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Wer baut, erlebt Überraschungen…(to)

Alle von dieser Baumaßnahme Betroffenen werden es zu schätzen wissen, wenn die Sanierung der Regenwasserentwässerung und anschließende Straßenerneuerung im Gewerbegebiet Nebel bald abgeschlossen sein werden.

Pflasterarbeiten vergangene Woche Dienstag...

Hatte sich doch diese Maßnahme aufgrund des hartnäckigen Winters erheblich in die Länge gezogen, sodass die angrenzenden Gewerbebetriebe über die ursprünglich eingeplante Behinderung hinaus, Geduld und Nerven zeigen mussten.

Bürgermeister Bernd Dell-Missier erklärte auf Anfrage, dass die Mindesttemperaturen für die Verarbeitung von Asphalt im Herbst schon früh unterschritten wurde und so die Baustelle lange Zeit ruhen musste und die Straßen einer Buckelpiste glichen. „Da der Bereich zwischen Tankstelle und Uasterstigh unter der vorgesehenen Pflasterung einen Spezialasphalt als Tragschicht erhalten sollte, konnte dieser Straßenbereich auch nicht fertiggestellt werden. Hier haben einige Gewerbetreibende leider über Gebühr Behinderungen in Kauf nehmen müssen“, bedauert Dell-Missier.
Was nun die Gemüter allerdings richtig erhitzte, war die Tatsache, dass der Drainasphalt (ein spezieller wasserdurchlässiger Asphalt, der für den Unterbau der Pflastersteine vorgesehen war), gar nicht auf Amrum verbaut werden konnte. Nach dem Anmischen dieses Asphalts dürfen maximal 45 Minuten vergehen, bis dieser verbaut wird! Der Lieferant für den Asphalt ist in Schleswig ansässig und der Transport mit dem Frachtschiff dauert rund zwei Stunden und zudem wird das Material zweimal umgeschlagen.
Diese Erkenntnis blieb offensichtlich sowohl dem bauleitenden Ingenieur, als auch der ausführenden Tiefbaufirma bis zur Bestellung des Asphalts verborgen. Wie der bauleitende Ingenieur aus Husum auf Anfrage erklärte, habe ein gültiges Angebot des Asphaltlieferanten für die Baustelle auf Amrum vorgelegen. „Erst unmittelbar vor dem geplanten Einsatz des Materials auf Amrum, wurden wir von diesem Umstand in Kenntnis gesetzt und mussten für den Unterbau der Pflasterung eine andere Lösung umsetzen. Statt des Drainasphalts wurde nun eine Kiestragschicht eingebracht“, so der Ingenieur.

Statt Drainasphalt brachte der Fertiger die Kiestragschichten auf...

„Ich kann hier nur meine Verwunderung und gleichermaßen Unverständnis äußern“, so der Bürgermeister. „Wovon der Ingenieur im Herbst aufgrund des verkehrenden Schwerlastverkehrs noch dringend abgeraten hat, soll jetzt plötzlich geeignet sein? All den zusätzlichen Ärger und die Unannehmlichkeiten wären in diesem Abschnitt der Baumaßnahme nicht nötig gewesen, wenn nicht auf diesen auf Amrum gar nicht einsetzbaren Drainasphalt gedrängt worden wäre. Die Maßnahme hätte in diesem Teilbereich schon vor Weihnachten abgeschlossen sein können“, zeigt sich Dell-Missier überzeugt.
Für den bauleitenden Ingenieur bleibt der Drainasphalt nach den Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen (RStO) immer noch die erste Wahl für den Unterbau. Aber unter den gegebenen Umständen blieb nichts anderes übrig als auf die Einbringung der Kiestragschicht zurückzugreifen. Der auf Amrum vorrätige Bruchschotter konnte nicht eingesetzt werden, weil es für diesen keine geprüfte Klassifizierung gibt. Die Inhaltsstoffe sind ein Gemisch aus gebrochenen Beton, Klinkern, Kalksandsteinen und Fliesen und ergeben so keine einheitliche Tragfähigkeit, so der Fachmann.
„Wir haben immer noch eine gesperrte Zufahrt zum Gewerbegebiet und müssen immer noch mit Umleitungen über kommunale und private Grundstücke leben – und dass obwohl ein Mitarbeiter des Tiefbauunternehmens mir auf der letzten Baubesprechung, die Fertigstellung bis zum 15. April zugesagt hat“, zeigt sich Dell-Missier verärgert.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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