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Nach Notmanöver festgekommen…(to)

Der Kapitän des Fährschiffes “MS Uthlande” der WDR konnte nur durch ein beherztes Manöver eine Kollision im Fahrwasser vor Wittdün verhindern und kam dabei quer in der Fahrrinne fest (Artikel vom 13.05.2008)notmanoever
Zu einem totalen Durcheinander im Fährfahrplan der Wyker Dampfschiffs-Reederei führte am Freitagmorgen das Festkommen der “MS Uthlande” im engen Fahrwasser des Wittdüner Hafens. Quer zur Fahrrinne kam das Schiff 2 3/4 Stunden vor Niedrigwasser fest. Wie Christian Gabriel von der WDR erklärte, habe die Uthlande um 8.45 Uhr Wittdün verlassen. In Absprache über Funk ließ das Frachtschiff “Sandhörn”, von See kommend, dem Fährschiff die Vorfahrt und wartete in der Norderaue. Im Bereich des sehr engen Prickenweges begegnete ein von See kommender Krabbenkutter der Fähre, so der Kapitän der “Uthlande”. Man hätte keinen Funkkontakt zu dessen Kapitän gehabt. Kapitän Johann Hellmann sah sich veranlasst eine Kollision nur mit einem Zurück-Manöver unter voller Maschinenleistung verhindern zu müssen. Durch die starke Strömung kam das aufgestoppte Fährschiff quer zur Fahrrinne und setze am Bug auf. Wie Gabriel erklärte, habe die Reederei das Verhalten des Schiffsführers bei der Wasserschutzpolizei in Wyk angezeigt.
Nach Aussage des Kapitäns des beschuldigten Schiffes sei diese Version nicht richtig. Andreas Thaden sieht in seinem Verhalten keinen Verstoß gegen die gute Seemannschaft. Von einem Notmanöver könne man in keinster Weise sprechen. Die Fähre sei in einer Entfernung von 250 Metern augenscheinlich zu weit aus dem Fahrwasser gekommen. Verschiedene Manöver mit Bugstrahlruder und auf Zurück laufender Maschine liefen schon in dieser Entfernung ab. Seinerseits sei er zur Sicherung der Leichtigkeit des Verkehrs mit seinem Schiff aus dem Fahrwasser kontrolliert auf Grund gefahren. Das ist durch den aus dem Wasser laufenden Rumpf für den Kapitän der “Uthlande” sehr gut zu sehen gewesen. Erst als die Fähre schon aus dem Kurs gelaufen war und festsaß, sei er mit einem Tiefgang von 2,60 Metern an der Uthlande vorbei gefahren.. Tiefgang Uthlande 1,70 Meter!
Der hinzugerufene Seenotrettungskreuzer “Eiswette” versuchte das Fährschiff noch freizuschleppen. Leider ohne Erfolg. So mussten die Passagiere bis um 12.30 Uhr ausharren, bevor die Uthlande wieder freikam.

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Die von Föhr ankommende Fähre drehte aufgrund der versperrten Zufahrt gleich um und entlud die Passagiere und Fahrzeuge ersteinmal in Wyk. “Heute ist ein denkbar schlechter Tag für so eine Blockade”, so Gabriel. Wir haben heute Pfingstanreise und es sind statt 13 Abfahrten, 23 Abfahrten von Dagebüll vorgesehen gewesen. Die “MS Rüm Hart” musste in Wyk eine Ausflugsfahrt absagen, um in Wittdün Schulklassen und andere Reisende aufzunehmen und nach Dagebüll zu bringen, damit sie wiederum ihre Zugverbindungen gen Süden erreichen konnten. Für die vielen Schaulustigen auf dem Wittdüner Fähranleger bot sich viel zu sehen an. Zwei Rollwagen voller Koffer und Reisetaschen mussten per Hand auf dem Oberdeck verstaut werden.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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