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Spenden ermöglichten diese Klinik …

Bereits seit über zehn Jahren unterstützen Amrumer, Gäste und Freunde von Jutta Kaulbach, einer ehemaligen Wahlamrumerin, die Verbesserung der Schulbildung in ihrer jetzigen Heimat Kenia.

Joseph Suluba Maitha und Jutta Kaulbach auf Amrum

Hieraus entwickelte sich eine weitere Unterstützung, die einen recht komplexen Umfang angenommen hat. Der Bau einer Erstversorgungsklinik im abgelegenen Ort Gahaleni konnte unterstützt werden. Ihre Initiative und Nachdrücklichkeit trug maßgeblich dazu bei, dass diese überaus wichtige Einrichtung trotz aller Unwegsamkeiten eine Erfolgsgeschichte schrieb.
Im Oktober 2005 konnte die Station eröffnet werden.
Die beständige Unterstützung aus Deutschland, in dessen Mittelpunkt die Familie Seesemann in Wittdün als immer währende Antriebskraft fungiert, hat bereits vielen Menschen, die dort fernab der städtischen notfallmedizinischen Versorgung leben, geholfen.
Eine Berichterstattung über diese Initiative hat Hans-Georg Martens aus Bienenbüttel, ein seit Jahrzehnten treuer Gast Amrums, aufmerksam werden lassen. Ihn hatte nach eigenem Bekunden diese Geschichte dermaßen fasziniert, dass seine Idee geboren war, eine Stiftung zur Unterstützung dieser Initiative zu gründen.

Hans-Georg Martens und Kay Seesemann

„Eine gemeinnützige Stiftung ermöglicht, speziell bei finanziellen Unterstützungen im Ausland, eine einfachere und für das Finanzamt nachvollziehbare Abwicklung der Hilfe“, erklärte Martens nun bei einer Versammlung der 2009 gegründeten „Malindi- Stiftung“.
Er schilderte den in der „Weißen Düne“ versammelten Gönnern die Modalitäten, die zur Gründung der Stiftung zu erfüllen waren. Kay Seesemann, den Hans-Georg Martens mit seiner Stiftungsinitiative schnell anstecken konnte und mit ins Boot holte, freute sich über diese Form der Unterstützung, die eine solide Basis für die bereits seit vielen Jahren funktionierende Unterstützung des Projektes bedeutet.
„Es ist durch behördliche Bestimmungen in den afrikanischen Ländern einfacher ein neues Projekt anzuschieben, als ein Bestehendes am Leben zu erhalten. In diesem Falle ist es erfreulich, dass Jutta Kaulbach und ihr Lebensgefährte Joseph Sulubu Maitha, der überhaupt die Initiative zum Bau der Klinik auf den Weg brachte, mit sehr viel Energie und Herzblut den Betrieb zu sichern helfen“, betont Seesemann.

Die Klinik...

„Bei unserem jetzigen Urlaub in Kenia sind wir natürlich auch wieder ins Landesinnere gefahren, um die Klinik und unsere Freunde zu besuchen. Derzeit steht die Umsetzung einer behördlichen Auflage als dringlichstes Projekt an. Demzufolge muss ein Verbrennungsofen für die Verbrennung des medizinischen Sondermülls gebaut werden. Nach der Kostenaufstellung von Jutta Kaulbach belaufen sich die Baukosten auf rund 2500 Euro.
Die Stifungsträger der Malindi-Stiftung Kay Seesemann und Hans-Georg Martens möchten für dieses für die Betriebszulassung der Klinik sehr wichtige Projekt gerne Unterstützung einwerben. „Wir können sicher sein, dass wir mit dieser Form der Unterstützung die Gewähr haben, dass die finanzielle Hilfe auch wirklich für die Unterstützung in Gahaleni eingesetzt wird und nicht in behördlichen Kanälen versickert. Neben der notfallmedizinischen Unterstützung werden auch Gelder eingesetzt um die Bildung und Erziehung in Malindi, zu fördern.
Wer sich gerne an einer Unterstützung beteiligen möchte, der nehme Kontakt mit der Stiftung auf. Postadresse: Malindi Stiftung per Adr. Kay Seesemann, Achtern Strand 6, 25946 Wittdün. Es handelt sich um eine gemeinnützige Stiftung, die berechtigt ist, steuerrechtliche Spendenbescheide auszugeben. Spendenkonto: Hans-Georg Martens Malindi-Stiftung, Kto.-Nr.: 203 254 602, Blz.: 258 622 92 Volksbank Uelzen.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
Hier nochmals der Werdegang in Form des Artikels, den wir im „Kleinen Amrumer 2007“ veröffentlicht haben.
“Wenn Du genug Zeit hast, sag allen Danke die uns unterstützt haben”…..
Jutta Kaulbach und ihr Lebensgefährte Joseph Sulubu Maitha machten eine Stippvisite nach Deutschland und überbrachten aus dem fernen Kenia den persönlichen Dank der Bevölkerung.
Schon lange bevor Jutta Kaulbach ihren Job auf Amrum zu den Rentenakten legen und sich eine Existenz in Kenia aufbauen konnte, hatte sie durch ihre regelmäßigen Fernreisen nach Afrika einen besonderen Kontakt zur Bevölkerung aufgebaut. Sie verzichtete auf gut durchgestylte Pauschalreisen und zog viel lieber mit dem Rucksack durch die Lande und erlangte dadurch einen engen Kontakt zur Bevölkerung. Schnell wurde ihr damals schon klar, dass die einfachen Verhältnisse der Bevölkerung neben der Unbekümmertheit auch viele Probleme und offensichtliche Not mit sich brachten. Allerdings konnte mann mit relativ überschaubaren Mitteln effektiv helfen. Galt es zum Beispiel die Kinder in ihrem “Klassenzimmer” mit Tischen und Bänken auszustatten, damit sie nicht auf dem Boden kauern mussten.
1999 und 2000 rührte sie in ihrer Wahlheimat in Norddorf dann auch ordentlich die Werbetrommel für ihr erstes Hilfsprojekt. Mit den Erlösen aus verschiedenen Verkaufsaktionen auf Straßenfesten und der Spendenbereitschaft ihrer Arbeitskollegen und ihres Bekanntenkreises, schaffte sie es die Schüler und Schülerinnen zu unterstützen.
Ganz ähnlich waren die Fähigkeiten von dem Kenianer Joseph Sulubu Maitha, ihrem heutigen Lebensgefährten. Er galt zwar unter der Bevölkerung als Träumer. Niemand konnte sich vorstellen, wo so viel Geld für den Bau einer Klinik herkommen sollte. Auf diesem Weg, eine medizinische Einrichtung für die Bevölkerung der entlegenen Dörfer zu schaffen, galt es all die Kraft und vorhandene Spendenbereitschaft zu bündeln, um in “Gahaleni” eine Klinik entstehen zu lassen. Denn nur zu oft starben die Menschen schneller, als dass eine Klinik erreicht werden konnte.
“Gahaleni“ ist ein weit verstreutes Dorf im Busch, das von Malindi, der nächstgrößeren Stadt an der Küste Kenias, etwa 8 km entfernt liegt. Während des El Ninos war das Dorf durch die großen Wassermassen völlig von der Außenwelt abgeschnitten, kein Weg war mehr begehbar. Als dann Cholera ausbrach, konnte keinerlei ärztliche Hilfe von außerhalb kommen. Die Kranken wurden notdürftig in der Schule untergebracht, aber innerhalb kürzester Zeit starben etwa 50 Leute.
Diese schreckliche Situation war der ausschlaggebende Punkt. Und was niemand für möglich gehalten hat, wurde Realität. Mit Hilfe von unzähligen Spenden und der nicht ermüdenden Zuversicht entstand genau das, was er sich gewünscht hatte. Eine Einrichtung, die Hilfe bot bei den vielfältigen Verletzungen im Busch, wie Brandwunden (überall wird auf offenen Feuerstellen gekocht!) Brüchen, die zumeist durch das Klettern auf Kokospalmen entstanden, Schlangenbissen, Malariaerkrankungen und Geburtshilfen. Somit stellt sich ihre Hauptaufgabe als eine Erstversorgungsstation.
Ihre Kontakte zu ihrer Nordseeinsel Amrum hatte Jutta Kaulbach nie einschlafen lassen und so bekam sie mindestens einmal im Jahr, wie heute gerade auch, Besuch von der Familie Seesemann aus Wittdün, die im Rahmen ihrer Urlaubskofferkapazitäten alles Mögliche ranschafften, was gerade dringend gebraucht wurde. Von medizinischen Geräten bis zur Kleidung für die Kinder war alles dabei.  Mit einer festen Spendensumme pro Monat finanzieren sie zudem die Arbeitsstelle einer Laborantin. Nachahmer sind immer herzlich willkommen und können Informationen bei Familie Seesemann erhalten.
Jutta Kaulbach und Joseph Sulubu Maitha war es eine große Freude, bei ihrem Besuch in Deutschland, den vielen Gönnern auf Amrum und in Deutschland persönlich den Dank aller zu überbringen.
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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