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Ein Stück Wirtschaftsgeschichte geht…(to)

Was zuletzt als störendes Objekt im Ortseingangsbereich gesehen wurde, stand für viele Jahre der Inselversorgung mit Brennstoff, einer KFZ-Werkstatt und eines Fuhrunternehmens (Artikel vom 10.12.2008)

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Mit dem Abriss des Betriebsgebäudes der ehemaligen Tankstelle, in dem auch eine KFZ-Werkstatt untergebracht war, verschwindet nicht nur ein Gebäude am Ortseingang von Nebel. Vielmehr wird durch den Abriss des ehemaligen Betriebssitzes der traditionsreichen Firma Max Krause, jetzt auch aus optischer Sicht die Geschichte des schon vor Jahren insolventen Unternehmen beendet. Über drei Generationen wurde in einer nahezu einhundertjährigen Firmengeschichte von hier aus Handel getrieben. Neben dem Verkauf von Kohlen und Heizöl spielte in der Nachkriegszeit das Fuhrunternehmen eine wichtige Rolle. Das nun abgerissene Gebäude wurde 1964 erstellt und beherbergte zuerst die Tankstelle, bevor 1968 auch eine Autowerkstatt in dem Haus Platz fand. 1974 übernahm Claus Krause nach absolvierter Meisterprüfung im KFZ-Handwerk den Betrieb von seinem Vater Max Krause. Wie in der Amrum Chronik von 2002 zu lesen ist, musste die Firma Krause Ende 2001 Insolvenz anmelden. Claus Krause sah das ruinöse Geschäft mit Diesel und Benzin für diesen Niedergang verantwortlich. Die Tankstelle wurde bereits im Laufe des Jahres demontiert und rückgebaut. Sie befindet sich nun an neuer Stelle im Süddorfer Gewerbegebiet.

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Was auf der einen Seite das Ende eines Stücks Nebeler Geschichte bedeutet, bedeutet für Bürgermeister Bernd Dell-Missier die Chance für eine Neugestaltung des Ortseingangs von Grund auf. „In so enger Nachbarschaft zur Amrumer Mühle und dem Heimatlosenfriedhof passte das Umfeld einer Autowerkstatt und Tankstelle überhaupt nicht zum ersten Eindruck eines Kurortes“, so Dell-Missier.

Der Abbruchunternehmer Jörg Petersen wird in Kürze die letzten Überreste des Betriebssitzes abgerissen und fein säuberlich nach den verschiedenen Werkstoffen getrennt, entsorgt haben. „Es ist zwar kein großes Objekt, doch müssen heutzutage wirklich alle Stoffe haarklein getrennt werden. Es gilt anschließend noch den Keller unter dem ehemaligen Verkaufsraum zu „heben“ und die Grube wieder zu verfüllen“, so Petersen.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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