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Ausflugsschifffahrt bald vor dem Aus? (to)

Ausflugsschifffahrt im Weltnaturerbe Wattenmeer bald vor dem „Aus“?

Auch betroffen... MS "Eilun"

Auch betroffen... MS "Eilun"

Die Bundesregierung plant einen Alleingang im europäischen Vergleich. Die Mitglieder der Insel- und Halligkonferenz sind in großer Sorge um die Zukunft der Ausflugsschifffahrt im Wattenmeer, die ein erheblicher wirtschaftlicher Baustein für unsere Region ist und an der zahlreiche persönliche Existenzen hängen, berichtet der Vorsitzende Jürgen Jungclaus in einer Pressemitteilung.

Die Ausflugsschifffahrt im Bereich der deutschen Wattenmeere hat eine lange Tradition und ist auch ein bedeutender Tourismusfaktor für die gesamte europäische Wattenmeer-Region. Gerade die Angebote der Fähr- und Ausflugsschifffahrt sind für Insel- und Halligtouristen als auch für Küstentouristen ein wichtiger Entscheidungsfaktor bei der Wahl ihrer der Urlaubsregion.

Die herausragende Landschaft der Wattenmeer-Nationalparke und nun auch des UNESCO Weltnaturerbes Wattenmeer werden durch diese Schiffsfahrten erlebbar gemacht und sorgen für eine steigende Besucherzahl und damit auch Wirtschaftskraft für die Menschen die hier vom Tourismusgeschäft leben.

Die Fahrgastschifffahrt im deutschen Wattenmeer ist jedoch nun durch die vom Bundesverkehrsministerium vorgesehene Änderung der sog. „Nationalen Fahrgastschiffslinie“ mittelfristig in ihrem Bestand gefährdet.

„Selbstverständlich ist es auch unser Anliegen, das die Einwohner und Gäste unserer Region sicher befördert werden. Wir fragen hier jedoch, warum im deutschen Wattenmeer nicht auch nach europäischen Standards gefahren werden kann, wie z.B. bei den Nachbarn in den Niederlanden, sondern die Vorgaben zusätzlich verschärft wurden“ so Jürgen Jungclaus.

Aus der Sicht der Insel- und Halligkonferenz besteht kein Bedarf für die vom BMVBS vorgesehene Sonderregelung innerhalb Deutschlands, vielmehr entsteht hierdurch ein Wettbewerbsnachteil im gemeinsamen europäischen Binnenmarkt und eine ernsthafte Gefährdung des Wirtschaftsfaktors Tagestourismus auf den Inseln und vor allen Dingen auch auf den Halligen.

Wir haben nun in enger Abstimmung mit den Reedereien unserer Region an den Ministerpräsidenten Peter-Harry Carstensen, das BMVBS und unsere Bundestagsabgeordneten/ Kandidaten geschrieben und um Unterstützung gebeten.

www.inselundhalligkonferenz.de

Die Wyker Dampfschiffs-Reederei hat erst kürzlich ihr Ausflugsschiff „Störtebeker“ an einen niederländischen Reeder auf der niederländischen Nordseeinsel Terschelling verkauft. Die neuen Bestimmungen wurden dabei zum Beispiel ebenfalls in die Abwägung der Entscheidung einbezogen.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

6 Kommentare

  1. Bernd Wüstenberg

    Die kleine “Eilun” z.B., die von Groß und Klein heiß geliebt wird, steht damit vor dem Aus. Sollte man nicht lieber die gigantischen, überdimensionierten Vorhaben der WDR auf den Prüfstand stellen? mfg Bernd Wüstenberg

  2. Das darf doch wohl nicht wahr sein! Wenn es keine Ausflugsfahrten mit der “Eilun” z. B mehr gibt, ist ein Aufenthalt auf Amrum nicht mehr so attraktiv. Für Familien mit Kindern ist es besonders schade. Da wird doch wohl nicht das letzte Wort gesprochen sein? Bitte halten Sie Ihre Fan-Gemeinde auf dem laufenden in dieser Angelegenheit.

  3. Das wäre jammerschade!

    Käptn Tadsen mit seiner Hansa hatte uns Kindern zwischen
    1952 und 1960 das Wattenmeer sehr nahe gebracht und uns gelehrt, es zu lieben und zu schonen.
    Das war Naturkundeunterricht par excelence und indirekt auch Naturschutz.
    Und als “Steuermann” auf der Hansa hatte er mir Riesenfreude gemacht als er mal vergessen hatte, daß der Junge im Priel ja noch am Ruder war und mir die Landungsbrücke bedrohlich nahe kam. Da wußte ich nicht mehr was zu tun.
    Aber wie immer hatte er die Situation blitzartig gerettet.
    Seit 57 Jahren immer wieder mal gerne auf Amrum und der Eilun.
    Grüße aus dem Allgäu nach Amrum!

  4. Was besagt denn die Änderung der sog. „Nationalen Fahrgastschiffslinie“? Das geht aus dem Artikel leider gar nicht hervor. Warum ist die Ausflugsschifffahrt denn gefärdet. Das würde micht interesseieren.

    Viele Grüße
    Lars

  5. Um als Außenstehender die “Nationale Fahrgastschiffslinie” in ihren Auswirkungen beurteilen zu können, müsste der Inhalt des Änderungsentwurfs gänzlich bekannt sein. Das BMVBS schweigt sich darüber im Internet auch unter “bmvbs.de/Verkehr/Wasser-,1666.7169/Sicherheit-auf-See.htm” erfolgreich aus. Die Bundesregierung veröffentlicht die Fassung vom 24. Juni 1999 (BGBl.I S1462 immerhin die bisherige Fassung.
    Zusätzliche Informationen fand ich im Netz im “Hamburger Abendblatt “… dass auf den Fähren ab Windstärke 6 aus Sicherheitsgründen Eisenblenden vor die Fenster geschraubt werden müssen” …”sodass die touristische Personenbeförderung ab Windstärke 6 praktisch nicht mehr stattfinden wird”.
    Beim “Sprecher” dürfte es sich um Jürgen Jungclaus gehandelt haben der das wohl am 27. August 09 “sagte”. Sicherlich ist er so nett, die ihm vorliegende Entwurfsfassung weiter zu geben, da es sich um keine vertrauliche Unterlage handeln dürfte, um dadurch dem Protest mehr begründete Stimmen zu verleihen.
    Bullaugen sind wohl nicht gemeint. Die Fähren ab Schlüttsiel hatten von innen zu schließende Eisendeckel.
    Andererseits erinnere ich mich an eine Helgoland-Fahrt mit einer Schülergruppe vor ca. 20 Jahren auf der “Pidder Lyng” wo es den Passagieren in Wittdün frei gestellt wurde bei Erstattung des Fahrpreises von Bord zu gehen weil Windstärke 6 vorhergesagt war. Der Wind frischte bei der Rückfahrt auf 7 auf und wir mussten bei Annäherung an die Außensande das Vorschiff verlassen.
    Ich kann mir aber nicht vorstelle, dass etwa die “Eilun” bei Vorhersage von 6 oder gar mehr Amrum umrundet.
    Allerdings dürfte sie auf der Fahrt nach Langeness und Hooge heftig kränken und es dürften Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Sicherheit bei den Unterdeckfenstern angebracht sein.
    Wie dann dort Eisenblenden sinnvoll angebracht werden können ist mir unklar.
    Klar ist mir aber, dass es heute hervorragende Sicherheits-Verbundsgläser gibt, die den Eigenschaften einfacher Stahlbleche überlegen sind und auch nicht zersplittern, wenn Festkörper mit den im Watt denkbaren Wogen dagegen geschleudert werden.
    Mir ist aber klar, dass es derzeit einen besonders herausragenden Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung gibt, dem man für die Verweigerung der Ausbaggerung der Bundeswasserstrasse von Dagebüll nach Amrum und Föhr besonderen Dank schuldet.

  6. EINE Sauerei ist das,was die in der Politik machen wollen,die haben ihr Geld,ohne gross zu arbeiten und die Reeder müssen sehen wie sie auf Deutsch gesagt den”ARSCH” rumbekommen,selbst nach Helgoland kommt man nicht mehr von einer der Inseln,was auch zu einem Einbruch des Gewinns beigetragen hat.Warum wollen die politiker IMMER alles besser wissen wollen.Meine Meinung ist:Lasst die Reeder ihre Fahrten weiter machen,sie sind ein Teil von den Inseln und derTourismusbranche des Landes Schleswig-Holsteins.

Amrumer Fotowettbewerb 2015