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Abwicklung der alten Amrum Touristik Wittdün und Nordseehalle…(to)

Wie Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus unter anderem auf der diesjährigen Einwohnerversammlung erläuterte, möchte man seitens der Gemeindevertretung den Bereich in der Mittelstraße 34, der die ehemalige Amrum Touristik Wittdün und die Wittdüner Veranstaltungshalle „Nordseehalle“ umfasst, bald möglichst veräußern.

Ehemalige Kurverwaltung

Ehemalige Kurverwaltung

Seit dem 1. Juni 2007 ist bereits die Amrum Touristik Wittdün in der Mittelstraße geschlossen. Lediglich die Außentoiletten, der Wohnbereich im Dachgeschoss, der Sitzungsraum sowie der Kinderprogrammbereich im ehemaligen Lesezimmer werden in ihrer Nutzung aufrechterhalten und genutzt. Dies bedeutet allerdings, dass das Gebäude weiterhin beheizt wird und auch anfallende Reparaturen durchgeführt werden müssen. Der politische Endschluss das marode Gebäude der ATW zu schließen, konnte somit nur teilweise umgesetzt werden.

Wie Jungclaus bedauerte, stehe seit einigen Jahren auch die Umsetzung der Baupläne für das Strandservicegebäude an der Wandelbahn in der Wartespur, ohne jedoch verwirklicht werden zu können. Das derzeitige Gebäude ist in einem desolaten Zustand und steht in der Prioritätenliste des Infrastrukturentwicklungskonzeptes an erster Stelle für die Gemeinde Wittdün. In dem neuen Gebäude in bester Strandlage werden sich neben der dem Strand zuzuordnenden Infrastruktur auch ein Veranstaltungsraum für rund 100 Personen, ein Lesezimmer und die Räume der Schutzstation Wattenmeer  befinden. Bei der Neugestaltung der Wandelbahn und dem Neubau der Treppenniedergänge wurde dem größeren Grundriss des neuen Gebäudes Rechnung getragen. Die direkt am Gebäude gelegene Treppe wurde an einem entsprechend weit genug entfernten Standort durch den Treppenneubau ersetzt.
„In der gesamtinsularen Konzeption der touristischen Infrastruktur brauchen wir in Wittdün keine Großveranstaltungshalle mehr vorhalten“, so Jungclaus. Seitens der Besucher der Einwohnerversammlung im März wurde diese Auffassung des Gemeindegremiums nicht ohne Einwand geteilt. Die Angst um den Veranstaltungsort in der Mittelstraße und die damit nicht mehr anzubietenden Veranstaltungen waren schon deutlich zu spüren. Georg Quedens wetterte gar: „Wie viele baulichen Dummheiten sollen hier in Wittdün noch geschehen. Man kann doch nicht solch einen Veranstaltungsort aufgeben“.

Marode Nordseehalle

Marode Nordseehalle

Aber auch Quedens musste eingestehen, dass die derzeit üblichen Besucherzahlen seiner vielfältigen Veranstaltungen nicht über die Kapazität des neuen Veranstaltungsraumes hinaus gehen würden. Die besondere Atmosphäre an der Wandelbahn sorgte bereits bei vielen Open Air Veranstaltungen für entsprechenden Zulauf an Besuchern. Hierbei wurde deutlich, dass die Kritik einiger Bewohner oberhalb der Wandelbahn, die Veranstaltungen würden ihre Ruhe stören, von anderen Bewohnern nicht getragen wurden und diese das egoistische Verhalten dieser Kritiker zugunsten ihrer eigenen Interessen beschämend empfanden. Die große Freude der vielen Besucher solch zählbarer Musikveranstaltungen, die Sommerabende am Strand mit Musik zu verbringen, müsse doch über den eigenen Interessen einiger Weniger stehen.

„Es wäre unverantwortlich gegenüber der kommenden Generation, wenn man sich seitens der Gemeinde auf dem Grundstück in der Mittelstraße mit einem Neubau profilieren wollte. Von den großen Problemen, die es immer wieder mit den umliegenden Nachbarn bei größeren Veranstaltungen gegeben hat, mal ganz abgesehen“, so der Bürgermeister. Die Baulücke soll nach der Planung durch Wohnungsbauten geschlossen werden.

Nicht mehr zeitgemäß... das Strandservicegebäude

Nicht mehr zeitgemäß... das Strandservicegebäude

Die ganz große Hoffnung besteht darin, dass der Erlös durch den Verkauf des Grundstückes für die Kofinanzierung des Strandservicegebäudes verwendet werden darf und nicht in den Verlustausgleich der Gemeinde fließen muss. Die Gemeinde Wittdün ist schon seit Jahren Bedarfszuweisungsempfänger von Landesmitteln.

Verantwortlich für den Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Nun in den Jahren von 1951bis 1955 war das meine Schule und in jedem danach Urlaub im Haus Else quasi nebenan sehe ich den Verfall, zuletzt 2009 fortschreiten.
    Nordsee Mordsee ist nunmal kein Renner mehr und Quedens gegenüber an der Wandelbahn endlich modern und passend ersetzt worden.
    Und wenn ich schon dabei bin, Bodi Fisch`s Bude neben der ehemaligen Post sollte wirklich an der Nordseite den neuen Wegen angepasst werden und das Gerümpel ums Haus verschwinden. Ich weiß, in Wittdün ist immer Ebbe in der Kasse – aber vielleicht kann man den Erben etwas helfen, so wie bei der Umgestaltung des alten Kurhausgeländes geschehen mit den dortigen “Insulanern”.

    Also dann, machts gut und bis demnächst auf meiner Insel.
    Herzliche Grüße Ludwig Beumer

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