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Die Taufe ist vollzogen und der Alltag steht bevor…(to)

Dicht gedrängt standen mehrere tausend Insulaner der Inseln Föhr und Amrum, sowie unzählige Gäste im Wyker Binnenhafen, um dem Taufzeremoniell des neuen Flaggschiffes -MS „Uthlande“ – der Wyker Dampfschiffs-Reederei beizuwohnen.

Geschafft...

Geschafft...

Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft und dem öffentlichen Leben, zu denen auch der Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein, Peter Harry Carstensen mit Gemahlin gehörte, erwiesen dem Festakt die Ehre.

Es war bis zur Taufe das sprichwörtlich bestgehütete Geheimnis der Region. Noch auf der Zubringerfahrt von Amrum nach Föhr spekulierten die geladenen Gäste, wem die Ehre zu Teil werden würde und selbst die gern zitierten Insiderkreise ließen nichts durchsickern. Erst als der WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn zusammen mit Kapitän Christ Tholund und Sonja Barnert die Empore im Binnenhafen bestieg war klar, wer diese in der Schifffahrt so wichtige Rolle übernehmen würde.

Ministerpräsident Carstensen mit Gemahlin und Michael Behrendt Vorsitzender des Verband Deutscher Reeder bei der Taufe

Ministerpräsident Carstensen mit Gemahlin und Michael Behrendt Vorsitzender des Verband Deutscher Reeder bei der Taufe

„Hier zu stehen, ist für mich eine große Ehre, aber ich bin unheimlich aufgeregt“, gestand die Angetraute des WDR-Aufsichtsratsvorsitzenden Jens Uwe Barnert. Für alle gut zu hören schallte der Taufspruch durch den Wyker Hafen und schloss standesgemäß mit den Worten „…und wünsche Dir und Deiner Besatzung allzeit gute Fahrt.“ Die Taufpatin ergriff die an einem Seil befestigte Champagner-Flasche und schwang sie vehement gegen die Bordwand. Als wenn die Luft plötzlich elektrisiert war, ging ein ungläubiges Raunen durch die Menschenmenge. Die Flasche blieb zum Schreck der Anwesenden unversehrt.

Die Taufpatin hatte den Schreck schnell überwunden und ergriff die Flasche, nun am Arm durch den Geschäftsführer Axel Meynköhn gesichert. Mit aller Wucht beschleunigte sie erneut die Flasche, die diesmal ihren Inhalt an der Bordwand entließ. Unter dem Gejohle und Beifall der Zuschauer riss sie jubelnd die Arme hoch und auch Axel Meynköhn zeigte seiner Begeisterung freien Lauf. Mit drei lauten Signaltönen wurde seitens „Uthlande“ die Taufe besiegelt.

Mediensicher... Altkapitän August Jakobs...

Mediensicher... Altkapitän August Jakobs...

Für den Altkapitän August Jakobs war der Fall klar. Die Taufpatin traf keine Schuld und ein schlechtes Omen sah er in dem missglückten Versuch auch nicht. „Durch die Reden vor der Taufe war die Uthlande durch die auflaufende Flut zu weit angehoben worden, sodass Sonja Barnert sich förmlich nach der Flasche recken musste und so kaum den nötigen Schwung aufbauen konnte“.

Vor dem Taufakt hatte zunächst der Geschäftsführer der Hamburger Sietas-Werft, Rüdiger Fuchs, das Wort ergriffen und den Anwesenden gegenüber erklärt, dass der WDR-Auftrag im April 2009 für seine Werft, aber auch für den deutschen Schiffbau, von großer Bedeutung war. „Es war der erste Auftrag nach dem Ausbruch der Krise“. Für die Neuenfelder Werft war dieser Schiffstyp eine Neuausrichtung zu den bisher gebauten Frachtschiffen.

Männer auf der Brücke... Ministerpräsident Carstensen und Axel Meynköhn

Männer auf der Brücke... Ministerpräsident Carstensen und Axel Meynköhn

Axel Meynköhn gab einen Abriss der schon seit vielen Jahren in den Reihen der Insel-Reederei diskutierten Bauform der Neubeschaffung eines Fährschiffes. Klassisch wie bisher oder doch ganz anders. Mit dieser echten Doppelendfähre beginnt nach der Fertigstellung der Infrastruktur, sprich der Seiteneinstiege, in den Häfen ein neues Zeitalter bei der Be- und Entladung. Ab Mitte des kommenden Jahres werden dann die Fußgänger und Fahrzeuge ihre eigenen Wege an Bord gehen beziehungsweise fahren. Für die Bereitschaft seitens der kommunalen Hafenbetreiber, ihrerseits die benötigten Seiteneinstiegsportale zu bauen und damit für die drei Häfen zusammen auch noch rund 10 Millionen Euro zu investieren, dankte Meynköhn herzlich. Nach fünfzehn Jahren ohne einen Schiffsneubau ist die „Uthlande“ ein überaus wichtiges Zeichen für die gesamte Belegschaft und das Unternehmen. Aber auch der gesamte Westküstentourismus profitiere von der begonnenen Erneuerung der WDR-Flotte und dem dadurch einhergehenden Komfortgewinn. Seinen herzlichen Dank sprach er allen am Gelingen des Neubaus Beteiligten aus. „Von der der Sietas-Werft haben wir ein besseres Schiff bekommen, als wir bestellt haben. Trotz der höheren Zuladung werden selbst bei voller Beladung nicht über 1,75 Meter Tiefgang erreicht“, schwärmte der Schifffahrtskaufmann.

Mit der Aufnahme des Liniendienstes am morgigen Dienstag wird die in die Jahre geklommene und zuletzt häufig gescholtene alte „Uthlande“ in den Ruhestand geschickt. Nur für den Fall, dass eine andere Fähre ausfalle, bleibt das 1980 gebaute Schiff noch bis September im Wyker Hafen in Stand by. Käufer sind bereits herzlich willkommen.

Eindrucksvoll...

Eindrucksvoll...

Bei der gestrigen Gästefahrt mit den Anteilseignern der Reederei zeigten sich die befragten Mitreisenden überaus überzeugt von dem neuen Schiff. Die gute Manövrierfähigkeit demonstrierte Kapitän Christ Tholund bei dem mehrfachen Drehen auf dem „Teller“ eindrucksvoll. „Das Konzept und die Ausführung haben mich überzeugt und ich hoffe, dass die Reederei mit einem weiteren Neubau dieser Art, den zukunftsorientierten Weg weiter beschreiten kann“, erklärte ein Amrumer Anteilseigner nach der Fahrt.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. D. u. I. Scherrer

    Als alte Amrum-Fans wünschen wir dem “neuen Kind” viel Freude an den Gästen und allzeit gute Fahrt. Vielleicht haben wir das Glück und dürfen am 1.8. mit der “Uthlande” von Dagebüll zu unserem geliebten Amrum fahren.
    Tschüß bis dahin !
    Dieter und Ilse Scherrer aus Hamburg

  2. ich komme am 15. 07. 2010 mit meiner Familie mit der 15 Uhr Fähre nach Amrum. Wir würden uns freuen, wenn uns die neue Uthlande bringen würde. Das Schiff sieht super aus.

    Gruß Olaf

  3. tja… da haben sich wohl einige leider zu früh gefreut.
    schon jetzt hat die Fähre schöne Namen im Volksmund weg.
    “Schraubenschleuder”
    und “MS Plastik”
    sagen nur einiges über das unglaublich negative Feedback vieler Fahrgäste über dieses Schiff aus.
    nach so viel Hohn und Spott wollen wir hoffen, dass der schicke, teure nächste Neubau vieles an Verbesserungen bringen wird.
    und nicht nur die von Herrn Meynköhn erwünschte Einsparung von einem Schiff der Flotte samt Personal!

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