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Dorit L. Meyer auf Amrum…(ab)

Großer Erfolg für „Mascha Kaléko“, Premiere mit „Mary L. von Cook“ (Artikel vom 27.10.2008)

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„Mary L. von Cook“

Seit vielen Jahren ist die Hamburger Schauspielerin und Tanzlehrerin Dorit L. Meyer Stammgast im Amrumer Veranstaltungskalender. Seit mehr als 10 Jahren steht sie mit verschiedenen Theaterprogrammen auf der Bühne, die sie mit unterschiedlichen Regisseuren selber entwickelt. Seit 2003 unter dem Namen Theater Esprit. Mit ihren Auftritten begeistert sie regelmäßig das insulare Publikum. So auch bei ihrem Doppelgastspiel mit dem Erfolgsstück „Mascha Kaléko“ sowie dem Kinderstück „Mary L. von Cook“. Mit letzterem feierte sie eine erfolgreiche „Amrum-Premiere“. Zu ihrem vielseitigen Repertoire gehören außerdem noch zahlreiche Stücke „Harmonie ist wenn`s sich hinten reimt“, Make Up – Make Down“, Dorn und Röschen“, oder „Schlampe, Witwe, Mörderin“.

Mit ihrem tief berührenden Stück „Mascha Kaléko“ überzeugte sie einmal mehr das Amrumer Publikum im Nebeler Haus des Gastes. Darin beschreibt sie die Lebensreise der 1907 in Polen geborenen und von ihren Kritikern liebevoll als „Großstadtlerche“ oder „weiblichem Kästner“ bezeichneten jüdischen Dichterin Mascha Kaléko.

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„Mascha Kaléko“

Mit Hilfe ihrer Gedichte ermöglicht sie uns dabei einen Einblick in ihre humorvolle aber auch getriebene heimatlose Dichterseele. Ihr Name taucht erstmals um 1930 in Berlin auf. Schnell erobert M.K. mit ihren Alltagsgedichten die Herzen der Menschen. Die Spannung in ihren Gedichten liegt in der Vereinigung von Lyrik und Spott einerseits, sowie Gefühl und Ironie andererseits. In den Texten begegnen sich der vorschnelle Berliner Witz und die Trauer der jüdischen Weisheit. Im Jahre 1938 stehen ihre Texte auf der „Liste des schändlichen und unerwünschten Schrifttums“. M.K. flüchtet zusammen mit ihrem Mann und dem gemeinsamen Kind in die USA. Doch noch härter als die Emigration nach Amerika wirkte 1966 die „Heimkehr ins Land der Väter“ nach Israel und setzte die Dichterin der gnadenlosen Isolierung aus. Als dann ihr erwachsener Sohn und später auch noch ihr Mann sterben, reist sie noch einmal nach Europa. Auf dem Rückweg erkrankt sie und stirbt 1975 in Zürich.

Mit „Mary L. von Cook – eine Seequatschgeschichte“ feierte sie einen Tag später, ebenfalls im Haus des Gastes „Amrum-Premiere“. In dem sehr kurzweiligen und liebevoll gemachten Stück für Kinder ab 4 Jahre, spielt Dorit Meyer die „kleine Abenteuerin“ Mary L. von Cook, die alle kleinen und großen Passagiere auf große Fahrt über die sieben Weltmeere mitnimmt.

Ziel der Reise ist das Land, in dem Wünsche wahr werden. Genau wie ihr Urgroßonkel Cook sowie ihrem Freund der regentraurige Elefant hat auch Mary L. den sehnlichen Wunsch ihren imaginären Freund Mike L. zu finden. Die Wegbeschreibung in dieses Land hat der regentraurige Elefant in Afrika. Mithilfe der Delfine, der kleinen Möwe und den vielen Passagieren (Zuschauer), die ihr auf einem riesigen Schiff entgegen kommen, findet sie ihren Weg. Sie kommt jedoch dort an wo sie losgefahren ist und bastelt sich ihren individuellen Mike L. aus Dingen, die sie schon die ganze Zeit bei sich hatte und erfüllt sich somit ihren großen Wunsch. Während der ca. 60-Minütigen Reise über die Weltmeere zieht Dorit Meyer die Kinder mit Spiel, Gesang und Tanz in einen Bann, dem sich auch die Erwachsenen kaum entziehen können. Am Ende der Geschichte über Sehnsüchte und Wünsche stellt Mary L. mit den Zuschauern fest, dass auch die größten Wünsche und Wunder in Erfüllung gehen, wenn man nur fest genug daran glaubt.

Beide Veranstaltungen waren einmal mehr sehr gelungen und wurden vom Publikum anschließend mit ausgiebigem Beifall belohnt. Allen Fans von Dorit L. Meyer sei gesagt, dass es auch im kommenden Jahr ein Gastspiel auf Amrum geben wird.

Verantwortlich für diesen Artikel: Andreas Buzalla

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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