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Rettungswagen fungierte als „Kreissaal“ …(to)

Stolz präsentieren die Rettungsassistenten Wolfgang Schulte und Andreas Zawieja –

Keno Behrens

Keno Behrens

, den jüngsten Erdenbürger, der auf der Insel Amrum das Licht der Welt erblickte und dabei von ihnen im Rettungswagen assistierende Geburtshilfe erhielt.

Als die Hebamme der Insel, Antje Hinrichsen, den Rettungsdienst des Kreises Nordfriesland am Abend alarmierte, um die werdende Mutter Nicole Behrens zur bevorstehenden Geburt in den Kreissaal des Kreiskrankenhauses auf der Nachbarinsel Föhr bringen zu lassen, ahnte sie noch nicht, dass sie die Insel gar nicht erst per Seenotrettungskreuzer verlassen würde. Als die Wehen nach einem wohligen Bad gegen 20.00 Uhr deutlich spürbar wurden, war den Eltern Nicole und Jan Behrens klar, dass der Stichtag 14. Juni für den zweiten Nachwuchs nicht gehalten wird. Fluchs wurden die letzten Vorbereitungen getroffen und Nora, die vierjährige Schwester, zu ihrem Opa gebracht.
Im RTW ging die Fahrt zum nahegelegenen Seezeichenhafen Wittdün, wo die Mannschaft des Seenotrettungskreuzers „Vormann Leiss“ der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger bereits die Maschinen angeschmissen hatten, um die Hochschwangere auf die Nachbarinsel Föhr zu bringen. „Als wir um 21.40 Uhr an der Pier des Kreuzers stoppten, zeichnete sich ab, dass dieses Kind mit Macht auf Amrum geboren werden wollte“, schmunzelten die beiden Rettungsassistenten beim Fototermin.

Gruppenbild mit Keno...

Gruppenbild mit Keno...

Kurzerhand verwandelte sich der hochmodern ausgestattete RTW in einen Minnikreissaal und ganze neun Minuten später krähte der kleine waschechte Amrumer das erste Mal in neuer Umgebung. „Mit 3400 g Geburtsgewicht und einer Größe von 52 cm hatte Keno prächtige Abmaße“, erklärt Hebamme Antje Hinrichsen. Nach der letzten Hausgeburt im Februar 2006 ist der kleine Bursche für die seit 1997 auf Amrum tätige Hebamme die 224. Geburt, von denen nunmehr 51 Entbindungen direkt auf der Insel vonstatten gingen. Der Geburtsort Seezeichenhafen, im Rettungsfahrzeug, dass den Namen „Beachmachine III“ trägt, bleibt sicherlich ein sehr exclusiver Eintrag in der Geburtsurkunde.

„Für uns war dies ein schöner Einsatz und eine Geburt im RTW feierte nach ersten Informationen zumindest im Kreis Nordfriesland seine Premiere. Da die Mutter nicht im Krankenhaus angekommen ist, gilt dieser Einsatz für die Buchhaltung als Fehlfahrt“, erklärt Andreas Zawieja.
Die junge Mutter, die aus Neu-Brandenburg in Mecklenburg-Vorpommern stammt, ist bereits wieder fit und die Schmerzen der Geburt in den Hintergrund getreten. Ein kleiner Spaziergang mit der nun erweiterten Familie ist auch schon drin.
Verantwortlich für diesen Artikel Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Dieser Beitrag gefällt mir sehr,schon deshalb, weil ich die Uroma bin,in Mecklenburg-Vorpommern wohne und hierdurch meinen Urenkel, meine Enkelin – die große Schwester Nora und den Papa Jan sehen kann. Ich bin stolz auf diese kleine Familie auf Amrum.

  2. Das liest sich ja alles ganz reizend und könnte eine Vorlage für einen Dokumentarfilm über die ärtzliche Versorung auf Amrum sein. Der jungen Familie senden wir aus dem Schwarzwald herzliche Glückwünsche. Ich weiß sehr wohl, was es heißt, wenn die Wehen immer stärker werden und die Kleine an der Bahnschranke im Krankenwagen zur Welt kommen muss…

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