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Ein bisschen schwanger geht nun mal nicht…(to)

 

Für die erfolgreiche Zusammenlegung der einzelnen Bauhöfe, ist das Zusammenrücken der Amrumer Kommunen nötig (Artikel vom 19.06.2009) 

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Pflegemaßnahmen sollen gesamtinsular durchgeführt werden

Die drei Amrumer Gemeindevertretungen waren im Haus des Gastes in Nebel zusammengekommen, um sich über den aktuellen Stand der Ausarbeitungen der so genannten Lenkungsgruppe zur Umsetzung des Infrastrukturentwicklungskonzeptes auf der Insel Amrum informieren zu lassen. Zur Vorbereitung zu diesem Informationsabend hatten die Gemeindevertreterinnen und Gemeindevertreter vor rund vierzehn Tagen den Statusbericht zum Einlesen bekommen. Eine der Grundlagen hierfür wurde in den letzten acht bis zehn Wochen erarbeitet und fasst die derzeitige Ausarbeitung zur Zusammenlegung der Bauhöfe der einzelnen Amrum Touristiken zusammen und gibt zugleich einen Zwischenbericht zu der seit zwei Jahren betrieben Ausarbeitung und Umsetzung eines Infrastrukturkonzeptes.
Die stufenweise Umsetzung gemeinsamer Organisationsstrukturen schreitet voran. Nachdem das Marketing und der Gästeservice, der sogenannte Innendienst der drei Amrum Touristiken bereits gesamtinsular organisiert sind, sollen nunmehr die Bauhöfe zusammengelegt werden. Die Grundlagen hierfür wurden in einer gemeindeübergreifenden AG Bauhof gefasst. Tätigkeitsbereiche und Sachfragen galt es dabei, zu klären. „Die Standortfrage steht noch aus, wird jedoch als eine nach operativen Gesichtspunkten zu beantwortende und lösbare Frage betrachtet“, so der Statusbericht.

Unter der Regie des Mitarbeiters, der Projekt M GmbH, Peter Hübner, wurde, der Statusbericht für alle Anwesenden plausibel aufbereitet. Die möglichen Modelle einer Angliederung des gesamtinsularen Bauhofes an die bestehenden Kommunalunternehmen, beziehungsweise der Bildung eines umfassenden Kommunalunternehmens, in dem auch der Bauhof aufgehen würde, wurden dargestellt. Grundlegend stellte sich die Frage, ob sich ein gemeinsamer Bauhof an bestehende Strukturen angliedern lässt.
Mit der Amrum Touristik und den Versorgungsbetrieben Amrum bestehen bereits zwei Kommunalunternehmen auf Amrum, die allerdings durch ihren Aufgabenbereich eine solche Ausrichtung erfahren, dass nur bedingt Synergieeffekte bei einer direkten Angliederung zu erkennen sind.
So seinen zum Beispiel nur wenige artverwandte Handwerkeraufgaben zwischen den Versorgungsbetrieben und den Bauhöfen zu finden. Durch den Betrieb der Geschäftsbereiche Trinkwasserversorgung, Abwasserbeseitigung, Tankstellenbetrieb und Unterhaltung des Fähranlegers seien die Mitarbeiter der Versorgungsbetriebe durch den Bereitschaftsdienst und ihre erforderliche Qualifizierung voll in den operativen Prozess eingebunden. Frei einsetzbares Arbeitszeitkontingent gibt es daher nicht. Eine Zusammenführung mit den Bauhöfen und der Bildung eines Handwerkerpools würde somit keinen Sinn machen. Aufgrund der touristischen Ausrichtung beider Betriebe würde man vermuten, dass die Angliederung der Bauhöfe an die Amrum Touristik sinnvoll sei, doch auch für solch ein Organisationsmodell konnte sich der Arbeitskreis nicht erwärmen.
Die Lenkungsgruppe favorisiert nach umfassender Abwägung der drei möglichen Modelle die Bildung eines Kommunalunternehmens. In diesem würden bei einem positiven Beschluss der drei Gemeindevertretungen die Betriebszweige Touristik, Versorgungsbetriebe und Bauhof zusammengefasst werden. Die beiden bestehenden Kommunalunternehmen Amrum Touristik und Versorgungsbetriebe werden quasi zu einem Unternehmen verschmolzen und der Bauhof kämehinzu.

Wer nun glauben würde, dass große Einsparpotentiale auftreten würden, der sei ein ganzes Stück enttäuscht. Das geltende Steuerrecht verhindere die ungebremste Reduzierung der einzelnen Bilanzen zu einer. Dieses Modell ließe aber auch die Option zu, dass eventuell im Zuge des Infrastrukturkonzeptes noch weitere Betriebszweige auf Amrum eingegliedert werden können. Eine juristische Prüfung dieses Modells wird beauftragt, sobald der Beschluss der Gemeinden in der nächsten gemeinsamen Sitzung gefasst wird.
In der anschließenden Diskussion verdeutlichte Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier, dass nicht ein Einspareffekt erwartet werden darf, sondern sogar noch Geld angefasst werden muss. Doch ganz klar sei, dass durch die gesamtinsulare Ausrichtung ein großer Zugewinn an Service für den Gast erreicht wird und das ist in der Zeit des vorherrschenden Wettbewerbes außerordentlich wichtig. Ein Abschweifen in die Diskussion der einzelnen Details sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht sinnvoll, so Dell-Missier.
Das bisher Erreichte ist das Resultat aus der seit zwei Jahren dauernden Arbeit der Verantwortlichen auf Amrum, dessen Prozess das Ziel hat, die Rahmenbedingungen für das Tourismusmarketing und die Tourismusentwicklung zu optimieren. Der Ausgangspunkt hierfür war die in vielen Bereichen nicht mehr wettbewerbsfähige kommunale Infrastruktur auf Amrum.
Am Ende des Prozesses steht ein gesamtinsulares Infrastrukturmanagement. Dies umfasst nicht nur die gesamtinsulare Abstimmung im Bereich der Infrastrukturplanung, sondern auch die gemeinsam abgestimmte Investition, den gemeinsamen Betrieb und die gemeinsame Finanzierung, zeigt der Statusbericht auf.

Erste Erfolge beim „Zusammenrücken“ wurden auch bereits erzielt und lassen hoffen. Dieses „Zusammenrücken“ entspricht auch der Wahrnehmung und dem Reiseverhalten der Amrumer Gäste. Wenn sie ihr Urlaubsziel aussuchen, entscheiden sie sich für die gesamte Insel. Wenn die Gäste nach ihrem Urlaub nach Hause kommen und gefragt werden, wo sie denn ihren Urlaub verbracht hätten, werden sie sagen: „Wir waren auf Amrum“. Auch das Mobilitätsverhalten der Gäste während ihres Amrum-Urlaubs belegt die Notwendigkeit einer gesamtinsular abgestimmten Angebotsgestaltung. Der Gast nutzt die ganze Insel und somit auch die Infrastruktur aller drei Gemeinden. Hieraus ergeben sich die Zielsetzungen für eine nachhaltige Sicherung der Positionierung Amrums als Destination für qualitativ hochwertigen Urlaub und die Bindung der Amrum-Gäste durch ein qualitativ hervorragendes Angebot.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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