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“1000Stunden”…(to)

Ein Projekt, das um Spenden für die Entwicklung der heranwachsenden Generation auf den Inseln Föhr und Amrum wirbt.(Artikel vom 30.04.2009)

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Vorstand mit Wolfgang Kluge (Mitte)

„Wir haben auf keinen Fall das Ziel, zum Beispiel Schulausflüge zu sponsern. Hier geht es vielmehr um das Motto „Fordern, um zu fördern. Also ein wichtiges Mehr an Bildung und Erziehung zu ermöglichen“. Die Schwerpunkte, die dabei unterstützt werden sollen, sind die Bereiche: Förderunterricht für die nicht ganz so Schnellen, als auch für die besonders Schnellen, eine umfassende Gewalt-, als auch Drogenprävention, die es ermöglicht, die Probleme auf den Inseln, über die eher begrenzten öffentlichen Mittel hinaus anzugehen. Auf den Inseln der vermeintlichen Glückseligkeit gibt es davon bewiesener maßen reichlich. Desweiteren soll bei den Kindern ein gesundes Sozialverhalten augsgeprägt werden, um möglichst allen von ihnen die Erkenntnis zu vermitteln, dass es gemeinsam besser funktioniert.

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Vorstandsmitglied Christian Klüßendorf, Wolfgang Kluge, Schulleiter Jörn Tadsen

Der Verein zeigt sich überzeugt, dass die vom Land für die Bildung bereitgestellten Mittel bei Weitem nicht ausreichend sind für eine gründliche Ausbildung unserer Kinder. Und hier redet der Verein von den 1200 Schülern, die in eine der sechs Schulen auf den Inseln Amrum und Föhr unterrichtet werden. Der Verein hat das erklärte Ziel, dass alle Kinder nach Abschluss der Schulzeit, egal welcher Abschluss erreicht wird, im Wettbewerb um einen Arbeitsplatz oder an der Universität die Nase vorn haben.
„Wir möchten unsere Idee, für zumindest 1000 zusätzliche „Unterrichtsstunden“ pro Jahr, die wir mit einem Betrag von 35 Euro beziffert haben, Gelder zusammen zu bekommen. Dabei werben wir gleichermaßen bei Unternehmern, Banken und vor allem auch bei Privatpersonen, für die Übernahme einer Patenschaft, mit der für einen Zeitraum von drei Jahren, für eine frei wählbare Anzahl von Stunden pro Jahr die Finanzierung gesichert werden kann. Dabei sind natürlich Einzelstundenspenden genauso wichtig, wie Spenden von vielen Stunden. Und für die, die ihre finanzielle Lage nicht über den Zeitraum von drei Jahren abschätzen können, gibt es die Option, auch einmalig zu spenden. Wir möchten möglichst viele zum Mitmachen begeistern, um so auf beiden Inseln eine inselweite, breit gefächerte Akzeptanz für das Projekt zu erreichen“, so der Vorsitzende.
Bei der Unterzeichnung zur Gründung des Vereins, der acht Vorstandsmitglieder von Föhr und Amrum hat, hatte Kluge schon für diese Idee 250 Stunden eingeworben. Und trotz der bisher spärlichen Information in den Medien sind nunmehr schon die Mittel für 330 Stunden gespendet worden. Die Spenden werden zu 100 % in die Projektarbeit umgesetzt werden können, da sämtliche Verwaltungskosten von den Mitgliedern des Vereins getragen werden. Mitglieder sind dabei nicht automatisch die Spender, sondern die in der Satzung des Vereins benannten Vorstandsmitglieder.
„Ich konnte gerade meinen Steuerberater aus Leck dafür begeistern, die Buchhaltung für den Verein kostenfrei zu übernehmen. Das ist im besonderen Maße wichtig, um dem Finanzamt den Status des gemeinnützigen Vereins ordnungsgemäß und dauerhaft nachzuweisen. Der Verein ist dadurch in der Lage, den Spendern steuerrelevante Quittungen auszustellen.
Als Schulleiter der Öömrang Skuul begrüßte Jörn Tadsen den Verein mit seinen gesteckten Zielen außerordentlich und sprach dabei auch im Sinne der Schulleiterinnen und Schulleiter der Insel Föhr. „Uns wurde das Projekt unmittelbar vor den Osterferien vorgestellt, sodass bei uns an der Schule jetzt noch keine konkreten Projekte ausgearbeitet wurden, doch hat die Vergangenheit gezeigt, dass wir nicht mit den zugewiesenen Mitteln allein eine optimale Bildungs-, Erziehungs- und Präventionsarbeit leisten können und zusätzliche Projekte wünschenswert sind. Aufgrund eines Schülerschlüssels, der Klassenstärken von 26 Kindern zugrunde legt, haben wir auf den Inseln ohnehin schon eine schlechtere Ausgangssituation bei der Zuteilung der Mittel. Als konkretes Beispiel für den Bedarf steht die erst kürzlich angegangene Problematik des Mobbings unter den Schülern. Hierfür gibt es normalerweise keine Freiräume im Lehrplan der Lehrkräfte und so fließt viel freiwilliges Engagement ein. In diesem konkreten Fall bedienten wir uns als Erstmaßnahme, speziell geschulter Hilfe von Föhr“.
Wie Kluge erklärte, werden die eingereichten Projekte der Schulen vom Beirat des Vereins, zu dem auch mindestens einer Schüler/in gehört, bewertet, um dann die Mittel entsprechend einem mathematischen Schlüssel zuzuweisen. Generell werden die Projekte unabhängig von ihrer Laufzeit erst einmal für ein Jahr gefördert. Vor Ablauf des Schuljahres erstatten die jeweiligen Schulen einen kurzen Bericht über den Verlauf und das Ergebnis der finanzierten
Projekte. Dieser Bericht dient als Entscheidungsgrundlage für die Vergabe der Mittel des Folgejahres.
Um eine optimale Transparenz über die Förderprojekte, die eingegangenen Stundenspenden und das Bestreben des Vereins zu erhalten, wird derzeit eine Homepage des Vereins erstellt. Kluge freut es besonders, dass seine Tochter, die Diplom Medien-Designerin ist, ihre Arbeit für den Verein spendete und den Aufbau und die Pflege der Seite www.1000stunden.de übernommen hat. Zudem kreierte sie den Flyer für den Verein.
Auf die Frage, wie es mit der Beständigkeit des Vereins aussehen würde, antwortete Kluge, dass dieser Verein ihn überleben solle, hiervon sei er überzeugt. Wichtig sei es bei allen Bemühungen, das die gelebten Amositäten in den Hintergrund treten und die gemeinsame Stärke der Inseln Amrum und Föhr in den Vordergrund treten. Für mich haben wir eine weitere Chance weiter zusammen zu rücken.

Vereinsvorsitzender und Kontaktperson:
Wolfgang Kluge
25938 Witsum / Föhr, Traumstraße 20
Telefon : 04683 386 – Fax : 04683 1026
Mobil:01716406989
E-Mail : Kluge-Witsum@t-online.de

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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