Startseite » Kultur » Auf die Fahne geschrieben…(to)

Auf die Fahne geschrieben…(to)

„Die Mitglieder des Amrumer Shantychors haben sich schon vor vielen Jahren als Motto die Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit auf die Fahne geschrieben“, erklärt der Vorsitzende des Chors Dieter Bachmann. spendeshantyWir brauchen für unsere Chorarbeit nicht viele Eigenmittel und dürfen ja laut Statuten auch keinen Gewinn einfahren, sodass wir bereits eine ansehnliche Liste an Spendenempfänger aufweisen können. Die Empfänger profitieren dabei von den Geldern, die aus Gagen und CD-Verkäufen resultieren. Die Förderung der Präventionsarbeit auf Amrum, eine Spende für das neue Jugendzentrum und die finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung einer Segeljolle für den Segelverein unterstreichen als Beispiele das Motto des Chores.

Mit der jetzt, während eines montäglichen Übungsabends in der Öömrang Skuul, an Jörn Tadsen und Christian Klüßendorf überreichten Spende bleiben die Chormitglieder dem Motto erneut treu. Wie kürzlich berichtet, stehen die Beiden für die Betreuung des Amrumer Jugendkutters ein, der auch Kindern die Begeisterung zum Segeln näher bringen soll, die zum Beispiel nicht schon von Haus aus die Voraussetzungen mitbekommen.

„Mit dieser Spende in Höhe von 750.- € wird es möglich sein, nun das benötigte Focksegel für den Kutter anfertigen zu lassen“, freut sich Klüßendorf bei der Scheckübergabe. Zum Dank spricht er den Mitgliedern des Shantychores eine herzliche Einladung mal einen Schlag mitzusegeln aus, um sich dann gleich von der Qualität des neuen Segels überzeugen zu können.
„Wir, das sind zurzeit 16 Männer und 4 Frauen, haben in der Saison von April bis Oktober meist 16 oder 17 Auftritte auf Amrum, meist als sogenannte “Heimatabende” für die Amrum Touristik oder das Molenfest“, berichtet der Chorleiter Rüdiger Sokollek.
Die Sänger und Sängerinnen treten oft mit anderen “Heimatgruppen” auf, so wie zum Beispiel der imposante Auftritt mit dem Norddorfer Gesangsverein in der vergangenen Woche. Wie Sokollek erklärt, hätten sich die Auftritte mit der Amrumer Trachtengruppe, für die dann auch die Live-Musk gespielt wird, zu einer beliebten Kooperation entwickelt.
Die erklärten Höhepunkte sind allerdings die Solo-Konzerte, auf denen mit einem fast zweistündigen Programm das Publikum auf große Fahrt mitgenommen wird.

Der Chor ging aus einem Kursus der Amrumer Volkshochschule des Wintersemesters 1994/95 hervor. Sie selbst betiteln sich auf ihrer Homepage als ein fröhlicher bunter Haufen aller Altersgruppen, der es wohl versteht, die alten Lieder aus dem „Schifffahrtsmuseum“ mit ihrem rauen, wilden und zugleich sentimentalen Charakter zu neuem Leben zu erwecken.

Sie singen die „echten“ Shanties  so, wie es überliefert ist – meist im Wechselgesang zwischen Vorsänger und Chor. Spezielle „Stars“ gäbe es aber nicht. Mit Stolz verweisen sie darauf, dass viele von ihnen abwechselnd die Rolle des Vorsängers übernehmen! Ein großer Teil des Repertoires ist auf drei CDs festgehalten. Bereits 1999 erschien die CD „Live in Norddorf“ mit „John Kanaka“ und weiteren Shanties aus Deutschland, England, Frankreich, Italien, Schweden und Holland. Zwei Jahre jünger sind die Aufnahmen zur CD „Lat de blaue Flagg mal weien“, einer Sammlung deutscher und englischsprachiger Shanties, darunter Raritäten wie das mittelalterliche Störtebekerlied mit Dudelsack-Begleitung. Aber auch Klassiker“ zum Mitsingen, wie Veermaster, Drunken Sailor und Rolling Home, finden sich hierauf wieder. Die „neueste“ CD, die im Sommer 2006 erschien, hat den Titel: “I wish, I was the Captain”. Schwungvolles wie “Mashiti” oder “The Old Chariot”, Neues wie Donkey Riding” und “Reuben Ranzo” und Bewährtes wie “Madagaskar”, “My Bonny”, “Good Night Ladies” und “La Paloma” auf Spanisch sind zu hören.

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015