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Planungsauftrag für einen Fahrgastterminal wurde vergeben…(to)

Die Norddorfer Mitglieder des Verwaltungsrates der Versorgungsbetriebe Amrum stimmten dagegen (Artikel vom 21.04.2009)

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Fußgänger und Autos werden hier über die selbe Rampe entladen - nach Aussagen der W.D.R. nicht mehr zeitgemäß...

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Für den Verwaltungsrat der Versorgungsbetriebe Amrum galt es in ihrer jüngsten Sitzung eine Entscheidung zu treffen, ob sie die Vergabe eines Planungsauftrages für die Erstellung eines Fahrgastterminals zur Be- und Entladung über die Seitenpforten der Fährschiffe vergeben wollen oder nicht.
Diese Entscheidung hätte bereits Ende vergangenen Jahres laut der Tagesordnung gefasst werden sollen, wurde aber aufgrund eines Einwandes zurückgestellt. Norddorfs Verwaltungsratmitglied Heinrich Johannsen sah in diesem Projekt so viel Brisanz, dass er auf der Sitzung am 08. Dezember für sich eine vorherige Beratung in der Norddorfer Gemeindevertretung wünschte, um dann bei der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates, die für Ende Januar terminiert wurde, sein Votum abzugeben. „Man müsse ja nicht gleich zu allem ja sagen. Die Instandhaltungskosten werden schon bald eine größere Rolle spielen, als die Investition für den Bau“, so sein letztjähriger Einwand. Aber auch Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier blieb nach eigener Aussage der große Zugewinn eines Seiteneinstieges leider verschlossen. Eine Verhältnismäßigkeit zwischen Nutzen und Investition könne er so nicht sehen. Auch er wollte im Dezember, vor einer Beschlussfassung, eine Beratung in seiner Gemeindevertretung herbeiführen.

Als nun der Verwaltungsrat jüngst zusammenkam, um unter anderem auch über die Vergabe des Planungsauftrages abzustimmen, ermangelte es den Norddorfer Verwaltungsratsmitgliedern an dem Weisungsbeschluss ihrer Gemeinde. Wie sie darstellten, konnten sie diesen immer noch nicht fassen, da ein Gespräch mit dem Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei bisher nicht zustande gekommen sei. Dies bestätigte Geschäftsführer Axel Meynköhn und bedauerte, dass es trotz zweier Anläufe nicht zu diesem gewünschten Gespräch gekommen sei. Er verwies allerdings auf ein ausführliches Informationsschreiben, dass er den Bürgermeistern der Amrumer Kommunen Anfang Januar zusandte und um eine Verteilung in den Gemeindevertretungen bat. In diesem stellte er die Vorteile der Umstellung auf die Seiteneinstiege und somit klare Trennung der Verkehrsströme bei der Be- und Entladung der Fährschiffe dar. Ferner wird demnach nach der Erprobung des anstehenden Neubaus „NB28“ zeitnah die Entscheidung gefällt werden, ein weiteres Schiff dieser Baureihe in Auftrag zu geben. Im Linienverkehr nach Norderney wird bereits ein ähnliches Schiff, die MS „Frisia IV“, seit einigen Jahren erfolgreich eingesetzt, weiß Meynköhn zu berichten.
Die Trennung des fußläufigen Verkehrs von dem RoRo-Verkehr wurde laut des Informationsschreibens, in dem seit Anfang 2007 laufenden Projekts „Trennung Fußgänger/Fahrzeuge auch von den Geschäftsführern der drei Hafenbetreiber, Versorgungsbetriebe Amrum, Hafenbetrieb Wyk und Hafengesellschaft Dagebüll, maßgeblich mit erarbeitet.
Die Mitglieder des Verwaltungsrats der Versorgungsbetriebe Amrum aus Nebel und Wittdün stimmten aufgrund ihres Weisungsbeschlusses aus der Gemeindevertretung für die Planungsauftragsvergabe. Die Norddorfer Mitglieder sprachen sich nach einer kurzen internen Beratung, nach vorheriger Pro- als auch Kontra Meinung, dann doch geschlossen gegen den Auftrag aus. Damit wurde aber trotzdem mehrheitlich die Planungsausführung für die 1,5 Millionen teure Investition zur Erstellung einer Fußgängerrampe in Höhe von 55.000 Euro beauftragt. Wie Vorstandsmitglied Norbert Gades erklärte, würde man sich bei der Vergabe des Planungsauftrages, den Häfen Wyk und Dagebüll anschließen und so einen Preisnachlass von 13 % auf die Summe von 55.000 Euro erzielen. Außer Frage steht, dass eine derart schwere Investition refinanziert werden müsse und somit mit dessen Kosten, dem unterstellten Zugewinn an Komfort für die Passagiere der neuen Fährgeneration gegenüber steht. Zudem stelle sich die Umlage auf die Kai-Gebühren in den Häfen Dagebüll und Wyk, bei ähnlicher Investitionshöhe für die Seitenstiege, aufgrund des wesentlich höheren Verkehrsaufkommens im Verhältnis zu Wittdün, erheblich günstiger dar.
Mit der auf dem Ostanleger zu schaffenden Rampe, die bei einer maximalen Steigung von 6-8% den Höhenunterschied zwischen Fähranleger und Oberdeck der Fähre ausgleichen muss, könne man nicht ohne Weiteres die grundsätzlich favorisierte kreuzungsfreie Verkehrsführung nach dem Verlassen der Fähre umsetzen.
Als sicher gilt, dass, nach Aussage des WDR-Geschäftsführers Axel Meynköhn, die Doppelend-Fähre Mitte nächsten Jahres an die Reederei abgeliefert wird. Hierfür wurde bei einer Norddeutschen-Werft ein entsprechender Vertrag unterschrieben. Die stark geänderten Weltwirtschaftsverhältnisse führten somit dazu, dass trotz der Verzögerung aufgrund des im vergangenen Herbst geplatzten Vertrages mit einer polnischen Werft, die Fähre sogar ein halbes Jahr früher fertiggestellt werden kann.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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