anlegen bei problematischen Wasserständen immer wieder schwierig. Direkt vor den Anlegern musste zwischendurch ein Baggerschiff Schlick abräumen, um die Erreichbarkeit der Hebebühnen zu gewähren. Es kam schon vor, dass die Fahrt aufgrund des Schlicks drei Meter vor der Hebebühne beendet war. Aber auch die beengte Situation im flachen Fahrwasser vor Dagebüll bedeute für die Kapitäne ein überaus umsichtiges Manövrieren. Die Passage ist bei Niedrigwasser nur von einem Schiff zurzeit befahrbar und bedeute Schleichfahrt.
Wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Tönning, Außenbezirk Amrum auf Anfrage mitteilte, wird die Fahrrinne vor Dagebüll, die in den Zuständigkeitsbereich des Amtes gehört, noch in diesem Jahr ausgebaggert. Zurzeit laufen die Ausschreibungen für die für Ende Mai, Anfang Juni geplanten Arbeiten.
In diesem Seegebiet kommt es bei ungünstigen Wasserständen unterhalb des mittleren Niedrigwassers immer wieder zu Verspätungen im Fährbetrieb.
Für das Fahrwasser vor Wittdün, das ebenfalls in den vergangenen Tagen zum Niedrigwasser sehr flach ablief und den fahrplanmäßigen Fährbetrieb behinderte, gibt es aber noch keine geplanten Erhaltungsmaßnahmen.

Festgekommen vor Wittdün...

Festgekommen vor Wittdün...

Das Wasser- und Schifffahrtsamt sieht sich nicht in der Verpflichtung die Hafeneinfahrt Wittdüns auf Tiefe zu halten. So übernahmen bisher unter Vorbehalt das Amt Amrum zu 1/3 und die Reederei zu 2/3 die Kosten für mehrere Baggerungen, um die tideunabhängige Erreichbarkeit des Fähranlegers in Wittdün zu gewähren. Verschiedene Wirtschaftlichkeitsberechnungen rechtfertigen laut Aussage der Behörde diese Haltung. Zurzeit führen aufgrund dessen die Versorgungsbetriebe Amrum und die WDR, einen Prozess gegen die Behörde.
Meynköhn zeigte sich zum einen mehr als überrascht und gleichzeitig überaus erfreut über die Neuigkeit, dass vor Dagebüll gebaggert werden soll. Überaus bedauerlich sei dabei, dass man hiervon aus dritter Hand erfährt, obwohl vor rund fünf Monaten beim WSA in Tönning eine offizielle Anfrage diesbezüglich stattgefunden habe.
“Es besteht seitens der Versorgungsbetriebe Amrum und der WDR ein Interesse an der Aufrechterhaltung des tideunabhängigen Zugangs nach Amrum. Daher würde man es begrüßen, wenn solch ein Spezialschiff schon vor Ort sein wird, dass man auch bei Zeiten die Chance erhält, einen Folgeauftrag zu vereinbaren. Für das WSA würde sich ihr Auftrag vor Dagebüll doch ebenfalls günstiger rechnen lassen”, so Meynköhn.
Die Beschreibung der kritischen Wasserverhältnisse vor Wittdün durch Kapitän Klaus von Zezschwitz macht die Notwendigkeit einer baldigen Ausbaggerung deutlich.
“Wenn wir bei Niedrigwasser aus der Norderaue in die Hafeneinfahrt eindrehen, müssen wir den quer laufenden Strom ausgleichen und dabei doch möglichst die Mitte von dem Fahrwasser mit dem versetzenden Schiff treffen. Dabei verbleiben unterm Kiel gerade Mal 75 cm Wasser. Nach der neuesten Versetzung der Pricken durch das WSA ist die Fahrrinne nochmals schmaler geworden. Somit haben wir lediglich eine lichte Breite von Stellenweise 25 bis 30 Meter, bei einer Schiffsbreite von 15 Metern, zur Verfügung. Zusätzlich wachsen Sandzungen in das Fahrwasser und engen damit den Freiraum noch mehr ein. Am Fähranleger 1 haben sich die Tiefenverhältnisse dermaßen verschlechtert, dass ich nur noch generell rückwärts vom Fähranleger wegziehe und vor dem Molenkopf drehe”, so der Kapitän.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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