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Fort ist das Wasser…(to)

Der schneidende Ostwind sorgt derzeit für extrem niedrige Wasserstände und behindert damit die Schifffahrt. Ingbert Liebing MdB wirbt für Mittel aus dem Konjunkturprogramm (Artikel vom 02.02.2009)

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Selbst, das bisschen Sonne was gestern schien, konnte den eisig kalten Ostwind, der derzeit mit bis zu sieben Beaufort über die Nordsee bläst, nicht erwärmen. Mit Temperaturen um den Gefrierpunkt fühlt sich die Luft um ein Vielfaches kälter an und animiert eher zu kurzen Spaziergängen.

Mit bis zu einem Meter unter dem mittleren Niedrigwasser und bis zu eineinhalb Metern unter dem mittleren Hochwasserstand liegen derzeit die Pegelstände im Wittdüner Hafen. Sie dokumentieren damit den Zustand des völlig trocken daliegenden Seezeichenhafen. Selbst die Berufsschifffahrt liegt im tieferen Bereich des Hafens auf Schiet auf. Der Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ liegt schon seit Tagen zum Niedrigwasser auf Reede, um jederzeit Einsatzbereitschaft zu gewähren.

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Staunen konnten gestern Mittag die Passanten auf dem Fähranleger, denn trotz ein Meter weniger Wasser zum mittleren Niedrigwasser schlich sich das Fährschiff „Schleswig-Holstein“ durch die Hafeneinfahrt zum Fähranleger. „Wie der Kapitän da durchgekommen ist, ist bei den trocken gefallenden Flächen schon erstaunlich“. Dieser Umstand, ist, ohne Zweifel der Tatsache zu verdanken, dass die Wyker Dampfschiffs-Reederei und die Amrumer Versorgungsbetriebe wieder einmal auf ihre Kosten die Hafenzufahrt ausbaggern lassen haben. Schlechter sieht es allerdings in der Hafenzufahrt von Dagebüll aus, dort kommen die Schiffe nicht durch. Dies hat wiederum Auswirkungen auf den gesamten Fahrplan. Die Reederei informiert auf ihrer Web-Seite über die Behinderungen.

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Für einen nachhaltigen Kampf gegen die immer wieder versandende Fahrrinne vor Amrum wirbt derzeit der CDU-Bundestagsabgeordnete für Nordfriesland und Dithmarschen-Nord, Ingbert Liebing. Nur mit regelmäßigen Maßnahmen sei die uneingeschränkte Erreichbarkeit der Insel durch eine verlässliche Fährverbindung im Verkehrsverbund möglich.

Liebing appelliert an den Bund, ein Ausbaggern des Fahrwassers aus dem Konjunkturprogramm II zu finanzieren. Für die Finanzierung der Ausbaggerung hat sich Liebing in einem Brief an Bundesverkehrsminister Tiefensee eingesetzt. „Da der Bund auch in anderen Fällen, wie zum Beispiel beim Investitionsprogramm für die Kommunen, Gelder zur Verfügung stellt, könnte er auch hier ohne Anerkennung einer Rechtspflicht Leistungen erbringen. Diese würden zu einer Sicherstellung des tidefreien Fährverkehrs, direkte stabilisierende Wirkungen für die regionale Konjunktur haben“, erklärte Liebing. Der CDU-Politiker hatte sich bereits in der Vergangenheit im Bundesverkehrsministerium dafür eingesetzt, dass der Bund die Ausbaggerung der Bundeswasserstraße vor Wittdün finanziert. Angesichts der starren Verweigerungshaltung des Bundesverkehrsministers läuft inzwischen ein Rechtsstreit.

„Das alles können wir uns nicht länger leisten. Die vom Tourismus abhängige Wirtschaft auf der Insel Amrum ist auf den tideunabhängigen Fährverkehr angewiesen. Dafür sind schnelle Maßnahmen nötig. Es wäre gut, wenn aus den zwei Milliarden Euro, die in diesem Jahr für die Verkehrsinfrastruktur zusätzlich vom Bund investiert werden, 60 000 Euro für die Ausbaggerung des Amrumer-Fahrwassers eingesetzt werden“, betonte Liebing.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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