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Es ist ziemlich still geworden…(to)

 

Die Amrumer Jäger regten mit einem Nistkastenverkauf dazu an, gegen den spürbaren Rückgang der heimischen Singvögel mitzuwirken (Artikel vom 18.06.2009)

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Karsten Schult

Wo sind unsere Singvögel geblieben? Fragen die Jäger Amrums und organisierten einen Nistkastenverkauf in Norddorf. Für Jäger Karsten Schult ist es überdeutlich, wie ruhig es zum Beispiel am Morgen geworden ist. Als Bäcker im Ort, ist er einer der Ersten, der morgens aus den Federn muss und sobald es hell wurde, gab es ein wahres Konzert der kleinen Flugkünstler. Es tschiepte und trillerte, als wenn die kleinen Singvögel allen verkünden wollten, dass der Morgen gekommen sei. Nun stellte sich für ihn und seine Kollegen der Jägerschaft Amrum e.V. die Frage, woran liegt es, dass sich die kleinen Piepmätze nicht mehr zeigen.
Um dem Rückgang nicht tatenlos zuzusehen, organisierten sie einen Nistkastenverkauf in Norddorf. Hier konnten sich die Besucher kompetent über die Vielzahl, der verschieden Nisthäuschen beraten lassen und gleichzeitig über die Ursachen und Gegenmaßnahmen auf dem heimischen Grundstück diskutieren.
Als eine der möglichen Ursachen vermuteten viele, dass sich die Elstern und Krähen dermaßen vermehrt haben, dass sie den Singvögeln den garaus machen. Dies mag auch eine der Ursachen sein, wobei aber normalerweise das Beuteangebot gleichzeitig die Häufigkeit der Beutegreifer reguliert. Offensichtlich ist aber, dass sich das allgemeine Dorfbild im erheblichen Maße verändert hat und dazu beiträgt, dass sich die gefiederten Freunde so rargemacht haben. Wie in dem aufgesetzten Informationsschreiben der Jägerschaft dargestellt wird, benötigen fast alle Singvögel unbedingt Insekten zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Hierfür gibt es auch keinen Ersatz. Nur wo die Umweltbedingungen ein reiches Insektenvorkommen erlauben, können Singvögel überleben.
Es gibt einige Faktoren, die dazu geführt haben, dass sich die Bedingungen verschlechtert haben. So verschwanden zum Beispiel durch das Ulmensterben unzählige Bäume im Dorf, die bebauten Flächen haben zugenommen und die allermeisten werden intensiv gepflegt. Das heißt, Rasenabschnitt und Laub werden sorgfältig aufgefangen und entsorgt und Totholz landet auf dem Biikehaufen. Es gibt nur in seltenen Fällen Ecken auf den Grundstücken, die sich selbst überlassen werden und somit Lebensraum für die Entwicklung der Insekten lassen, die für das Gleichgewicht in der Natur von Nöten sind. Eine ganze Liste von Möglichkeiten, die Abhilfe schaffen können und zum Teil nur ein wenig umdenken bedeuten sind aufgeführt worden und wurden den Besuchern an vielen Beispielen verdeutlicht. Das Ausbringen von Nistkästen, um den Vögeln eine Brutstätte zu bieten, ist bereits eine große Hilfe im Paket der Maßnahmen.
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„Es wäre doch sehr bedauerlich, wenn unsere Natur um solch ein schönes Schauspiel dauerhaft ärmer werden würde und die kleinen Artgenossen lediglich als stumme Tonfiguren unseren Garten zieren müssten, auch wenn diese dekorativ sind“, so Karsten Schult. Die Amrumer Jäger sind auch gerne bereit vor Ort zu beraten und halten auch noch ausreichend Nistkästen vor. Das Model Starenkasten fehlte bei der Ausstellung natürlich auch nicht. Auch wenn es an diesem Tag keine Tempo liebenden Autofahrer ablichten konnte.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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