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Erfolgreiche Kegelrobbensaison…(kt)

Die 41 neugeborenen Kegelrobben auf dem Jungnamensand sorgen in diesem Jahr für einen neuen Höchststand der im Winter zur Welt kommenden Raubtiere.kegelrobben1 Auf der Sandbank westlich der Insel Amrum gelegen konnten vom Zollkreuzer “Kniepsand” aus schon Mitte November die ersten Jungtiere gesichtet werden. Der Jungnamensand ist neben der Helgoländer Düne das einzige Aufzuchtgebiet der Kegelrobben, die ihre Jungen in den Wintermonaten zur Welt bringen. In stürmischen Wintern kommen die Tiere häufig an den Amrumer Kniepsand, vorwiegend an die Nordspitze, wo sie von ihren Müttern, in den ersten Wochen bevor sie selbst jagen können, versorgt werden.
In diesem Jahr wurden auf Grund der ruhigen Wetterlage und fehlenden Herbststürme nur zwei Kegelrobben am Amrumer Strand gesehen. Von den insgesamt 120 geborenen Jungtieren an der Schleswig-Holsteinischen Küste kamen auf der Helgoländer Düne 80 Kegelrobben zur Welt. Der Öömrang Ferian mit seinen Teilnehmern des Freiwilligen Ökologischen Jahres, FÖJ, leistet mit seiner Arbeit einen wichtigen Beitrag im Artenschutzprojekt Kegelrobbe des Nationalparks Wattenmeer. Tägliche Kontrollgänge und stundenlanges Umleiten “schaulustiger” Besucher sind nur einige der Aufgaben der FÖJ Kollegen im Naturzentrum. Beobachten, markieren, zählen und aufklärungen sind weitere Aufgabenbereiche, der engagierten jungen Freiwilligen.

Anneke Floß, FÖJ, beim Markieren einer Kegelrobbe

Anneke Floß, FÖJ, beim Markieren einer Kegelrobbe

Trotz der Kürzungen der Zuschüsse zum FÖJ durch das Land hofft der Öömrang Ferian die Arbeit im jetzigen Rahmen erhalten zu können. Seit 2007 werden junge Kegelrobben von den Seehundsjägern mit Flossenmarken versehen, um ihre Wanderung und Lebensumstände besser erforschen zu können. Anhand dieser Markierung konnte im letzten Jahr eine Kegelrobbe , die auf Amrum im Winter 2007 markiert wurde im Sommer 2009 beim Baden vor der Helgoländer Düne fotografiert werden.

Die vor Amrum markierte Kegelrobbe beim Baden vor der Helgoländer Düne

Die vor Amrum markierte Kegelrobbe beim Baden vor der Helgoländer Düne

Armin Jeß, Leiter des Carl Zeiss Naturzentrum Amrum freut sich über diese fotografisch belegte Beobachtung: “Endlich können wir die zahlreichen “Amrumer” Kegelrobben auf Helgoland auch belegen, bisher waren die Meldungen oft als Spekulation abgetan worden. Besonders erfreulich finde ich die gute Zusammenarbeit der Seehundsjäger mit lokalen Naturschutzverbänden, die in so kurzer Zeit zu einem ersten sichtbaren Ergebnis geführt hat.” Das bisherige Maximum an 30 Geburten im Jahr 2004-5 konnte in diesem Jahr um einiges übertroffen werden und so ist der Bestand des größten frei lebenden Raubtieres Deutschlands weiter gesichert. Als niedliche weiße Stofftiere in Souvenierläden beliebt, bringt das ausgewachsene Tier es auf bis zu 300 kg. Auch die kleinen plüschigen Kegelrobbenjungen sollten nicht angefasst werden und mit gebührend Abstand passiert werden. Das Carl Zeiss Naturzentrum unter der Tel: 1635 nimmt gerne Beobachtungen entgegen und hilft bei Fragen weiter.
Verantwortlich für diesen Artikel: Kinka Tadsen
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015