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Die Brutvögel-Kindergärten werden flügge…(to)

Die ersten Sommerferien sind angelaufen und mit den sommerlichen Temperaturen gepaart, verstärken sich auf dem Kniepsand vor Wittdün auch die Spaziergängerströme.

Gefährliche Begegnung

Gefährliche Begegnung

Ob nun zur Badestelle pilgernd oder aber die schier unendliche Weite der hier am breitesten Stelle der größten Sandkiste Europas erwandernd, alle kommen auf ihrem Weg an einem sensiblen Lebensraum der Amrumer Tierwelt vorbei. Die sogenannte Kniepbucht gilt zeitweise als ein Domizil für die Vogelwelt und ist durch eine Pfalreihe optisch gegen den Rest des Kniepsandes abgetrennt. Die auf Amrum tätigen Naturschutzvereine haben auf eine generelle Absperrung des Bereiches verzichtet und stattdessen auf Aufklärung und eine bedarfsabhängige Sperrung gesetzt. So ist zum Beispiel die Wasserfläche in der Bucht in der Zeit vom 15. Mai  bis zum 15. Juli für Wind- und Kitesurfer gesperrt. In diesem Zeitraum verwandelt sich der Bereich in einen wahren Eiderenten-Kindergarten. Daher ist es wichtig, dass auch die Fußgänger einen gebührenden Abstand zu den watschelnden Familien halten und dabei Hunde unbedingt anleinen.

Wie der Leiter des Naturzentrums des Öömrang Ferians Armin Jeß erklärte, haben die alljährlichen Brutvogelkartierungen ergeben, dass speziell die Eiderente in 2010 (im Zeitraum vom 21. Mai bis 16. Juni) 2,5 Mal so häufig, wie im vergangenen Jahr anzutreffen war. Dabei sind die Schwerpunkte der Aufkommen von der Kniepbucht, entlang der Ostküste bis zur Nordspitze verteilt. Armin Jeß ist überzeugt, dass sich der Nachwuchs aufgrund des langen und harten Winters verzögerte.

Infos zur Kniepbucht in Wittdün

Infos zur Kniepbucht in Wittdün

Für die Spaziergänger ergibt sich bei den Wanderungen der Eiderentenweibchen, die dann eine Schar von kleinen Küken anführen, eine interessantes Naturschauspiel. Fasanen und Graugänse gehören, beziehungsweise gehörten ebenfalls in den vergangenen Wochen zu den Passanten. Auf dem Kniepsand gilt es die Jungbrut nach dem Verlassen der Deckung des Dünengrases und der Wanderung zum Wasser gegen allzu dreiste Möwenattacken, die leider häufig tödlich für die kleinen Flauschbälle enden, zu verteidigen. Nicht selten stapfen die Entenfamilien aber auch auf dem Weg von den Dünen zur Wasserkante ohne „Warnweste“ über die Hauptverkehrsader der Insel. In dieser Zeit sensibilisieren Warnschilder die Autofahrer, sich auf solche vorher eher schlecht auszumachende Wandergesellschaften einzustellen. In diesem Jahr sind einige Familien auch jetzt noch unterwegs.
„Wir unterstützen derzeit ein Projekt, bei dem erstmalig auf Amrum Graugänse beringt werden. Um das Zugverhalten besser ergründen zu können, werden den Tieren Beinmarken in Form eines farbigen Beinringes beziehungsweise einer Halsmanschette verpasst“, so der Leiter des Carl Zeiss Naturzentrums. Die Organisatoren bitten dabei um Mithilfe in Form der Meldung der Markierungskennung von beringten Tieren. Hierbei hat die Halsmanschette natürlich eine klar bessere Erkennbarkeit für den Beobachter. Die Graugänse verlassen zum Beispiel die Insel zu für Zugvögel untypischen Zeiten und, davon gehen die Naturschützer aus, machen sie unterwegs noch einmal Rast. Wie weit sie dann fliegen, könne man mit dem Beringungsprojekt überhaupt erst feststellen.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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