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Pflanzen im Akkord…(to)

Die freiwilligen Helfer und Helferinnen des Bergwaldprojektes e.V. setzten im Steenodder Wald rund 20.000 Bäume auf den kürzlich gerodeten Flächen. (Artikel vom 25.03.2009)

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Julia Degmair aus Berlin

Der Verein „Bergwaldprojekt e.V.“ engagierte sich auch in diesem Frühjahr mit seinen Freiwilligen im Inselwald. Sie setzten dabei in den zwei Wochen nahezu 20.000 Laubbäume im Bereich des Waldes, der an den Nebeler Ortsteil Steenodde angrenzt. Dazu gehörten die Sorten Stileiche, Bergahorn, Buche, Birke und Winterlinde. In dem von den insgesamt fünfzig Helfern und Helferinnen aufgeforsteten Flächen, hatten im Vorfeld Großgeräte für einen Kahlschlag bei den von Ungeziefern befallenden Sitkafichten gesorgt. Hierbei fielen über 10.000 Bäume – wir berichteten. Wie der für den Amrumer Wald zuständige Revierförster Walter Rahtkens erklärte, nehme man den massiven Befall der Sitkafichten zum Anlass, in diesem Zuge einen weiteren Schritt zur Umstrukturierung des Amrumer Waldes zu gehen. Dieser hat einen Überhang im Nadelholzanteil, der durch schon durchgeführte, als auch noch zukünftige Forstmaßnahmen sukzessive abgebaut werden soll und so ein gesunder Mischwald entsteht.

Amrums durchgängiger Wald sichert der Insel ein besonderes Kleinklima. Von der der touristischen Bedeutung mal ganz abgesehen. Wie Rahtkens erklärt, müsse man bei dem hohen Bedarf an Forstmaßnahmen immer den Blick auf die Finanzen der Waldbesitzer, die im Forstverband Amrum organisiert sind, im Auge behalten und sich Stück für Stück vorarbeiten. Zumal sich das geschlagene Holz nur mit einer Unterdeckung ans Festland verkaufen lässt.

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Die Helfer und Helferinnen des Verein Bergwaldprojekt gehören im Frühjahr und Herbst schon zum gewohnten Bild im Amrumer Wald und haben bis heute einen überaus großen Anteil an Neuanpflanzungen und Pflegemaßnahmen im Inselwald übernommen. Doch ist die Arbeit der dann jeweils fünfzig motivierten Helfer und Helferinnen die aus ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz anreisen keine Selbstverständlichkeit. Der Vorsitzende des Forstverbandes Holger Peters zollt diesen Arbeitseinsätzen einen hohen Stellenwert für die Entwicklung des Inselwaldes bei und ist dankbar, dass der Verein seit nunmehr neun Jahren mit seinen Freiwilligen auf die Insel kommt. Ihre freiwillige Arbeit sichert den nachhaltigen Erfolg und die Entwicklung der Neuanpflanzungen aus dem Jahre 2001 und sorgt gleichzeitig für die Pflege und weitere Aufforstung des alten Waldbestandes. „Wir sind den vereinzelten Amrumern dankbar, die durch ihre treuen Spenden die Bedeutung der freiwilligen Arbeit unterstreichen. Wer sich ebenfalls erkenntlich zeigen möchte, ist immer herzlich willkommen“.
Für die Helfer und Helferinnen steht der persönliche Beitrag für den Erhalt des faszinierenden Ökosystems Wald an erster Stelle. So sind die Arbeitsgruppen auch eine bunte Mischung aus verschiedenen Nationalitäten und haben eine breit gefächerte Altersstruktur. Ein primäres Ziel ist es, durch die praktische Arbeit unter professioneller Leitung die Situation des Waldes an den konkreten Projektstandorten zu verbessern, die Zusammenhänge in der Natur hautnah zu erleben und unsere Abhängigkeit von den natürlichen Lebensgrundlagen zu erkennen, so der Veranstaltungsleiter des Vereins.
Projektförster Peter Naumann, der die zweite Woche dieses Arbeitseinsatzes des Bergwald Projektes leitete, zeigte die unterschiedlich strukturierten Pflanzbereiche auf. Diese stellen sich leicht bis sandig dar und grenzen an ein Feuchtbiotop. Dementsprechend wurden die Baumsorten zusammengestellt, die die Helfer und Helferinnen dann in den vorbereiteten Boden einbrachten. Im Feuchtbereich wurden zusätzlich Moorbirken nachgepflanzt. Die Bäume stehen in der Reihe bis zu 1,6 Metern auseinander und haben einen Reihenabstand von 1,8 Metern. Die noch als Rahmen verbliebenen Altbäume stellen einen wichtigen Schutz für die Neuanpflanzungen dar und verhindern gleichzeitig die ungebremste Austrocknung des Bodens.
Die befragten guten „Waldgeister“ waren sich einig, dass ihre Arbeit einen wichtigen Beitrag für ein Stück intakte Natur darstellt und trotz des immer Mal wieder launenhaften Wetters, die Freude an der Arbeit in einem harmonischen Team gegeben ist. Julia Degmair aus Berlin sitzt ansonsten am Schreibtisch und ist für die Öffentlichkeitsarbeit einer Naturschutzvereinigung tätig. Für den Einsatz auf Amrum hat sie sich Urlaub genommen und sieht einen angenehmen Ausgleich zum Alltag mit gleichzeitig nützlichem Aspekt.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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