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Wie geht es mit der Jugendfeuerwehr Amrum weiter…(to)

Auf der jüngsten Wehrführerdienstversammlung auf Amrum wurde unter anderem auch über die derzeitige Situation bei der Jugendfeuerwehr Amrum diskutiert.

Noch im Amt... Jugendfeuerwehrwart Wolfgang Stöck

Noch im Amt... Jugendfeuerwehrwart Wolfgang Stöck

Fakt ist, dass der Jugendfeuerwehrwart Wolfgang Stöck sein Engagement nach Auslauf seiner Wahlzeit Ende 2011 nicht verlängern wird. „Ich leite seit dem 24. Mai 1994 die Jugendfeuerwehr und kann aufgrund von beruflichen Veränderungen diese ehrenamtlichen Jugendarbeit nicht mehr zusätzlich leisten“, so Stöck.

Bedauerlicherweise scheint bei den Jugendlichen der Stellenwert der Jugendfeuerwehr ebenfalls ins Hintertreffen gefallen zu sein. Die Mitgliederzahlen sind von über 30 Jungen und Mädchen auf derzeit 18 gesunken. Zudem sei die Mitgliederzahl bei den Übungen erschreckend gering. Wolfgang Stöck und seine Vertreterin Claudia Motzke, die ebenfalls ihr Amt zum Ende 2011 abgibt, hatten immer wieder eine stärkere Unterstützung durch die Amrumer Feuerwehren eingefordert. „Nun wo wir Kameraden aus den Amrumer Feuerwehren zur Unterstützung der Ausbildung gewinnen konnten, kommen die Jugendfeuerwehrkameraden nicht mehr regelmäßig zum Dienst,“ bedauert Stöck die Situation. Ob es nun an den vielen Terminen liegt, die die Mädchen und Jungen heutzutage haben und sich häufig überlagern oder ob ein Zeitwandel die Beliebtheit dieser Freizeitgestaltung mindert, kann nicht klar definiert werden.

Als besonders schwierig erscheint zudem eine Nachfolge für das derzeitige Team der Jugendwarte, zu finden. Optimal währe natürlich auch eine Einarbeitungszeit für etwaige Nachfolger und einige Lehrgänge sind zudem zu absolvieren, um die nötige Qualifikation zu erreichen. „Wir hatten ja schon einen vielversprechenden Kandidaten, doch der wird nach seiner Ausbildung bereits im nächsten Jahr die Insel verlassen“, bedauert Stöck. Aus den Reihen der Feuerwehren auf Amrum hat sich bisher auch noch niemand gemeldet.

Die Wehrführer und die Amtswehrführung appellieren daher nachdrücklich, dass sich jeder mit dieser Problematik auseinandersetzen möge und mögliche Kandidaten gefunden werden. Sollte sich nicht doch noch ein Kamerad oder eine Kameradin mit dem Gedanken anfreunden, die Nachfolge in der Leitung der Jugendfeuerwehr Amrum anzutreten, besteht die bange und auch berechtigte Frage: „Hat die Jugendfeuerwehr Amrum in ihrer jetzigen Struktur eine Zukunft“?

Wie die Wehrführer verdeutlichten, sei ein Nachwuchs aus der Jugendfeuerwehr für die freiwilligen Feuerwehren überaus wichtig. Auch die sogenannte große Feuerwehr muss sich immer auf ein Neues bemühen, um Mitglieder für die Gewährleistung des Brandschutzes auf Amrum neu zu gewinnen. Es ist nicht zu übersehen, dass immer mehr Auswärtige auf Amrum investieren, aber nicht ihren Lebensmittelpunkt auf der Insel haben und somit auch nicht für ehrenamtlich zu leistende Aufgaben, wie die der Feuerwehr, zur Verfügung stehen. Man sollte nicht erst wach werden, wenn die Personaldecke erst so dünn ist, wie sie bei der Einrichtung der Pflichtfeuerwehr in List auf Sylt im Jahr 2005 war. Deutlich kritisiert wurde dabei die immer wieder als hinderlich wirkende Vorgabe einer Mindestteilnehmerzahl von zehn Personen bei Feuerwehrlehrgängen, was speziell auf den Inseln stark hinderlich wirkt. „Es nützt nichts, wenn willige Aspiranten lange Zeit nicht eingesetzt werden können, weil ihnen die Lehrgänge fehlen. Die sind dann frustriert und wenden der Feuerwehr wieder den Rücken zu“, kritisiert Nebels Ortswehrführer Gerd Tietze.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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