Startseite » Kultur » Amrum swingt…(ab)

Amrum swingt…(ab)

Lenard Streicher und Toby Schiller begeistern mit „American Songbook“ im Haus des Gastes .

streicher

Der kleine Konzertsaal im Haus des Gastes in Nebel war bis auf den letzten Platz gefüllt und drohte dabei aus allen Nähten zu platzen. Ganze acht Karten hatte es noch an der Abendkasse gegeben. Diejenigen, die ein Ticket ergattert hatten konnten sich freuen, denn es gab leider einige Besucher die aus Platzmangel leer ausgingen. Und das kommen hatte sich gelohnt. Lenard Streicher (Gesang und Flügel) und Toby Schiller (Saxophon & Klarinette) boten ein Konzertabend der Extraklasse. Der Titel des Abends lautete „Lenard Streicher plays American Songbook“.

Lenard Streicher ist nicht nur als Sänger und Musiker erfolgreich, sondern arbeitet auch als Entertainer, Songschreiber und Bandleader. Bekannt wurde der er Ende der 80er Jahre mit der Band „Peppermint Dandies“. Nach dem Gesangsstudium gründete er 1991 die „Sugar Ray Lenard Ballroom Band Show“ und arbeitete seit 1993 als Piano Entertainer in Hotels & Nachtclubs in ganz Deutschland. Außerdem gründete Streicher 2001 die „Lenard Streicher Swingn´ Ballroom Band“ und trat 2006 beim Bundespresseball auf. Darüber hinaus steuerte er Eigenkompositionen zu diversen TV-Produktionen wie Angsthasen (2007, ARD) oder Hitzewelle (2008, SAT 1) bei. Lenard Streicher, der sich gerne auch als Halbinsulaner bezeichnet, hat seit frühester Kindheit einen engen Bezug zur Insel Amrum. Er ist nicht nur der Neffe des auf Amrum lebenden Künstlers „Pancho“ sondern ist hier selbst einige Jahre zur Schule gegangen. Seit dem kommt der in Berlin lebende Künstler regelmäßig auf die Insel.

Sein musikalischer Partner Toby Schiller ist Saxophonist, Klarinettist, Arrangeur, Komponist und Bandleader der „Toby Tones“ aus Berlin. Nach ersten Erfolgen End der 80er Jahre mit der Band „Pepperment Dandies“ erhielt er im Jahre 1990 ein Stipendium am „Berklee College of Musik in Boston/USA und den „Outstanding Performance Student Music Award 1993 “ des Jazz Magazins „Downbeat“. Seit 1994 ist er wieder zurück in Berlin und an zahlreichen Band-, Studio- und Theaterprojekten beteiligt. Er spielte u.a. mit dem bekannten „Savoy Dance Orchester“ zusammen und trat im legendären Berliner Wintergarten auf.

Der Titel „Great American Songbook“ umfasst eine nicht genau festgelegte Anzahl herausragender Songs der amerikanischen Unterhaltungsmusik von den 1930er bis 60er Jahren. Dabei bringt der Begriff „Great American Songbook“ die Ansicht zum Ausdruck, dass es sich dabei um den künstlerischen Höhepunkt des gesungenen populären Musikschaffens in den USA gehandelt habe. Als klassische Vertreter dieser Musik zählen u.a. Komponisten und Texter wie Irving Berlin, Duke Ellington, George & Ira Gershwin, Jerome Kern, Henry Manchini, Cole Porter, Rogers & Hart oder Fats Waller & Andy Razaf. Die Epoche des „Great American Songbook“ fällt zusammen mit der Vorherrschaft des Radios als Massenmedium. Die Songs wurden oft für Broadway- bzw. Hollywood-Musicals geschrieben. Besonders typisch dabei sind die eingängigen Melodien sowie die auf die Musik abgestimmten Arrangements und Texte. Der Einfluss des Jazz ist deutlich zu hören, jedoch steht der Swing im Vordergrund. Die Werke des „Great American Songbook“ sind Standards geworden und wegen ihrer großen Beliebtheit und Qualität von vielen Sängern in Zusammenstellungen aufgenommen. Zu den berühmtesten Interpreten zählen u.a. Louis Amstrong, Tony Bennett, Bing Crosby, Dean Martin, Liza Minelli, Frank Sinatra oder Barbara Streisand.

Bereits bei seinem ersten offiziellen Konzert auf Amrum, im vergangenen Jahr in der Kniepsandhalle hatte Streicher sein Publikum begeistert. Damals war er mit seiner Band aufgetreten. Auch im Haus des Gastes bot er zusammen mit Toby Streicher ein Konzert der Extraklasse. Mit ihren Darbietungen brachten sie den Saal zum toben. Auf dem Programm standen so wunderbare Stücke wie „night and day“ (Cole Porter), „moon river“ (H. Mancini – J. Mercer), „summertime“ (George & Ira Gershwin), „fly me to the moon“ ( Bart Howard) oder „what a wonderful world“ (G. David Weiss – B. Thiele). Als nach mehr als zwei Stunden und einigen Zugaben ein fantastischer Konzertabend zu Ende ging, bedankte sich das Publikum mit einem donnernden Applaus. „Es war ein wunderschöner Abend, Amrum swingt“ freute sich Streicher nach dem Konzert. Die Fans dürfen sich ebenfalls freuen. Auch im nächsten Jahr soll es wieder ein Konzert mit Lenard Streicher geben, dann wohl wieder in einer größeren Location.

Verantwortlich für diesen Artikel: Andreas Buzalla

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015
Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com