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Ein halbes Jahrhundert Klassenfahrten…(to)

Inmitten der Amrumer Dünen und Heidelandschaft, sowie in direkter Nachbarschaft zur Amrumer Nordspitze ist das Schullandheim „Ban Horn“ gelegen.banhorn Damit hat es seinen Besuchern einen einmaligen Naturschatz vor der eigenen Haustür zu bieten, der immer wieder zu beeindrucken weiß. Betreiber ist die Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig-Grenzfriedensbund e.V. mit Geschäftssitz in Flensburg. Vor 50 Jahren stellte eine Baracke die Basis für das heutige Gebäude, das sich in einstöckiger Bauweise unauffällig in die hohe Dünenlandschaft einpasst.
Eben diese Nähe zur Natur beschert dem Schullandheim eine große Beliebtheit und dadurch einen vollen Buchungskalender von Februar bis November. Rund 130 Personen finden dort eine Unterkunft. Hauptsächlich kommen Grundschulklassen aus Schleswig-Holstein nach „Ban Horn“. Vornehmlich in den Ferien sind dann auch Klassen aus anderen Bundesländern, sowie Kirchen- und Jugendfreizeiten oder auch zum Beispiel Jugendfeuerwehren im Schullandheim anzutreffen.

Die "Ehemaligen" mit Vorstand, Leitung u Geschäfsführer

Die "Ehemaligen" mit Vorstand, Leitung u Geschäfsführer

Aus Anlass des halben Jahrhunderts Schullandheim-Geschichte und Erlebnisse feierten Betreiber, Angestellte, Freunde und mit dem Schullandheim Verbundene das Jubiläum am vergangenen Wochenende. Die derzeitige Leiterin Birgit Schlerff freute sich, dass von ihren insgesamt fünfzehn Vorgängern ein erfreulich großer Teil an der Feier teilnahmen. Ein jeder von ihnen wurde als aktive Lehrkraft vom Kultusministerium des Landes für die Dauer der leitenden Tätigkeit auf Amrum vom Unterricht freigestellt. Da dies nur für eine begrenzte Zeit möglich ist, gibt es immer wieder ein neues Gesicht in der Leitung auf „Ban Horn“. Wolfgang Borchert-Koschany steht bisher mit sieben Jahren an der Spitze. „Nach sieben Jahren haben es die Verantwortlichen in Kiel leider auch gemerkt und es hieß schweren Herzens Abschied nehmen von Amrum“, schmunzelte er nun. Damit sprach er das aus, was seinen Kollegen mit ihren Familien ebenfalls widerfuhr. Sie hatten einen festen Platz im Inselleben eingenommen und mussten mit Wehmut ihre Freunde und Bekannten zurücklassen.

Birgit Schlerff mit ihrer Küchencrew

Birgit Schlerff mit ihrer Küchencrew

Birgit Schlerff bedankte sich bei ihrem treuen Küchenteam ganz besonders für die hervorragende Arbeit. Einige können zum Teil selbst schon auf eine 20-jährige Geschichte auf „Ban Horn“ zurückblicken. Ihr Dank galt auch all denen, die durch ihr Zutun und ihre gute Zusammenarbeit zum erfolgreichen Betriebsablauf beigetragen haben. In ihrer Bilderpräsentation und in einem kurzweiligen Festvortrag von Inselchronist Georg Quedens wurden die Gäste in die zurückliegenden 50 Jahre entführt. Die direkte Nähe zur Nordsee und den mächtigen Dünen beschied dem Schullandheim sowohl einen gewaltigen Nordseewassereinbruch in der Küche als auch die drohende Verschüttung durch eine Wanderdüne. Die Hausleitungen hatten neben ihren eigenwirtschaftlichen Aufgaben des Unternehmens „Ban Horn“ lange Zeit die Erweiterungsbauten zu meistern als auch in der „Neuzeit“ den Erhalt und die kontinuierliche Modernisierung mit voranzutreiben.
Der Geschäftsführer des ADS-Grenzfriedensbund e.V. Ernst-Peter Rodewald und Vorstandsmitglied Renate Schnack waren sich einig, dass Schullandheime einen besonderen Stellenwert in der außerschulischen Bildung und nachhaltigen Entwicklung und Persönlichkeitsfindung der Schüler und Schülerinnen einnimmt. Hierzu gehören unter anderem der soziale Umgang in der Zimmergemeinschaft und Klasse, das Bewusstsein für Kultur und Natur, ressourcensparendes Haushalten, praktische Arbeiten sowie das Kennenlernen der regionalen Küche. Dabei sind elektronische Spielegerätschaften und Handys während der einwöchigen Aufenthalte verpönt. Vielmehr taugen interessante Projekte, die enorme Bewegungsfreiheit und die beeindruckende Natur für eine erfreuliche Aufmerksamkeit, Begeisterung und Aufnahme der außerschulisch vermittelten Lehrinhalte bei den Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig erreicht die Entspannung von all den Anforderungen und Zwängen des Alltags einen hohen Stellenwert.
„Mit dem glücklichen Umstand, dass die Leitung auch heute noch durch eine freigestellte Lehrkraft geleistet wird, haben wir eine gute Reflexion der aktuellen Lehrmethoden und Inhalte von den Schulen in die Schullandheime. Für den ADS-Grenzfriedensbund e.V. ist es ein Bedürfnis einen hohen Standard zu bieten. Im Zuge der Qualitätssicherung stehen die zugehörigen Schullandheime immer wieder auf dem Prüfstand des Vereins“, so Peter Rodewald.
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

4 Kommentare

  1. Christel Neugebauer

    Der obenstehende Artikel weckte schöne Erinnerungen in mir:
    Meine Liebe zu Amrum begann 1951 (ich war 9 Jahre alt) mit einer Familienfreizeit der Kirchengemeinde Quelle bei Bielefeld in Ban Horn. Wir versorgten uns selber, das Wasser mussten wir von Hand pumpen und wir schliefen auf Strohsäcken unter kratzigen Decken. Aber das tat der Liebe keinen Abbruch. Inzwischen habe ich Amrum unzählige Male besucht, das letze Mal im Mai d.J.. Einen Sommer lang habe ich sogar in einer Pension gearbeitet.

    Ich wünsche “Ban Horn” für die Zukunft alles Gute.

    Christel Neugebauer

  2. Elisabeth Schellnegger

    Herzlichen Glückwunsch auch aus Bayern!!
    Auch schon seit 1990 waren viele bayrische Kinder vom BRK in den Sommerferien 3 Wochen lang Gäste auf Ban Horn – was ja ganz schön exotisch ist für manche Oberbayern – nicht wahr? Aber alle waren sehr begeistert – Kinder und BetreuerInnen!!

  3. SCHADE!!! Es ist schon traurig, dass nur die elitären Heimleiter zum Revival geladen wurden. Danke ADS!

  4. @Koberg: So ist das nun mal, wenn man ehemalige Zivis wie uns außen vor lässt. Wäre schön gewesen mal wieder vorbei zu schauen und auch willkomen gewesen zu sein.
    So ist das mit der ADS

Amrumer Fotowettbewerb 2015