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„Die schon legendäre Regatta „Um Amrum rum "…(to)

Bei schlechter Sicht aber auskömmlichen Wind startete der Amrumer Segel- und Regattaverein (ASRV) die Wettfahrt um die Insel.

Regatta bei schlechter Sicht

Regatta bei schlechter Sicht

„Teilweise konnten wir an der Nordspitze noch nicht mal von Pricke zu Pricke sehen“ fasste ein Wettkampfteilnehmer die Wetterverhältnisse kurz zusammen, die am Samstag bei der legendären „Um Amrum Rum“ Regatta auf dem Wasser herrschten. Dafür hatte sich wenigstens der Wind auf eine auskömmliche Stärke erhoben, nachdem am Vortag eine totale Flaute vorherrschte. Unter der Regie des ASRV startete das Teilnehmerfeld am Hubsand, parallel zum Fahrwasser der Norderaue, um von dort durch das Mittelloch zur Nordspitze Amrums und dann auf der Westseite durch das Vortrapptief und Kniepsandfahrwasser zur Südspitze der Insel zu segeln. Die besonders tief gehenden Schiffe mussten dabei vom eigentlichen Kurs um die Insel abweichen und segelten an der Westseite Amrums gen Norden und wieder zurück. Für den Rest der Teilnehmer galt es durch geschickte Schläge, den Flachwasserbereich zu durchschiffen.

Die Wasserverhältnisse an der Odde sind selbst kurz vor Hochwasser noch so flach, dass auch die Schiffe mit variablen Tiefgang nicht ganz ohne kurze Aufsetzer passieren konnten.

Trotz der Geselligkeit bei der Regattafeier in der „Blauen Maus“ am Abend ließen die Regattateilnehmer in ihren Gesprächen keinen Zweifel daran, dass sie am Morgen angetreten waren, um in ihrer Segelklasse den Sieg nach Hause zu holen.

In vier Klassen starteten 14 Teilnehmer um Amrum Rum und in zwei Klassen 5 Teilnehmer den Alternativkurs. Wie der zweite Vorsitzende de ASRV Heino Röh bei der Siegerehrung erklärte, war die Wendemarke für den Alternativkurs soweit im Norden platziert worden, dass sie mit den Schiffen des Rundkurses dort wieder nahezu zusammentrafen. Die Wetterverhältnisse waren zum Glück, bis auf die Sicht, der Regatta besser gesonnen als die im vergangenen Jahr.

Dort musste aufgrund der extremen Wetterprognosen ein eingekürzter Sturmkurs im geschützten Revier gesegelt werden.

Eine Jollenregatta fand parallel zu der „Um Amrum Rum“ vor Steenodde statt.

Jollenregatta vor Steenodde

Jollenregatta vor Steenodde

Aufgrund von Kommunikationsdefiziten, die Heino Röh am Abend einräumte, segelte nur eine Jolle mit Amrumer Besetzung mit. Somit machten die Besucher von Föhr, unter der Leitung von Steffen Radtke, die sechs Wettfahrten im Dreieckskurs nahezu unter sich aus. Wie aus den Reihen der Verantwortlichen zu hören war, seien derzeit, die einst so aktiven Kinder und Jugendlichen der Jollengruppe des ASRV, extrem schwer für ein regelmäßiges Segeltraining zusammen zu bekommen.

Der Vorsitzende des ASRV, Jan von der Weppen und sein Stellvertreter Heino Röh bedankten sich bei den Mitwirkenden für ihre Teilnahme. Die Segler kamen wieder bunt gemischt aus den nordfriesischen Segelvereinen. Die Sieger der einzelnen Klassen durften ihre Pokale in Empfang nehmen und wurden dabei gebührend mit Applaus bedacht.

Heino Röh gibt den Regattabericht

Heino Röh gibt den Regattabericht

Als jüngster Teilnehmer unter den Besatzungen segelte an diesem Tag der zwölfjährige Bho Julius Friedrichs aus Wyk mit. Für Steffen Radtke, Leiter der Piraten-Segelgruppe in Wyk, hatte der ASRV noch eine besondere Überraschung, wurde ihm doch an diesem Abend die Ehrenmitgliedschaft zu teil. Hiermit möchte der Amrumer Verein das von Radtke gezeigte Engagement für die Förderung des Segelkönnens der Kinder auf den Inseln Föhr und Amrum würdigen. Unter anderem wurde die vor Steenodde durchgeführte Regatta, mit den Piraten, von ihm geleitet und der Amrumer Segelnachwuchs verfügt über zwei Piraten die von Radtke maßgeblich in seiner Freizeit überarbeitet wurden. Das Material hatten Amrumer Kaufleute und Handwerker gespendet.

In der Wertung der Kuriositäten des Tages lagen die Skipper des Dart „Frauke“ in der Klasse der Katamarane ganz vorne. War doch aufgrund eines „weggeflogenen“ Vorsegels bereits die Wettfahrt 10 m hinter der Startlinie beendet. Alle Bemühungen den Mast wieder aufzurichten, gestaltete sich auch bei der Unterstützung durch das Startschiff als umsonst. Die Ruderanlage war ebenfalls beschädigt worden und führte damit zum Abbruch. „Aber einen geilen Start haben wir hingelegt“, kommentierte der Vorschoter das frühe Ausscheiden.

Schwierige Bedingungen ohne Mast...

Schwierige Bedingungen ohne Mast...

Die Regattawertung geht auch in die Friesen-Cup-Wertung ein. Kai Kröger – „Bajazzo“ aus Wyk räumte neben dem Klassensieg der Klasse 1 nach Yardstick auch den Gesamtsieg ab. Klasse 2 ging an Ulli Schönfeld – „Dwarslöper“ und Klasse 3 an Harry Diedrichsen – „Rebell“.

Nach der Yardstick-Wertung bei der “Um Amrum rum Regatta” stellten sich die ersten drei Plätze der sechs Gruppen wie folgt dar.

Gruppe 1: Platz 1: Volker Petersen AYC mit “Fuchur” vor Sönke Jessen AYC “Luise” und Per Isemann AYC mit “bleifrei”.

Gruppe 2: Ulrich Schönfeld WYC “Dwarslöper” vor Agi Keber AYC „Quo Vadis“ und Pella Cunze HSrV „Pella“.

Gruppe 3: Harry Dietrichsen HSCH mit “Rebell” vor Bodo Lange TYC „Dimple“ und Günter Frank ASRV „Prinzessin“.

Gruppe 4 Katamarane: Leif Lückel ASRV HC 16 „Weißer Hai“ ohne Konkurrenz, Jörn Tadsen ASRV Dart „Franke“ – DNF.

Gruppe 1 Westkurs: Platz 1 Kai Kröger vom WYC auf “Bajazzo“ vor Bernd Schönfeld vom HYC mit “Beautyfield”.

Gruppe 2 Westkurs: Diederich Rotermund WYC „Jubilee“ vor Rolf Manderla TYC “Natascha” und Dittmer Friedrichs.

Die Wettfahrten vor Steenodde entschieden Robert Rotermund und Felix Scherer auf dem Pirat „Captain Potti“ für sich und verwiesen damit Janis Peters und Nelis Friedrichs auf „Captain Hook“ auf den zweiten Platz. Tim Schönfeld und Nisse Peters folgten mit „Das Gelbe vom Ei“, alle von Föhr.

Für das Molenfest in diesem Sommer ist auch wieder eine Papierbootregatta vorgesehen, Heino Röh warb bei den Seglern um den Bau eines Papierbootes und der Teilnahme an der Regatta.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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