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Nicht abfließendes Oberflächenwasser…

Die hohe Niederschlagsrate im November hat es wieder einmal an den Tag gebracht: Ohne funktionierende Siele kann das Oberflächenwasser nicht aus den Marschflächen Amrums abgeführt werden.

Wasserstau mit gefährlich aufgeweichten Banketten

Wasserstau mit gefährlich aufgeweichten Banketten

Nach der Auflösung des Amrumer Sielverbandes im Jahre 2003 müssen die Maßnahmen und deren Planungen, zur Erhaltung der Ablaufgräben in Eigenverantwortlichkeit der Gemeinden durchgeführt werden. Wie Nebels Bürgermeister Bernd Dell-Missier auf einer Sitzung des Fachausschusses Amrum berichtete, warte er nur darauf, dass ein geeignetes Baggergerät, das über Kettenantrieb verfüge, ohnehin auf der Insel ist. Dann müssen wieder etliche Grabenmeter aufgearbeitet werden, so Dell-Missier.

Ein immer wieder offensichtlicher Schwachpunkt der Oberflächenentwässerung zeigt sich in Wittdün im Bereich des Fahrradweges und dem gegenüberliegenden Fußweg. Die nach stärkeren Regenschauern schnelle Pfützenbildung auf dem Gehweg und völlig aufgeweichte Banketten zeugen von einem schwammigen Untergrund und nicht ausreichend abfließenden Oberflächenwasser. Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus versprach für seinen Zuständigkeitsbereich, sich um die Angelegenheit zu kümmern.

Baggerarbeiten 2005

Baggerarbeiten 2005

Bereits im März 2005 wurde der Entwässerungsgraben entlang des Radfahrweges in Wittdün ausgebaggert. Zumindest der Teilbereich vom Ortseingang bis hin zur Einmündung zum Seezeichenhafen wurde insoweit von Modder und Bewuchs befreit, dass ein vorerst akzeptabler Ablauf des Oberflächenwassers erreicht wurde. Auf diese Ausbaggerung im ersten Abschnitt sollte schon bald der zweite Abschnitt entlang des Fahrradweges, bis hin zum Feuerwehrgerätehaus, folgen. Auf diese Maßnahme wartet man aber bis zum heutigen Tag vergebens. Wahrscheinlich geriet diese Maßnahme auch zu gern in Vergessenheit, befindet sich das verschlammte Siel doch eher unscheinbar fernab der Landesstraße hinter einer Baumreihe. Selbst auf die Nachfrage, zu Beginn des letzten Jahres, auf einer Sitzung des Fachausschuss Amrum gab es bisher keine Reaktion.
Ein klares Indiz für die desolate Entwässerung sind die Brackwasserhochstände, als auch die aufgeweichten Banketten entlang der Landesstraße, die selbst nach langen Trockenphasen nicht tragfähig waren und selbst Autos auf ihnen tiefe Spuren hinterließen. Von Schwerlastfahrzeugen ganz zu schweigen. Wie wenig Halt der Boden den großen Bäumen bietet, beweisen die im Sturm immer wieder umkippenden Bäume, die dann eine große Gefahr für Fußgänger und Radfahrer darstellen.
Bäume haben keinen Halt mehr...

Bäume haben keinen Halt mehr...

Nach Meinung von Experten wirkt sich die nicht funktionierende Oberflächenentwässerung direkt auf den Grundwasserspiegel aus. Bei einigen Häusern führte der hohe “Wasserstand” zu starken Durchfeuchtungen oder gar zum Eindringen von Grundwasser mit Gummistiefel-Zwang im Vorratskeller. Ein Lied von unter Wasser stehenden Flächen konnte der Betreiber des nahegelegene Zeltplatz I ebenfalls singen. Verstärkt wurden diese Probleme, wenn der Überlauf des “Wriakhörnsee”, der hinter der ersten Dünenkette zum Strand gelegen ist, nicht funktioniert und diesen Binnensee dann aufstauen lässt. Schätzungen gehen dabei von Schwankungen für den Grundwasserspiegel von bis zu einem halben Meter aus.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers.
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Durch Sparen entstehen oft in naher Zukunft erheblich höhere Kosten, wie hier in der Auflösung des Amrumer Sielverbandes.
    Jedoch eine Zusammenlegung der Bauhöfe der Gemeinden wäre eine sinnvolle Sparmöglichkeit um Gelder besser verwalten zu können.

  2. Franz- Josef Coenen

    man schafft etwas ab, was gut funktioniert hat. die ersatzmaßnahme ist unvollkommen und damit wirkungslos.
    man meint, geld gespart zu haben, schmeißt dieses ” gesparte geld ” in mehrfacher höhe durch behebung von schäden, die zu vermeiden waren, zum fenster raus.das ist politik, in berlin wie in den ländern und komunen, das system ist über all gleich.
    wer es bezahlt, sind wir.
    die logik hier : wir warten auf einen bagger, der dann auch unsere aufgaben erledigen soll > wir warten, bis wir ein geeignetes feuerlöschgerät zur verfügung haben, dann löschen wir auch das feuer.

  3. Was sich hier abspielt grenzt schon an eine Provinzposse, hervor gerufen durch eine völlig falsche Sparpolitik !

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