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Landesentwicklungsplan soll 2009 in Kraft treten…(to)

Dieser soll die Entwicklung des Landes Schleswig-Holstein bis zum Jahr 2025 in landesweit abgestimmten Bahnen lenken (Artikel vom 29.08.2008)
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Hierfür bedarf es bereits heute eine Einschätzung für die nächsten sechzehn Jahre nach in Kraft treten, des übergeordneten Regelwerks. Der Fachausschuss Amrum formulierte hierzu seine Stellungnahme, mit der Hoffnung auf Beachtung.
Das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein stellt derzeit den neuen Landesentwicklungsplan 2009 (LEP) auf. Dieser soll den Landesraumordnungsplan 1998 ersetzen und besteht aus einem Plantext, einer Karte und einem Umweltbericht. Als “Dachplan” enthält er die Ziele der Raumordnung, die das ganze Land betreffen, beziehungsweise landesweit einheitliche Rahmenvorgaben für viele Fachbereiche des gesellschaftlichen Lebens wie Siedlungswesen, Wirtschaft und Wissenschaft, Verkehr, Einzelhandel, Energieversorgung, Tourismus, Bildung, Gesundheit und Pflege sowie Natur und Umwelt.
Der Fachausschuss Amrum beriet über das rund zweihundert Seiten starke Werk und formulierte seine Anregungen und Einwände zu den Planungen. Die einzelnen Stellungnahmen wurden von der Kreisverwaltung gesammelt, um sie in dieser Woche gebündelt an die Landesplaner im Innenministerium zu schicken. Die Kommunalpolitiker messen dem LEP große reglementierende Wirkung bei und sahen ihre ersten Eingaben als ausdrücklich vorläufige Stellungnahme der drei Amrumer Kommunen an. Man wolle sich auf alle Fälle die Frist für weitere Stellungnahmen bis zum 31.Oktober wahren. Dies war für die Ausschussmitglieder der Norddorfer Gemeindevertretung zum Beispiel eine zwingende Vorgabe ihrer GV, um ihre Zustimmung zu der verfassten Stellungnahme des Ausschusses geben zu dürfen. Zu umfangreich waren die vorgelegten Ausarbeitungen der Landesplaner, als dass man in der Kürze der Zeit alle Eventualitäten hätte ins Kalkül ziehen können, hieß es bei der beratenden Sitzung in Norddorf. Man lege sich immerhin für einen Zeitraum bis 2025 fest und was erstmal geschrieben steht, stelle sich bei Abweichungen dann als weit aus schwieriger dar, befürchtete man. Der Vergleich mit der im Kommunismus praktizierten Planwirtschaft fiele auch nicht schwer, äußerte sich ein Norddorfer Gemeindevertreter.
Raimund Neumann vom Amt Föhr-Amrum hatte sich umfassend mit dem Regelwerk des Landesentwicklungsplans befasst und konnte so den Ausschussmitgliedern verschiedene Details und Definitionen erläutern. Die wesentlichen Punkte der Stellungnahme waren bereits zu Papier gebracht und wurden vom Ausschuss erörtert. Dabei wurde mit Nachdruck darauf hingewiesen, das Amrum als Sondergebiet gesehen werden müsse und die Schwerpunktausrichtung ganz klar Tourismus und Erholung sei. Zu den über zweitausend Einwohnern kommen in der Saison nochmals über 10.000 Gäste hinzu. Das bedeute besondere Anforderungen an die Grundversorgung mit Lebensmitteln, medizinischen Einrichtungen und den Verkehrsanbindungen, betonte der Vorsitzende Jürgen Jungclaus. Große Bedenken hatte der Ausschuss bei der Vorgabe, die Wohnbauflächenentwicklung auf 8 % des Bestandes an genutzten Dauerwohnungen zu begrenzen. Neue Bauflächen sollten zur Vermeidung der Zersiedlung der Landschaft und zum Schutz der Natur nur in guter räumlicher Anbindung an vorhandene Ortsteile ausgewiesen werden.
Hier sahen die Mitglieder des Amrum Ausschusses, wie bei weiteren Punkten auch, die hier leider nicht in vollem Umfang dargestellt werden können, einen nicht akzeptablen Eingriff in die individuelle Entwicklung der Insel. Die Notwendigkeit einer guten Anbindung der Insel Amrum an den auch überregionalen schienengebundenen Verkehr sei ebenso primär zu betrachten wie der Ausbau des Straßenverkehrsnetzes (B 5 und A 23). Als eine existenzsichernde Vorgabe muss vordergründig die Sicherstellung des tideunabhängigen Fährverkehrs durch regelmäßige Ausbaggerungen der Seewasserstraßen bis nach Amrum gesehen werden. Hierbei müsse die ablehnende Haltung der zuständigen Wasser- und Schifffahrtsverwaltung abgelegt werden. Die Existenz des Krankenhauses auf Föhr ist im Rahmen der Weiterentwicklung der Daseinsvorsorge für die Inseln Föhr und Amrum lebenswichtig. Eine gewerbliche Entwicklung der Windenergie wird auf der Insel nicht zugelassen.
Weitere Stellungnahmen wird der Amrum Ausschuss noch ausarbeiten und binnen der Frist nach Kiel schicken. Ob es dann Beachtung findet, steht auf einem anderen Blatt.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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