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Die schnellsten Tiere der Welt zu Gast auf Amrum…(st)

Die Fachwelt ist sich schnell einig, wenn es darum geht, das schnellste Tier der Welt zu nennen.falken Nicht berücksichtigt werden bestimmten Fliegenarten, die wohl besonders schnell springen können, bei denen aber genaue Messungen noch ausstehen. Dies ist kein Scherz. Wer Interesse hat, sollte seine Internetsuchmaschine fragen.
Also ohne diese „vielleicht-doch-schneller-Fliegen“ ist das schnellste Tier der im Sturzflug bis zu 380 km/h fliegende Wanderfalke. Diese enormen Geschwindigkeiten helfen dem Wanderfalken bei der Jagd auf seine Beute, die hauptsächlich aus fliegenden Vögeln besteht. Allerdings kann das Tempo auch ein Nachteil werden. Weicht die Beute durch ein schnelles Wendemanöver im letzten Augenblick aus, kann der Falke nicht mehr rechtzeitig reagieren und verpasst unter Umständen die Mahlzeit. So wurde beispielsweise in Schweden beobachtet, dass nur 7,5% der Jagdversuche erfolgreich waren.
Mindestens zwei dieser Weltrekordler halten sich gerade auf Amrum auf. Eine Beobachtung dieser relativ großen Falkenart ist sehr erfreulich, handelt es sich doch mit ca. 10.000-11.000 Brutpaaren in Europa um eine seltene Art. Zum Vergleich sei hier der europäische Bestand der Turmfalken von ca. 325.000-445.000 Brutpaaren genannt. Der Wanderfalke wurde erst in den 50er und 60er Jahren selten. In manchen Ländern galt er sogar als ausgestorben. Die Ornithologen standen vor einem Rätsel, weil es den Wanderfalken eigentlich gut ging. Dann wurde die Hauptursache für den dramatischen Einbruch des Bestandes (um 90%) gefunden. Es waren Pestizide wie das damals verwendete DDT, die durch die Nahrungskette vom Falken aufgenommen wurden und dazu führten, dass die Eierschalen des Geleges zu dünn wurden. So zerbrachen die gelegten Eier spätestens beim Bebrütungsversuch. Inzwischen gilt der Bestand der Wanderfalken wieder als stabil.
Das Foto entstand am Anleger in Wittdün. Der Poller auf dem Dalben entsprach wohl auf Amrum am ehesten dem bevorzugten Lebensraum des Wanderfalken, der Felsenküste oder dem Gebirge. Wo sonst findet er eine steil abfallende Wand mit freier Sicht um sich herum. Dann wundert es einen auch nicht, wenn weitere Beobachtungen vom Leuchtturm gemeldet werden.
Beim Wanderfalken sind übrigens die Männchen klein und schmächtig und die Weibchen deutlich größer. So gehe ich davon aus, dass auf dem Foto sie oben auf dem Poller sitzt und er zu ihren Füßen sitzen darf.
Sven Sturm für Amrum-News
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Petra Berkemeier

    wie schön, da hab ich also doch richtig gesehen. Hab vor ein paar Tagen einen der Falken aus meinem Fenster beobachten können. Ich hatte mich erst gewundert, denn aufgefallen ist er mir, als er offenbar Beute ausgemacht hatte und in der Luft zum “stehen” kam um dann urplötzlich nach unten zu “schießen”.
    Das war auch an der Südspitze und ein doch eher ungewöhnlicher Anblick. Für kurze Zeit verweilte der Falke dann auch auf einem Balkon in dem Haus, das auch das Restaurant “Steuerrad” beherbergt. Die im Artikel gezeigten Bilder sind wirklich sehr gelungen. Super !!!

  2. Matthias Dombrowski

    Auch ich habe vor ein paar Tagen einen riesigen Vogel gesehen, war mir auch nicht so sicher, was das für ein Tier ist.
    Jetzt weiß ich Bescheid. Interessanter Artikel, sehr schönes Foto.
    Danke.

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