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Landwirtschaftlicher Betrieb reduziert Umweltbelastung…(to)

Sichtlich zufrieden zeigten sich Birgit und Irk Martinen bei der feierlichen Übergabe ihrer Solarstromanlage auf dem Dach ihrer neuen Maschinenhalle.

Birgit und Irk Martinen freuen sich mit Oliver Herzog(hinten) über die Fertigstellung

Birgit und Irk Martinen freuen sich mit Oliver Herzog(hinten) über die Fertigstellung

Sie hatten sich entschieden, zu der Investition ihres sogenannten fünften Bauabschnittes, eine Erweiterung der Stallungen in der Süddorfer Feldmark, mit einer 510 m² großen Photovoltaikanlage eine weitere große Investition zu wagen.

„Ich hatte schon vor längerer Zeit einen Bericht über die Gewinnung von Solarstrom gelesen und einer unserer Geschäftspartner hatte mir von seiner Anlage auf dem Festland berichtet. Unser Interesse war generell geweckt, führte aber noch nicht zu einer Umsetzung im eigenen Betrieb“, erklärt Landwirt Irk Martinen.
Mit dem Besuch von Oliver Herzog von der Firma Solarenergie Süd, dieser hatte seine in der Kinderfachklinik Satteldüne kurende Familie besucht, wendete sich dann das Blatt. „Ich habe mir bei meinen Spaziergängen die Hallenstandorte der Insel genauer angeschaut und ihre Eignung für eine Solarstromanlage geprüft. Bei den Gesprächen mit den verschiedenen Besitzern zeigten sich die Martinens sehr interessiert an einer Photovoltaikanlage und das Ergebnis unserer Verhandlungen kann man nun auf dem Dach betrachten“, berichtet Oliver Herzog.
„Für uns war diese Investition eine weitere Sicherung der langfristigen Existenz unseres landwirtschaftlichen Betriebes und somit eine Investition in Zukunft unseres Sohnes Oke, der, so wie es derzeit aussieht, in die Fußstapfen treten und den Betrieb weiter führen will. Vor dem Hintergrund der derzeitig zu erwirtschaftenden Erträge für die Einspeisung des aus Sonnenenergie gewonnenen Stroms handelt sich hierbei um eine langfristige Kalkulation, die auf rund 20 Jahre zu betrachten ist“, erklärt Birgit Martinen. „Nach unserer im heimischen Bereich eingesetzten Holzpelletheizung, ist unsere neue Initiative ein weiterer ökologischer Beitrag“, fügt Irk Martinen hinzu.

Montage auf der Stallung in Süddorf

Montage auf der Stallung in Süddorf

Mit 399 Modulen, die bei Sonnenschein jeweils eine garantierte Leistung von 175 Watt abgeben, wird eine Anlagenleistung von 70 kWp erreicht. Der gesamte Stromertrag der Anlage wird ca. 65.000 kWh/Jahr betragen, was der Strommenge, die 20-25 Familien mit 4 Personen pro Jahr verbrauchen, entspricht. Die Gesamtfläche der Anlage umfasst 510 m² und wird in den nächsten 20 Jahren der Umwelt rund 800 Tonnen des schädlichen CO² ersparen.
Unter den Gästen der Einweihungsfeier wurden die verschiedensten Konstellationen solch Solarstromanlagen für Aufstellungsorte, die im privaten als auch öffentlichen Besitz sind, erörtert. Da sich die Entscheidungsträger der Insel gegen die Aufstellung von Windkraftanlagen ausgesprochen haben, sei dies doch eine gute Alternative und vielleicht könne man ja sogar eine Betreibergemeinschaft ins Leben rufen, an der sich die einzelnen Bürger der Insel beteiligen können, gab ein Besucher seinen konkreten Visionen freien Lauf. Eins steht dabei fest, je schneller zu erstellende Anlagen ans Netz gehen, je höher ist noch die Vergütung für den eingespeisten Strom.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

7 Kommentare

  1. Es sei Ihnen gegönnt, aber die Einspeisevergütung müssen alle Stromkunden durch höhere Preise zahlen. Auch diejenigen, denen es – aus welchen Gründen auch immer – schlecht geht. Die Abschaffung dieser falschen Subventionssteuerung wäre sinnvoll.

  2. Ingeborg Tadsen, Nebel

    Habe zwar selbst keine Ahnung von Photovoltaikanlagen, aber schon viel darüber gelesen. Es ist mit Sichrheit der richtige Weg für die Zukunft. Irgendwo müssen wir ja mal anfangen!

  3. Nach meinem Kenntnisstand ist die Ökobilanz für Photovaltaik desaströs. Die Herstellung der Module kostet Energie und Rohstoffe, die sie nie wieder herausholen. Zudem ist es von den “grünen Energien” diejenige mit der höchsten Eurobelastung je Kilowatt. Windenergie und Wärmegwinnung aus sehr tiefen Bodenschichten, Wasser etc. sind deutlich günstiger. Die Solarmodulfirmen haben es aber dank Lobby Arbeit verstanden, eine exzessiv (und unbegrenzt hohe) Förderung der Photovoltaik durchzudrücken. Diese Förderung besteht in einem mehrere Faktoren höheren Zwangsabnahmepreis durch die Energieversorger. Diese müssen das auf den Strompreis umschlagen. Dadurch wird für alle der Strompreis in den nächsten Jahren wohl jedes Jahr 10-20% steigen.
    Zum Glück wird jetzt von der Politik (hoffentlich) langsam gegengesteuert. Nicht alles was “grün” aussieht, ist auch grün…

  4. es ist komisch, immer wenn irgentwo über neue Solaranlagen oder Windkrafträder geschrieben wird, kommt auch wieder die garantierten Einsreisungspreise ins Gespräch.

    Das es aber schon Anbieter gibt, die nur “Öko”-Strom liefern,
    welchen sie auf der Strombörse einkaufen und handeln,
    und dieser auch teurer an den Endkunden verkauft wird,
    daß wird dann auch nicht erwehnt. Und ganz nebenbei,
    immer mehr große Stromversorger machen mit ihrem
    Öko-Leistungen Werbung, nur kosten soll der Öko-Strom am besten im Einkauf nicht mehr wie alle anderen Quellen.

    Und das die Betreiber von Atomkraftwerken für Transporte und deren Sicherung, für die Zwischen- und Endlagerung nur einen Bruchteil der kosten tragen, und der Staat den Rest das soll ok sein ?

  5. Zum Thema Ökobilanz der Module:
    Die Photovoltaik Module bestehen hauptsächlich aus Silizium (15% der Erdmasse ist Silizium, z.B. Quarzsand), Bor (findet man auch in unsern Knochen, Früchten, Kalisalzen und im Bier) und Phosphor (kennt man von Streichhölzern und im dunkel leuchtende Uhrenzeiger). Alle diese Stoffe sind auf der Erde ausreichend vorhanden und können leicht abgebaut werden ohne die Umwelt stark zu schädigen. Photovoltaikanlagen haben (je nach Typ) in 1,5 bis 5 Jahren Betriebszeit die für die Herstellung benötigte Energie wieder erzeugt. Photovoltaikanlagen produzieren damit ca. 10-mal mehr Energie als für ihre Herstellung nötig ist. Und was besonders wichtig ist, nach Ihrer Lebenddauer von ca. 35-40 Jahren können Photovoltaikmodule recycelt werden und man kann daraus neue Module herstellen, der Energiebedarf dabei ist sogar noch geringer, nur 30% der Energie welche man für eine neues Modul braucht. Also kein Abfall oder Sondermüll und die Anlagen werden meist auf bereits bestehenden Gebäuden errichte, somit gibt es auch keinen weitern eingriffe in die Natur.
    Umweltfreundlicher und sauberer kann man eigentlich keinen Strom erzeugen, nur mit der Kraft der Sonne und Silizium.

  6. Traute Borchert

    Hier geht es nicht um den Gewinn bei der Einspeisung, denn das dauert ja noch Jahre bis die Investion sich bezahlt macht.Hier hat endlich mal jemand den Mut auch auf Amrum an die Umwelt zu denken.Wie Herr Hagedorn schon anmerkt , Öko soll nichts kosten.ich gratuliere Fam Martinen zu dieser Anlage recht herzlich.

  7. Was für eine Aufregung. Ich sprach ganz neutral von der Einspeisevergütungs-Subvention und der Ökobilanz (die auch die Aufstellung und den Wirkungsgrad umfaßt).
    Herr Hagedorn spannt den Bogen zu AKWs, die ich gar nicht erwähnt habe. Herr Herzog geht auf meine Argumente ein – ich sehe es aber mit Aufstellung etc. etwas komplizierter (siehe auch http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96kobilanz). Frau Borchert sieht es etwas einfach. Die Amortisation ist durch die Einspeisevergütung mehr als garantiert. Daher gibt es auch ohne Probleme Kredite für diese Anlagen (siehe Festland).
    Aber ich gönne Martinens gerne ihre Solaranlage, wollte mir aber dennoch erlauben, darauf hinzuweisen, das alle diese Anlagen (auch diese eben) dazu beitragen, daß Strom unnötig teuer wird. Windenergie, Wasser, Tiefenwärme etc. wirken bei deutlich geringerer Förderung je KwH (siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Erneuerbare-Energien-Gesetz) für den Stromzahler effizienter. Photovoltaik ist – in meinen Augen – eine Energieerzeugung für abgelegene Gegenden/Häuser und nicht für die allgemeine Stromproduktion.
    BTW. Warum gibt es keine Vorschau für den Text, damit man Rechtschreibfehler besser korrigieren kann?

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