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Fürs Erste muss eine Notlösung her…(to)

Der offizielle Auslieferungstermin des neuen Flaggschiffes MS „UTHLANDE“ der Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH rückt immer näher.

Gut im Zeitplan...

Gut im Zeitplan...

Ende Mai ist die Übergabe des Fährschiffes, das am 24. Februar auf der Sietas-Werft in Hamburg auf Kiel gelegt wurde, avisiert. Bereits 1972 baute die Werft in Hamburg-Neuenfelde den Rumpf für das Fährschiff MS „Schleswig-Holstein“, das dann bei der Husumer Schiffswerft vom Stapel lief und bis 1987 im Dienst der WDR fuhr. Mit der Indienststellung der neuen, echten Doppelend-Fähre werden die beiden Fährschiffe MS „Uthlande“ Baujahr 1980 und MS „Insel Amrum“ Baujahr 1970 außer Dienst gestellt und verkauft.

Für die Föhr-Amrum-Linie bedeutet der Neubau eine konsequente Umsetzung eines neuen Be- und Entladeverkehrs in den Häfen Dagebüll, Wyk und Wittdün. Wie der Geschäftsführer der Reederei, Axel Meynköhn, erklärte, werden die Fußgänger die Salons und Decks über einen eigenen Seiteneinstieg erreichen. „Dadurch werden erstmalig in der Föhr-Amrum-Linie Fahrzeug- und Fußgängerverkehr getrennt. Das trägt zur sichereren,kreuzungsfreien und zügigeren Be- und Entladung bei“, so Meynköhn.

Die neue Fähre zieht eine Gesamtinvestition in Höhe von 9-10 Mio. Euro in den drei Häfen nach sich. Für diese Summe sollte eigentlich bis zur Indienststellung der neuen „UTHLANDE“ die Infrastruktur für den Seiteneinstieg geschaffen werden. Wie nun unschwer zu erkennen ist, sind bisher noch nicht einmal die Bauarbeiten für eines der drei Portale begonnen worden.

Vorrichtung für den Seiteneinstieg... Bau nicht einmal begonnen

Vorrichtung für den Seiteneinstieg... Bau nicht einmal begonnen

Wie Norbert Gades, Geschäftsführer der Hafengesellschaft Dagebüll und Vorstandsmitglied der Versorgungsbetriebe Amrum A.ö.R., auf Anfrage erklärte, resultiere die Verspätung bei der Umsetzung der beschlossenen Baumaßnahmen grundlegend aus der vorgezogenen Landtagswahl in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr. „Die Maßnahmen zur Erstellung der drei Seiteneinstiege haben einen Förderstatus, dessen Anträge, nach der politischen Willenserklärung der kommunalen Entscheidungsgremien auf den Inseln, bei der Landesregierung eingereicht wurden, blieben aufgrund des Regierungswechsels vorerst unbearbeitet. Ohne eine feste Zusage aus Kiel konnten wir aber nicht mit den Arbeiten beginnen. Das hätte gegen die Förderrichtlinien verstoßen. Die drei einzelnen Projekte wurden per Kooperationsvertrag unter die Federführung von Ulrich Koch von den Hafenbetrieben Wyk gestellt, um so einen gemeinsamen Auftritt für weitere Verhandlungen in Kiel zu haben“, erklärt Gades.
Bei solch einem Projekt mit einem Bauvolumen von rund 10 Mio. € ist eine europaweite Ausschreibung, mit entsprechenden Submissions- und Zuschlagsfristen, vorgeschrieben. Durch die Zusammenfassung der drei einzelnen Projekte in eine Ausschreibung ist allein bei der gemeinsamen Baustelleneinrichtung ein hohes Einsparpotenzial zu erwarten. „Mittlerweile wurde vom Wirtschaftsministerium des Landes eine Zusage erteilt, die uns trotz eines noch nicht eingegangen Förderbescheids einen vorzeitigen Baubeginn ermöglicht. Dieser Baubeginn ist derzeit für den 01. Juni terminiert.
Kofferregale... demnächst als Übergangslösung auf dem Autodeck

Kofferregale... demnächst als Übergangslösung auf dem Autodeck

„Die Situation ist für die Reederei natürlich nicht besonders erfreulich“, erklärt Axel Meynköhn. „Erst mit der Fertigstellung der Seiteneinstiegsportale kann das neue Beförderungskonzept der Doppelend-Fähre, das mit einem hohen Maß an Komfortzugewinn für unsere Fahrgäste einhergeht, seine Vorzüge unter Beweis stellen. Zur Indienststellung des Neubaues MS „Uthlande“ wird es eine Übergansnotlösung geben. Diese zielt darauf ab, dass zulasten der Fahrzeugtransportkapazität auf dem Autodeck des Fährschiffes eine vorübergehende wettergeschützte Kofferablage geschaffen wird. Die Be- und Entladung von Fahrgästen und Kraftfahrzeugen muss solange wie bisher üblich über die Treppenhäuser und das Autodeck erfolgen. Wir hoffen natürlich auch im Interesse unsere Fahrgäste, dass die Voraussetzungen an Land schnellstmöglich fertiggestellt werden“, so der Geschäftsführer.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

7 Kommentare

  1. Petra Berkemeier

    Auch auf die Gefahr hin, dass man mir wieder eine Antipathie gegenüber der WDR unterstellt, melde ich mich zu obigem Artikel mal wieder zu Wort.
    AArrrrggghhhh…. – es ist doch nicht wahr oder ?
    Nun sollen wir unsere neue und so sehr als das “non plus ultra” des modernen Schiffverkehrs beworbene Fähre bald bekommen. Tja, nur fehlen eben die, für den “hohen Komfortzugewinn” der Fahrgäste erforderlichen Seiteneinstiege in allen drei Anlegehäfen. Super wie man da offensichtlich geplant hat.
    Das Argument der vorgezogenen Landtagswahl und der damit zusammenhängenden Verzögerungen bei der Fördermittelbewilligung, okay mag sein, aber ich persönlich gehe auch immer davon aus, solange mir kein schriftlicher verbindlicher Vertrag vorliegt, sollte ich lieber noch nicht planen.
    Hier wurde wohl der dritte bereits vor dem ersten Schritt gemacht, was zur Folge hat das man nun mit “Notlösungen” planen muss. Da werden dann lieber behelfsmäßige Kofferlagerplätze auf dem Autodeck installiert, was sicherlich eine nicht geplante Sonderausgabe ist, zu Lasten der Stellplätze auf dem Autodeck, was somit gerade in der Hochsaison auch einen finanziellen Verlust darstellen könnte.
    Wie ich schon in einem früheren Kommentar schrieb, erschließt sich mir die ganze Notwendigkeit sowieso nicht. Sind in Zeiten doch leerer Kassen solch hohen Investitionen, man liest von 10 Mio. Euro, überhaupt nötig und gibt es kein Entscheidungsgremium was die ganze Sache eben so, wie sicherlich nicht nur ich, für weit überdimensioniert hält ?Man denke 10 Mio. dafür, das man vielleicht drei Minuten früher von Bord kommt. Der Komfortgewinn für den Passagier ist doch wirklich “lachhaft” im Vergleich zu dem was jetzt erstmal bevorsteht.
    Hat mal jemand von den Verantwortlichen dran gedacht was ein Baubeginn der Terminals mitten im Sommer an “Komfortverlust” für unsere Gäste bedeutet ? In allen drei Häfen “Großbaustellen” mit dem dazugehörigen Chaos. Da ist doch schon die Anreise eher stressig als komfortabel. Wahrscheinlich werden viele Gäste das auch eher negativ “abspeichern” und wohl kaum drüber nachdenken, das es ja letztlich einem “guten Zweck” dienen soll.
    Für mich zeugt die Planung, Umsetzung und Entwicklung ein weiteres mal von Unfähigkeit sich am tatsächlichen Bedarf zu orientieren und eher davon das man hier ein Prestigeobjekt schaffen will – koste es was es wolle.
    Ich schrieb es ja bereits in einem früheren Kommentar zum Thema: In Kiel oder Travemünde mögen derartige “Gangways” angebracht sein, aber hier bei uns – nee, ich denke nicht.
    Ging doch bisher alles wunderbar…wie oft spaziert man denn auch als Fußgänger als erster von Bord, hab ich gerade gestern erst wieder auf Föhr getan.Ich hab auch schon mal überlegt ob nicht eine Art “Trennwand” auf dem Autodeck eine viel effektievere und kostengünstigere Alternative gewesen wäre. So, das auf der einen breiteren Seite Auto von Bord fahren können und auf der anderen Seite eben die Fußgänger.
    Wahrscheinlich wäre das aber viel zu simpel und von daher gar keine Überlegung wert.
    Na mal sehen – wie sich das ganze entwickelt – ich bin da sehr gespannt.
    Hey und nochmal der Hinweis: Ich hege keinerlei “Groll” gegen die WDR, aber angesichts gewisser Themen muss ich zwischendurch auch immer mal wieder was loswerden – sonst bekomme ich Bauchweh 😉
    Trotzdem Congratulations zur neuen Faehre
    Petra Berkemeier

  2. Peter Henningsen

    Also dass man den Neubau gerade jetzt bestellt hat, ist verständlich. Die Besucherzahlen werden immer mehr (wenn man mal bedenkt, wieviele Touristen vor 10 Jahren auf die Insel kamen… da sind es doch heute schon einige mehr), und durch die Wirtschaftskrise sind Werften so in Existenznöte gekommen, dass ein Neubau jetzt ziemlich billig war.
    Ich verstehe nur nicht, wieso man dafür die Insel Amrum ausrangiert. Sie ist zwar alt, leistet aber gerade im Sommer wunderbare Arbeit, wenn sie sozusagen im Shuttle-Verkehr fährt.
    Und sie ist es auch, die nachts um 9 Uhr noch die letzten PKWs auf die Insel bringt. Und jetzt soll dann eine normale, große Fähre fahren? Sehr umwelt- und energiebewusst ist das nu nicht gerade.
    Und wenn die Verantwortlichen denn immer noch so argumentieren, die neue Fähre habe ja schließlich viel mehr Platz etc. Ja, stellt man die denn nicht zur Buchung zur Verfügung?

    Und noch was:
    Wie ist es denn mit den drei Fähren, die bleiben? NORDFRIESLAND und RUNGHOLT haben Seitenausstiege (aber auch nur hinten) und die SCHLESWIG-HOLSTEIN hat keinen einzigen.
    N und R bräuchten also noch vorne zwei (Back- un Steuerbord – falls sie mit dem Heck anlegen) und die S-H insgesamt 4.
    Und nu sind alle aus der Werft zurück, aber an keiner wurden auch nur Vorrichtungen zum Seitenausstieg gebaut.

    Bin gespannt, wie das wird.

  3. Peter Henningsen

    Ich muss mich nochmal zu Wort melden:

    Zitat von Petra Berkemeier:
    “Ich hab auch schon mal überlegt ob nicht eine Art “Trennwand” auf dem Autodeck eine viel effektievere und kostengünstigere Alternative gewesen wäre. So, das auf der einen breiteren Seite Auto von Bord fahren können und auf der anderen Seite eben die Fußgänger.”

    Genau diese Überlegung habe ich auch schon gemacht. Und so ist es ja auch tatsächlich. Die Fährrampen sind an beiden Seiten bereits leicht höher als in der Mitte.
    Würde man jetzt nur eine Seite für die Fußgänger lassen, also einen breiteren Gehweg schaffen (der auf der gegenüberliegenden Seite fällt weg – ist dann für PKW) und beides mit einem Zaun abtrennen (so ist es bei einigen anderen Reedereien), könnte beides gleichzeitig ablaufen.

    Soweit meine Meinung.

  4. Der Zaun auf der Rampe wäre in meinen Augen sehr unfallträchtig. Bei etwas breiteren Autos und den vielen ungeübten Fahrern würde es durch den Tunnelblick böfters als einem lieb ist zum Verhaken oder Kollision mit dem Zaun kommen und der schmale Gang für Fußgänger würde gerade für einen einzigen reichen. Wenn dann einer schleicht oder Panik ob der Enge bekommt, wird es kritisch.
    Nein, nein, einfach diesen Sommer abwarten und dann paßt das schon mit dem neuen Einstieg…

  5. was auch noch Interesant werden könnte,
    wieviel halten die Voith-Schneider Propeller aus,
    etwa bei Grundberührung wegen Ostwind,
    oder bei Eisgang, wo schon die Normalen Propeller
    das Zeitliche segnen.

    Und wenn die neuen Einstiegsbrücken fertig sind,
    an Land stehen einige Hundert die einsteigen wollen,
    an Bord ebensoviele die Aussteigen wollen,
    und keine Fahrspur die beide Gruppen aneinander vorbei führt.
    Wird sicher wieder Interesant zuzuschauen wie das praktisch
    nicht klapp was teoretisch so leicht klappen sollte.
    Und wehe es steht jemand vorne an, der auf jemanden weiter hinten warten will oder muß (Kinder / Alte Leute)

  6. Erst aussteigen und dann einsteigen, das wird wie vorher sein. Das mit den Wartenden könnte in der Tat ein Problem werden…

  7. Peter Henningsen

    Wrixum, 16.4.10

    Also, wir sind alle gespannt…

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