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Zu wenig Atemschutzgeräteträger…(to)

Der letzte Großeinsatz der Feuerwehr hat es überdeutlich an den Tag gebracht. (Artikel vom 20.11.2008)

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Übungseinheit in der Trainingsstrecke der Feuerwehrzentrale Niebüll

Der gerade erlebte Einsatz der freiwilligen Feuerwehren Amrums hat es wieder einmal deutlich gezeigt. Ohne Atemschutzgeräteträger ist ein Feuer im Innenangriff nicht zu beherrschen. In dieser Tatsache liegt der nun gestartete Aufruf des Nebeler Bürgermeisters Bernd Dell-Missier begründet. Er hofft dabei, dass sich freiwillige Bürger und Bürgerinnen finden, die bereit sind, sich für den Brandschutz in Nebel und somit auf ganz Amrum, zu engagieren. Hierbei sind zudem besonders die gefragt, die über die Bereitschaft und die körperliche Konstitution verfügen, sich zusätzlich als Atemschutzgeräteträger ausbilden zu lassen. Hintergrund ist dabei, dass die Ortsfeuerwehr Nebel derzeit akut unter Mangelerscheinungen bei den aktiven Atemschutzgeräteträgern leidet. Gerade mal ein zugelassener Kamerad, der dazu auch noch der stellvertretende Ortswehrführer ist, steht vor Ort zur Verfügung. Das bedeutet, dass die Ortsfeuerwehr Nebel ihren Kameraden nicht ohne die Verstärkung durch Atemschutzgeräteträger der anderen Wehren einsetzen kann und somit bei der Bekämpfung eines Brandes im Rauchgasbereich nicht einsatzfähig ist. Hier gilt tatsächlich “einer ist keiner”.

Wie Ortswehrführer Gerhard Tieze erklärte, sei man schon auf dem guten Weg gewesen, neue junge Kräfte für den Einsatz unter Atemschutz ausbilden zu lassen. Doch hinderten dann verschieden Umstände die Kameraden an der Teilnahme an dem Lehrgang und somit am Erlangen der Befähigung. „Wir sind generell gut ausgerüstet und hoch motiviert, doch bei einem Einsatz zur Bekämpfung eines Brandes im Innenbereich sind uns ganz klar Grenzen gesetzt“, so Tieze.

Aber auch alle anderen Wehren der Insel möchten sich in keinster Weise zurücklehnen, so die Wehrführungen. “Wittdüns Feuerwehr verfügt zurzeit über einen guten Anteil an Atemschutzgeräteträgern, doch wenn nur einmal einige Kameraden nicht vor Ort sind, kippt die Personalstärke“, beurteilt Wittdüns Gemeindewehrführer Bernd Rohlmann die Situation und begrüßt ebenfalls den Aufruf.

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Belastungstraining in Niebüll

Ein Einsatz wie der Kellerschwelbrand in Norddorf, zeigt die Notwendigkeit auf, dass eine ausreichende Anzahl an Atemschutzgeräteträgern für einen nachhaltigen Erfolg bei der Brandbekämpfung von Nöten ist.

Ausschlaggebend für die Einsetzbarkeit der Atemschutzgeräteträger ist aber die Einhaltung der Vorschriften zum Einsatz solcher Einsatzkräfte. Hierin heißt es ganz deutlich, dass nur taugliche Personen eingesetzt werden dürfen. Das heißt für den Einzelnen, er muss zwingend an einer jährlich durchzuführenden Übungseinheit in der Trainingsstrecke der Feuerwehrzentrale Niebüll teilnehmen und sich mindestens alle drei Jahre einer amtsärztlichen Untersuchung nach G 26/3 unterziehen. Hierdurch soll sichergestellt sein, dass eine körperliche Eignung für den Einsatz unter Atemschutz gegeben ist.

Am Freitag müssen sich die Atemschutzgeräteträger der Insel wieder auf den Weg nach Niebüll machen, um ihren Status zu wahren. Der Atemschutzbeauftragte Hans-Uwe Kümmel mahnt die Dringlichkeit der Teilnahme nochmals an.

Die Teilnehmer müssen zuerst unter persönlicher Schutzausrüstung, die selber schon warm ist, ein Belastungstraining durchlaufen.. Danach gilt es in Trupps und unter völliger Dunkelheit, einen vernebelten Übungskäfig kriechend, robbend und kletternd zu durchqueren. Dabei ist das Team gefragt, um so manche Schikane zu überwinden und nur wenn alle gemeinsam vom Einsatz zurückkehren, war es ein guter Einsatz, ist die Devise.

Der Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale in Niebüll, Christoph Petersen, überwacht die Teilnehmer bei ihrer Übung und hat mit einer Wärmebildkamera trotz der nicht vorhandenen Sicht den Durchblick.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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