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Lahmgelegt…

Ein Bachstelzenpaar hat sich in diesem Jahr einen besonderen Brutplatz ausgesucht.vogelpaar3 Sie haben ihr Nest zentimetergenau in mitten des Antriebsrades für das Stirnrad der Amrumer Windmühle gebaut. Diese kleinen und sehr agilen Vögel hatten vermutlich einen Zollstock unter dem Gefieder, denn sie haben ihr Nest genau so in das Antriebsrad gezirkelt, dass es von dem Kamm, der dort einfasst um den Mühlenkopf in den Wind zu drehen, nicht berührt wird. Für die Mühle heißt das erst einmal Pause, bis die Brut geschlüpft und nach 14-16 Tagen flügge geworden ist und das Nest verlassen kann. Jedes Jahr brütet hier ein Bachstelzenpaar, allerdings normalerweise in einer kleinen Nische am Gleit- und Zahnkranz, wo sie von den Bewegungen der Mühle nicht gestört werden.
Die Bachstelze ist ein kleiner ca. 18 cm langer und etwa 25 Gramm schwerer Vogel. Sein Gefieder ist auffällig schwarz-weiß gezeichnet. Meist sieht man die Bachstelze auf ihren langen Beinen in Bewegung. Im stetigen Auf und Ab trippelt sie umher und macht wippende Bewegungen mit ihrem Schwanz, welche Ihr gaben auch den plattdeutschen Namen Wippsteert. Sie fliegt in langen Wellenbewegungen und trällert ein halblautes Gezwitscher, was man allerdings selten hört. Insekten, Fliegen, Mücken und Ameisen sind die Nahrungsquelle der Bachstelze und so hält sie sich vorwiegend in Wassergebieten, Gräben und Flussufern auf. Vor allem in Europa, Westrussland und im Mittelmeerraum angesiedelt, sieht man die Bachstelze auch vereinzelt an der Nordseeküste. Das Weibchen baut ihr Nest vorwiegend in kleinen Nischen, Mauerspalten, Baumhöhlen, zwischen Steinen, Holzstapel oder unter Stalldächern.

Der etwas andere Nistplatz

Der etwas andere Nistplatz

Auf Amrum hat sie sich auf die Amrumer Windmühle spezialisiert. Schon vor einigen Jahren hat die Bachstelze einen Nistplatz in der Nähe des Antriebsrades versucht zu bauen, allerdings ist die Brut nicht groß geworden, ob durch eine Störung oder andere Einflüsse ist nicht geklärt. Wollen wir hoffen, das sie dieses Jahr erfolgreich ihre Jungen groß und flügge bekommen und dann die Mühle wieder im Westwind drehen kann.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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