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Nur Energien, die das Weltklima nicht auf Generationen schädigen, sind verantwortungsvoll…(to)

Mit dem Hissen der ersten Protestflagge dieser Art auf Amrum, demonstriert der Inhaber der legendären Amrumer Gastwirtschaft „Blaue Maus“, Jan von der Weppen, seinen Unmut über die ab 2015 geplante Endlagerung von flüssigem Kohlendioxid in tief gelegenen Sandsteinschichten und ausgedienten Erdgasfeldern.

Jan von der Weppen und Kai-Michael Prellwitz-Paulsen

„Wir müssen auch auf Amrum unseren Unmut kundtun“, sprechen sich der Wirt und Kai-Michael Prellwitz-Paulsen für die Protestaktion beim Setzen der Flagge aus. „Bei einigen Tresendiskussionen sprachen sich Amrumer sogar gegen solch Unmutsbekundung aus. Befürchten sie doch, dass sich die Urlauber an solchen provokativen Fahnen stören könnten“, berichtete Jan von der Weppen verständnislos.

„Wie widersinnig ist es doch, wenn man nach einem Regelwerk zum Schutz von Flora- und Fauna Habitaten handeln und leben muss und dann eine Verpressung von Abfallstoffen unterhalb des zum Weltnaturerbe erklärten Lebensraum „Wattenmeer“ geplant ist“, empört sich Prellwitz-Paulsen. „Ob sich zum Beispiel Auswirkungen auf unser Trinkwasser aus einer möglicherweise direkt unter Amrum vorgesehenen Verpressung ergeben, kann überhaupt nicht abgeschätzt werden.
Bei all diesen Atomkatastrophenmeldungen in den letzten Wochen und den negativen Begleiterscheinungen bei der Verbrennung von fossilen Brennstoffen zur Stromerzeugung muss eine Forderung nach der konsequenten Nutzung von nachhaltigen Energiequellen auf der Agenda der Bundesregierung stehen.
Wie zu erfahren war, wollen auch die Kommunen auf den Inseln Flagge gegen dieses Projekt innovativer Hochtechnologie zur Verminderung des Ausstoßes von Treibhausgasen zeigen. „Wir warten nur noch auf die Banner“, erklärt der Vorsitzende der Insel- und Halligkonferenz Jürgen Jungclaus. Als Vorsitzender des Fachausschuss Amrum hatte er erst bei der jüngsten Sitzung des Gremiums über die gemeinsame Resolution auf Amts- und Kreisebene informiert. Bundespräsident Christian Wulff hatte bei seinem Antrittsbesuch auf der Insel Föhr versprochen, die zu diesem Thema an ihn herangetragenen Sorgen der Friesen nach Berlin zu transportieren.
Gegen dieses Vorhaben wird bereits seit geraumer Zeit in den von der Verpressung betroffenen Landkreisen von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg Mecklenburg Vorpommern, Nordrhein-Westfalen sowie Sachsen Anhalt offenkundig demonstriert und die Sorge über eine völlig unkalkulierbare Technologie nach Außen getragen. Zumal sich eine „beratungsresistente“ Haltung der verantwortlichen Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Rainer Brüderle, und Bundesumweltminister, Dr. Norbert Röttgen gegenüber den Ängsten der Bevölkerung abzeichnet und ein Durchdrücken des entsprechenden Gesetzes auch gegen den Willen der Bevölkerung zu befürchten ist.
Die Energieindustrie sieht in der sogenannten CCS-Technologie (Technologie (Carbon Capture and Storage) eine Chance und Aufgabe, um mit richtungweisenden Technologien und Innovationen die Zukunft mitzugestalten. „Der aus dem Ausstoß von Kohlendioxid CO2 und anderen Treibhausgasen resultierende Klimawandel ist eine der größten Umweltherausforderungen unserer Zeit“, resümiert zum Beispiel der Konzern Vattenfall auf seiner Homepage. Der Energiebedarf Europas und der Welt wird allerdings in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen. Mithilfe der CCS-Technologie können fossile Energieträger zwar verbrannt werden, ohne dass CO2 in die Atmosphäre gelangt, doch ein um 20% höherer Energieeinsatz geht bei dieser Technik einher. Die CO2-Abfallmenge erhöht sich damit weiter. Die unterirdische Speicherung birgt anscheinend ein so hohes Gefahrenpotential, dass die Industrie eine Haftung auf mehr als 30 Jahre ablehnt und am liebsten generell die Verantwortung bei der Bundesregierung abladen würde. Ein wahrer Emissionshandel steht als konsequente Folge dieser Technologie bevor und der wird sicherlich nach Gesichtspunkten der Börsennotierung und Ertragsausschüttung erfolgen.
2015 will Vattenfall ein Demonstrationskraftwerk in Jänschwalde (Brandenburg) in Betrieb nehmen. Hier soll die CCS-Technologie erstmals im Kraftwerksmaßstab umgesetzt werden.
Eine detaillierte Beschreibung und Aufklärung zu diesem Thema erfolgt auf den Seiten der Umweltschutzorganisationen im Internet. Dieses Thema sollte jeden etwas angehen und die konsequente Nutzung von nachhaltigen Energieformen, wie zum Beispiel der Windenergie und Wasserkraft, ist, und bleibt eine Verpflichtung der Regierungen der Industrieländer.
Veröffentlichung von Greenpeace zum Thema Standorte:
www.greenpeace.de/fileadmin/gpd/user_upload/themen/klima/CO2-Lager-HuettenWerke.pdf
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

7 Kommentare

  1. Ein Riesenkompliment an Janni!

    Da können gar nicht genug Banner, Schilder, Flaggen aufghängt werden. Welch Paradoxum! Geschützt und Weltnaturerbe und dann rein mit dem Gift.
    Verantwortungslos. Die kommenden Generationen sollen dann die Langzeiterfahrungen machen, oder was?
    Es ist unglaublich mit welcher Ignoranz Politik, Wissenschaft und Firmen derzeit mit der Umwelt und der Gesundheit der Bevölkerung umgehen.
    Nur die Argumnente zwischen Daumen und Zeigefinger zählen.
    Viele schöne Grüße uas Hessen und: Weiter so!

  2. Hallo,
    weitere Info unter : http://www.kein-co2-endlager.de
    Hier kann man für einmalig 5 € Mitglied werden !!!
    Gruß Kai

  3. auch ich komme regelmäßig als gast nach amrum und was mich garantiert nicht davon abhalten würde, ist ein banner oder eine fahne, die dazu aufruft unsere umwelt zu schützen uns zu schützen.
    ich finde es sogar wichtig, dass auf einer insel wie amrum, ihre bewohner sich dazu bekennen, ohne angst haben zu müssen, die gäste bleiben fern. zu gerne sehen urlauber nur die schöne heile welt und die tolle natur der insel, aber nicht die bedrohungen die das ganz schnell ändern können.

  4. Lieber Jan,

    ich freue mich, dass es soweit ist auf Amrum. Wenn ihr Unterstützung braucht: ich mache mit!
    Atomkatastrophe, Krieg in Libyen – wir plündern diese Welt aus, als hätten wir noch eine zweite.

    Wo gibt’s diese Fahnen? Ich glaube, ich brauche auch eine!

    Herzliche Grüße
    Friederike Heinecke

  5. Urlauber, die sich für Amrum entscheiden, werden (sollten) das Thema Treibhausgase mit Sorge betrachten und von daher können wir uns nicht vorstellen, dass ernsthafte Kritik an dieser Initiative geübt wird. Im Gegenteil: Die Initiatoren sollten im Rahmen der Amrum-Verantstaltungen Vorträge usw. zu diesem und anderen Umweltthemen anbieten.

  6. etwas fällt mir immer wieder auf : Alle sind dafür – nur nicht bei mir ! Warum haben wir auf Amrum keine Windkraftanlage mehr – oder wieder eine Neue ?

  7. Man kennt den Ausspruch–die Geister die ich rief.Betr.Atomreaktoren und CO 2-Einlagerung.Keiner von uns wußte von der Endzeitlösung die so beängistend ist–wir rechnen in Menschenjahren.Atomzeitler rechnen
    in anderen Dimensionen.Einzige Hoffnung–einzige Alternative-ist Umkehr
    zu erneuerbaren Energien.Ich hoffe-bedingt durch die Tragödie in Japan-daß die Menschheit aufwacht und revoltiert.Und unsere Gäste werden durch Amrumer Proteste nicht abgeschreckt sein–sondern aufgerüttelt
    die Pläne z.B Verklappung im Weltnaturerbe–Wattenmeer sind eine Lachnummer–hier darfst du nicht mal nen Wattwurm ausgraben ohne Genehmigung–aber CO 2 vor unserer Küste das sollen wir akzeptieren???
    Wer sich duckt und schweigt–verliert–wer sich wehrt und kämpft kann gewinnen.
    Ich möcht gerne kämpfen.
    Gruß Marlies

Amrumer Fotowettbewerb 2015