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Mit dem neuen Notschlepper für den Havariefall bestens gewappnet…(to)

Am Mittwoch taufte Susanne Ramsauer, die Gattin des Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer, an der Überseebrücke im Hamburger Hafen den neuen Notfallschlepper, der ab dem Jahreswechsel die Aufgaben der „Oceanic“ in der Deutschen Bucht übernehmen wird, auf den Namen „Nordic“.

...unter größtem Medienrummel getauft!

Das neue Spezialschiff ist mit seiner Fülle an technischen Leistungsmerkmalen optimal für seine zukünftigen Aufgaben gerüstet. Seine Ausstattung definiert neue Maßstäbe auf dem Sektor der Notschlepperei. Hierzu gehört der enorme Pfahlzug von 201 Tonnen der es erlaubt, auch die größten havarierten Containerschiffe auf den Haken zu nehmen und sicher in den schützenden Hafen zu schleppen. Ebenfalls bemerkenswert ist die Gasschutzausrüstung, die durch den anwendbaren „Verschlusszustand“ der „Nordic“, mindestens für acht Stunden Arbeiten im kontaminierten Umfeld des Havaristen zulässt.

Kapitän Tobias Pietsch an seinem Arbeitsplatz...

Kapitän Tobias Pietsch wird mit seiner Mannschaft jeweils 28 Tage auf See bleiben, um dann mit der zweiten Stammbesatzung zu wechseln.

Mit dem Bau und der Indienststellung der „Nordic“ endet für viele überzeugte Küstenschützer aus dem Bereich verschiedener Organisationen und politischen Gremien dieses Kapitel des bereits über zwölf Jahre währenden Kampfes um die Sicherheit im Havariefall an der deutschen Nordseeküste. Lange Zeit war auf Bundesebene die Stimmung für einen neuen Notschlepper nicht besonders gut.

Strahlt Zuversicht für den Küstenschutz aus...

Sollte doch zwischenzeitlich sogar die Charter der „Oceanic“, dem bisherigen Notschlepper, durch den Bund auslaufen. Als es dann darum ging, doch einen potentiellen Nachfolger für das heute 41 Jahre alte Schiff zu beschaffen, wurde der Leistungsstandard eines möglichen Neubaus klein diskutiert. Wogen des Unverständnisses und des Entsetzens über das Vorhaben schwappten bis in den Bundestag.

Mit der Ausschreibung für den Neubau der „Nordic“, dem mit Abstand stärksten Notschlepper für die Nordsee, hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) ein neues Kapitel im Küstenschutz aufgeschlagen.

1 Meter der Schlepptrosse wiegt über 100 kg

Die ARGE Küstenschutz, ein Konsortium aus vier renommierten deutschen Firmen, die auf dem Sektor der Schlepperei tätig sind, konnte die Ausschreibung für sich entscheiden. Der feierliche Zuschnitt der ersten Stahlplatte auf der Peene-Werft in Wolgast erfolgte Mitte August 2009. Die Übergabe an die Betreiber der „Nordic“ fand am 15 November statt.

Wie der Geschäftsführer der P+S Werften GmbH, Dipl.-Ing.Torsten Moschell bei der Ansprache gestand, waren die Vorgaben schon eine besondere Herausforderung im Schiffsbau. Es wurden 1600 Tonnen Stahl verarbeitet, 102 Kilometer Schweißnähte gefertigt, 127 km Kabel verlegt, 60 to Rohre eingebaut und 60 to Farbe verstrichen, erklärte der Schiffsbauer.

Taufpatin Susanne Ramsauer...

Der Projektmanager von der Bugsier-Reederei Dipl.-Ing. Carsten-S Wibel verdeutlichte seine Begeisterung für den Spezialschlepper, dessen Entwicklung er bisher 15 Jahre seines Lebens gewidmet hat. Er überreichte der Taufpatin Susanne Ramsauer ihr „Dienst-Sweatshirt mit dem Dienstgrad „Taufpatin“.

Projektmanager der Nordic Dipl.-Ing. Carsten-S Wibel überreicht der Taufpatin die Dienstkleidung...

Für zunächst 10 Jahre wurde ein Chartervertrag für Notschleppaufgaben vor der deutschen Nordseeküste zwischen der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nord und der ARGE Küstenschutz geschlossen. Die 78 Meter lange und 16 Meter breite “Nordic” erreicht mit ihren beiden, jeweils 8600 KW starken Hauptmaschinen, 19,5 kn Marschgeschwindigkeit, um so jeden Havaristen im Bereich der deutschen Nordseeküste innerhalb von zwei Stunden erreichen zu können.

20 V Steuerbordhauptmaschine...

Für die Schleppaufgaben verfügt das Spezialschiff über zwei elektro-hydraulisch betriebene Schleppwinden, die über jeweils 1200 Metern Schleppdraht verfügen. Stationiert sein wird der Notschlepper auf der Seeposition nordwestlich von Norderney, wo die “Nordic” die “Oceanic” ersetzen wird.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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