Glücklicherweise nur Mord nach Drehbuch…(to)

Der im März und April dieses Jahres auf Amrum von der Bremedia Produktion, Bremen, mit dem Arbeitstitel „Die Insel“ und unter der Leitung von Regisseur Markus Imboden produzierte Fernsehkrimi, wird nun gesendet.

Markus ImbodenMarkus Imboden

Mit dem Titel: „Mörder auf Amrum“ strahlt das Zweite Deutsche Fernsehen den Thriller in der Zeit von 20.15 bis 21.45 Uhr am Montag den 11. Januar zur besten Sendezeit aus. Mit den Vorschusslorbeeren Fernsehfilm der Woche und Tagestip zu sein, verspricht die Produktion, nach dem Drehbuch von Holger Karsten Schmidt, einen spannenden Fernsehabend.

Regisseur Markus Imboden zeigte sich zum Ende der Dreharbeiten im April zufrieden mit den Ergebnissen. Auch wenn er zugeben musste, dass es schon der persönlichen Anforderung eines Regisseurs gebietet, immer noch ein wenig mehr rausholen zu wollen. Bei diesem Fernsehfilm galt es für Imboden und sein Team, die Gradwanderung zwischen einem Kriminalfilm und den Zügen einer Komödie umzusetzen.

Leicht überfordert mit der Situation... der FilmpastorLeicht überfordert mit der Situation... der Bestatter

Für den Zuschauer gibt es mit diesem Fernsehfilm auch ein Wiedersehen mit der Ende Mai 2009 verstorbenen Schauspielerin Barbara Rudnik. Für sie bedeuteten die Dreharbeiten auf Amrum ein letztes Aufbäumen gegen ihre Krebserkrankung, bevor sie dann doch den tapferen Kampf verlor und nur vier Wochen nach Ende der Dreharbeiten verstarb.

Barbara RudnikBarbara Rudnik

In dem Film spielt Hinnerk Schönemann den jungen Polizeimeister Helge Vogt, der auf seiner Heimatinsel Amrum eigentlich einen ruhigen Job im Insel-Polizeirevier verrichtet. Bevor sich die Ereignisse überschlagen und ein Wettlauf ums nackte Überleben gegen Profikiller der russischen Mafia beginnt.

Hinnerk Schönemann Hinnerk Schönemann

Schauspielerin Irina Potapenko verkörperte die junge Russin Mathilda, eine Kronzeugin, die im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der Profikiller steht. Ihr gelingt es allerdings im Gegensatz zu vielen anderen am Leben, zu bleiben. Der zweite Inselpolizist Heinz Koops, gespielt von Thomas Thieme, hat da weniger Glück. Er landet mit einer Schussverletzung auch im Bestattungsinstitut von Jörg Riemann, verkörpert von Hermann Beyer.

Irina PotapenkoIrina Potapenko

Inhalt:

Der junge Polizeimeister Helge Vogt war auf Urlaub in Berlin und kommt zurück auf seine Heimatinsel Amrum. Alles ist wie immer, die Zeit scheint stillzustehen: ruhiges Polizeirevier, Dorfkneipe, kleine Liebelei mit der Wirtstochter Lona, nix los, beschauliche Provinz eben. Da öffnet sich die Reviertür und vor Helge und seinem Vorgesetzten Heinz steht eine blutüberströmte BKA-Beamtin. Agnes Sonntag ist aus der Abteilung Personenschutz und hat im Schlepptau ihren Schützling, die junge Russin Mathilda. Frau Sonntag bittet die Polizisten, sie zu einem Arzt zu bringen, aber keine Meldung davon zu machen, schon gar nicht ans BKA. Mathilda steht unter Personenschutz, denn sie soll in wenigen Tagen als Zeugin in einem Mordprozess aussagen. Sonntag vermutet in ihrer eigenen Dienststelle einen „Maulwurf“, der jenen Leuten aus Kreisen der russischen organisierten Kriminalität zuarbeitet, gegen die Mathilda aussagen soll. Sie sind in ihrem Versteck überfallen worden, schließlich gelang die Flucht, aber der zweite BKA-Beamte wurde erschossen. Helge und Heinz fühlen sich von der Situation überfordert, dies umso mehr, als Frau Sonntag in der Arztpraxis an ihrer Verletzung stirbt. Mathilda rastet aus, fühlt sich jetzt schutzlos ohne die BKA-Beamten. Helge bringt die junge Frau sicherheitshalber erstmal bei sich zu Hause unter. Heinz erhält einen Anruf eines BKA-Beamten; Simon Rost sucht Agnes Sonntag und will am nächsten Morgen nach Amrum kommen.

Auf der Fähre taucht zu Simon Rosts Entsetzen der russische Kriminelle Vitja Kerensky auf. Kerensky ermordet Rost, wirft die Leiche über Bord und gibt sich gegenüber Heinz als BKA-Beamter aus. Der alt gediente Polizeibeamte spürt, dass da etwas nicht stimmt: Rost sollte gehbehindert sein, aber dieser Mann hier läuft ohne Behinderung neben ihm her! Helge beobachtet die beiden Männer in Zivil und muss zu seinem Entsetzen mit ansehen, wie der angebliche BKA-Beamte Heinz am Leuchtturm erschießt und die Leiche im Kofferraum des Polizeifahrzeugs verstaut. Helge kriegt es mit der Angst zu tun: Wie soll er allein mit dieser Situation fertig werden? Panisch stürmt er aufs Revier und bittet die Kollegen auf dem Festland um Verstärkung. Dann will er mit ihr auf die nächste Fähre nach Dagebüll. Doch zu seinem Entsetzen geht wegen einer Unwetterwarnung keine Fähre mehr raus – Helge und sein Schützling Mathilda sind auf der schönen Nordseeinsel mit einem gefährlichen Killer eingesperrt, zu dem auch noch Verstärkung hinzukommt.

(Quelle Bremedia Produktion, Bremen)

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62 Kommentare für “Glücklicherweise nur Mord nach Drehbuch…(to)”

  1. Gabriele Müller

    Du liebe Güte, das war ein SPIELFILM und keine Doku, was regen sich denn alle so auf? Besonders dolle war er nicht, aber es gibt ja leider immer eine Menge Murks im TV. Im Gegensatz zu vielen Meinungen hier, fand ich ja die Darstellung der tumben Ureinwohner das einzig wirklich Authentische an diesem Film :-) )

  2. AnnaGlückstoff

    Sehr geehrtes Amrum-Team!

    Als begeisterte Amrum Urlauberin sehe ich natürlich alle Filme über die wunderschöne Insel. Was jedoch den letzten “Krimi” betraf überbot, mit seinem Schwachsinn, alles bisher gezeigte. Angekündigt wurde dieser Dilettantismus auch noch in der Programmvorschau als Fernsehfilm der Woche.
    Ich bin entsetzt und frage mich wie in Zukunft so etwas verhindert werden kann.

    Als Werbung für Amrum eine Katastrophe.

    Ich werde jedenfalls alles tun um “dieses schlechte Bild” von der Insel gerade zu rücken.

    Herzliche Grüße aus Berlin
    AnnaGlückstoff
    http://www.annaglueckstoff.de

  3. Elisabeth Wolf

    Ich kann gar nicht verstehen, warum es hier so viele negative Kommentare zu diesem Film gibt.
    Uns hat dieser Film super gut gefallen. Er war witzig und auch spannend. Viele Plätze der schönen Insel konnte ich wiedererkennen und mich daran erfreuen.
    Natürlich war uns von vorne herein klar, dass dieses kein Werbefilm für die Insel sein soll. Ich glaube, das haben einige Kritiker verwechselt.
    Wir sind der Meinung, das ist der beste auf Amrum gedrehte Film.
    Schön, dass wir im Sommer wieder auf dieser Insel Urlaub machen können.

  4. Bley, Gudrun

    Der Film war im Unterschied zu manch anderen Fernsehfilmen wunderbar leicht und lustig. Dieser völlig überforderte Dorfpolizist war einfach hinreißend. Es war herrlich zu sehen, wie er mit den “Einheimischen” dieses “Drama” meisterte, schließlich zum Held wurde und sein persönliches Glück fand.
    Weder Amrum noch seinen Bewohnern hat dieser Film geschadet.
    Filmtitel wie Tod auf Amrum / Mörder auf Amrum
    gefallen mir nicht besonders, aber das kann man ja ändern.
    Der Film “Das Zimmermädchen” war herzerfrischend und machte den Fernsehzuschauern, besonders den Amrum-Fans eine besondere Freude. Weiter so ….

  5. Jens Nissen

    Ein ähnliches Szenario hätte auch im “Ländle” spielen können: Im kleinen Bergdorf Hintertupfingen, eingeschneit, keine Verbindung mehr zur Außenwelt, depperte Dorfbewohner, der Dorfsherrif tut sein Bestes, ein mordlüsterner Almöhi… – keiner hätte sich unnütz aufgeregt.

    Der Film war doch recht amüsant. ;-)

  6. Uli Pfaff

    Also ich fand den Film super. Er war eine tolle Werbung für Amrum. Man sah einiges von der Natur und konnte so viel wiederentdecken.
    Natürlich fragt man sich, wieso die Gangster eine Versteckhütte finden, die nicht einmal langjährige Amrumurlauber kennen (s. Kommentare) > sie liegt übrigends auf dem DFK Zeltplatzgelände..
    Natürlich ist die Sache mit der schlechten Erreichbarkeit etwas ungereimt, wo es doch Seenotkreuzer und Hubschgrauber gibt..
    Aber es war eben eine schräge Komödie mit Krimi anteil – herrlich unkorrekt und gleichzeitig gar nicht unsensibel
    Die Menschen waren Menschen: natürlich naiv, natürlich feige aber auch genauso natürlich mutig und standhaft – ich glaube wie im richtigen Leben. Auch auf Amrum – wie überall sonst – gibt es nicht nur Helden. Aber jeder könnte auch einer werden, wenn die Umstände es mit sich bringen. Ich danke jedenfalls dem ZDF und freue mich wieder auf Amrum. Die Amrumer sollten ruhig auch dankbar sein..Sie neigen ja zu einem gewissen (Bier)ernst. Aber das brauchen Sie nicht. Dieser Film wird keinen vergraulen – eher Leute anziehen. Sie werden sehen.

  7. Heidrun Kiel

    Dieser Film war keine gute Werbung für Amrum. Man sah weder Insel noch Leute und man hat mich, als langjährige Amrum-Urlauberin gefragt, ob ich in so einem kleinen Kaff Urlaub machen würde. Der Name Amrum hätte in dem Film gestrichen werden müssen. Es gibt schönere und bessere Filme, die Amrum von seiner Naturseite zeigen und nicht so blutrünstig sind. Total unpassend. Trotzdem fahre ich weiter nach Amrum, denn diese
    Insel hat trotz Autos viel Natur und weite Strände und herrliche Ruhe.

  8. Marlene Peters

    Moin!
    Ich wollte auch mal wieder Heimatluft schnuppern.Der Film,oh je, der hat fragen aus meiner Nachbarschaft aufgeworfen,wohne ja nun in Niedersachsen….”Sag mal….?”
    -Peinlich
    Norddorf/Celle

  9. Jörg Rönisch

    Ich kann mit Stolz sagen, daß ich der Versuchung widerstanden habe darauf zu warten, daß der Film noch eine Wendung zu einem höheren, annäherungsweise akzeptablen, Niveau findet.
    Nach der Hälfte hab ich aufgegeben … Was ein Glück, dafür ist mir meine Lebenszeit zu schade. Wenn man mal über 40 ist …

  10. Elke Meyer

    Hallo! Als Amrum-Liebhaberin habe ich mich schon riesig auf diesen Film gefreut, große Ankündigung immer wieder im Abendprogramm. Super dachte ich mir, Amrum im Fernsehen. Krimis sind auch okay.
    Aber das war ja echt übel. Konstruierte Story, wenig von Amrum zu sehen, war echt enttäuscht. Da schau ich mir lieber meinen Amrum-Bildband an in der Zeit, da habe ich mehr davon.

  11. Herbert Hübenthal

    Amrum liegt gleich hinter dem Mond und die maximal 10 Einwohner sind alle ein klein wenig doof oder zumindest sehr einfach gestrickt. Abends in der Kneipe schüttet sich selbst die Inselpolizei die Birne zu und fährt anschließend mit dem Polizeiauto nach Hause. Und dann kommen die superbrutalen Russen-Killer mit ihren hochmodernen Präzisionswaffen und machen alles nieder, was nicht schnell genug auf dem Leuchtturm ist. Beim großen Showdown kommt dann am Ende Gott sei Dank alles wieder in Ordnung, denn der im Grunde völlig unbedarfte Dorfpolizist stellt die Bösewichte und verhilft mit Hilfe des beschwipsten Leichenbestatters der guten Sache zu einem eindrucksvollen Sieg. Elf Leichen in 90 Minuten – erwürgt, ersäuft, mit Kopfschuss, Genickschuss oder auch mehreren Bauchschüssen versehen – was kann man von einem munteren Fernsehabend zum Wochenanfang eigentlich mehr erwarten. Offen bleibt für mich allerdings die Frage, ob der Drehbuchschreiber bei seiner Arbeit nur reichlich Alkohol oder doch zusätzlich Drogen konsumiert hatte, denn bei klarem Verstand dürfte es kaum möglich sein, eine solch schwachsinnige und klischeehafte Handlung zu ersinnen.

  12. Gabriele Müller

    Zugegeben, der Film war schlecht, aber die Darstellung der tumben Ureinwohner war doch echt passend!