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Greenpeace Aktivistenschiff auf Amrum…(to)

Die derzeit im Golf von Mexiko ablaufende Ölkakatastrophe, bei der gigantische Mengen Rohöl aus einem außer Kontrolle geratenen Tiefenbohrloch strömen, stellten für die Umweltorganisation Greenpeace den Anlass dar, ihr Schiff „Beluga II“ auf eine Informationsreise durch die Nordsee zu schicken.

Beluga 2 in Steenodde

Beluga 2 in Steenodde

In der vergangenen Woche machte der im August 2004 in Dienst gestellte Klipper auch an der Mole in Steenodde fest, um hier Einheimische und Gäste zu informieren.

Auf der Rundreise sind unter anderem die Schwerpunkte Rohölgewinnung und Tiefseebohrungen, die auch in der Nordsee, sozusagen vor der eigenen Haustür stattfinden, gegeben. Greenpeace sieht hier einen Informationsbedarf, der verdeutlicht, dass Ölförderungen auf hoher See mit einer latenten Ölverschmutzung einhergehen. Sprich, auch die Nordsee ist durch Tiefseebohrungen gefährdet.
“Wir müssen weltweit alles daran setzen, dass sich eine Katastrophe wie diejenige im Golf von Mexiko nicht wiederholen kann”, so Minister Brüderle in einer Pressemitteilung vom 14. Juli. Die Gelegenheit dazu bietet sich jetzt, verdeutlicht die Organisation. Die nächste Sitzung der OSPAR (Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks) findet bereits vom 20. bis 24. September im norwegischen Bergen statt. Die Antragsfrist endet am 13. August. Zu den Arbeitsbereichen der OSPAR, (Vertragsparteien sind Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Island, Luxemburg, Norwegen, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden, Schweiz sowie die Europäische Union), zählt auch die Offshore Öl- und Gasindustrie, sowie die Offshore-Windenergieanlagen. Greenpeace fordert mit der heutigen Aktion die Minister Brüderle und Röttgen auf, sich auf das Vorsorgeprinzip zu berufen und ein Verbot von Tiefseebohrungen in die Verhandlungen einzubringen.
Greenpeace dokumentiert seit Jahren regelmäßig die Ölförderanlagen vor der dänischen, norwegischen und britischen Küste. Auch der diesjährige Überflug zeigt, dass Ölteppiche um die Plattformen Nebenprodukt des alltäglichen Förderbetriebs sind – Tendenz steigend: Im Jahr 1984 belief sich die Menge des eingeleiteten Öls in die Nordsee noch auf 1.700 Tonnen; 2005 beziffert die OSPAR die Zahl auf rund 13.000 Tonnen. Greenpeace setzt sich für ein Ende der Abhängigkeit vom Öl ein und fordert länderübergreifend ein Ende der Tiefseebohrungen. Weitere Infos unter: http://www.greenpeace.de/oel.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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