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„Die schöne Müllerin“…(ab)

 

Florian Prey und Wolfgang Leibnitz im Gemeindehaus Norddorf (Artikel vom 28.08.2008)

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Es war wieder eine dieser Veranstaltungen, auf den sich viele Einheimische und Gäste besonders gefreut hatten. Ein Konzertabend mit dem bekannten Bariton Florian Prey und Pianist Wolfgang Leibnitz. Der Abend stand unter dem Titel „Die schöne Müllerin“, ein Liederzyklus von Franz Schubert mit Texten von Wilhelm Müller. Das Werk zählt neben „Der Winterreise“ zu den Höhepunkten der Gattungen Liederzyklus und Kunstlied wie der Kammermusik des 19.Jahrhunderts überhaupt. Und daher war es auch nicht verwunderlich das sich wieder viele interessierte Zuhörer im Gemeindehaus in Norddorf eingefunden haben um diesen musikalischen Leckerbissen Live mitzuerleben.

Florian Prey hat in seiner künstlerischen Heimat München an der Hochschule für Musik sein Staatsexamen in Opern und Konzertgesang abgelegt. Seine Lehrer waren Prof. Hanno Blaschke, Anna Kapinati und später Kari Lövaas. Einen großen Einfluss auf seine künstlerische Entwicklung hatte aber auch sein Vater, der unvergessene Herman Prey. Während seiner künstlerischen Laufbahn sang Florian Prey sämtliche Partien eines lyrischen Baritons an namhaften Opernhäusern in Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich und der Schweiz. Glanzlichter stellten u.a. seine Interpretation des Papageno in der „Zauberflöte“, des Gugliemo in „Cosi fan tutte“ oder des Harlekin in „Ariadne auf Naxos“ dar. Preys besondere Liebe gilt dem Lied und der Barockmusik. Für beides hat er mittlerweile viel internationales Ansehen errungen. Zahlreiche Rundfunk- und TV-Aufnahmen und CDs mit Opern, vor allem Lied- und Barockmusikeinspielungen dokumentieren seinen künstlerischen Rang. Neben seiner künstlerischen Tätigkeit ist Florian Prey auch Künstlerischer Leiter des seit 1981 bestehenden, von seinem berühmten Vater Herman Prey ins Leben gerufenen Festivals „Herbstliche Musiktage Bad Urach“.

Wolfgang Leibnitz wurde in Meerane in Sachsen geboren und erhielt mit sechs Jahren den ersten Klavierunterricht. Im Alter von elf Jahren trat Leibnitz erstmals öffentlich auf. Seit 1961 lebt er in München. Seine Meisterschaft hat Leibnitz in der Schule von Claudio Arrau erworben. Kritiker schwärmen von seiner „pianistische Brillanz und musikalische Reife“ und seiner „großen Natürlichkeit“ die alle technische Perfektion in den Dienst der Werkgestaltung stellt“. Er ist ein Pianist, der enorme Expressionsdichte aus strenger Textgenauigkeit gewinnt. Sein Repertoire umfasst das gesamte Spektrum der Klavierliteratur. Nach anfänglichen Studienaufenthalten in Halle und Leipzig schloss er sein Studium in Berlin-Charlottenburg bei Gerhard Puchelt, Ernst Pepping und Josef Rufer ab. Besonders Wichtig für seine künstlerische Entwicklung wurden seine Begegnung mit Claudio Arrau, dessen Schüler er auch lange Zeit war. Konzertreisen als Solist, Liedbegleiter und Kammermusikpartner führten ihn in viele europäische Länder, nach Saudi-Arabien und Südamerika. Zahlreiche Fernsehaufnahmen und Rundfunkproduktionen machten ihn einem großen Publikum bekannt.

Florian Prey, der seit vielen Jahren auf die Insel kommt, überzeugte einmal mehr mit seiner fantastischen Stimme, am Klavier begleitet von Wolfgang Leibnitz. In dem knapp zweistündigen Konzert das ohne Pause gespielt wird die Geschichte eines jungen Müllergesellen erzählt, der sich auf Wanderschaft befindet. Er folgt dem Lauf eines Baches, der ihn zu einer Mühle führt. Dort verliebt er sich in die Tochter seines neuen Meisters, doch die angestrebte Liebesbeziehung scheitert. Zwar scheint sie ihm anfänglich nicht abgeneigt, wendet sich dann aber doch einem Jäger zu. Aus lauter Verzweiflung ertränkt sich der unglückliche Müller in einem Bach, der wiederum selbst den Rang einer mitwirkenden Figur im Liederzyklus einnimmt. Das Publikum war von der Darbietung total begeistert. Erst nach einer Zugabe ging das Konzert mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations zu Ende.

Verantwortlich für diesen Artikel: Andreas Buzalla
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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