Startseite » Über Land ... » Förderverein ist fester Bestandteil der Qualitätssicherung der Inselklinik…(to)

Förderverein ist fester Bestandteil der Qualitätssicherung der Inselklinik…(to)

Mit einer Fördersumme von über 2,3 Millionen Euro steuerte der Förderverein Föhr-Amrumer Krankenhaus e. V. in seiner zweiundzwanzig Jahre währenden Arbeit ein beachtliches Maß dazu bei, das Inselklinikum in Wyk auf Föhr auf den heutigen Standard zu bringen.

vl.Dr.Rabe Beirat, E.Roeloffs 2. Vorsitzender, Dr. T. Wanda, Schwester Gabriele, C.Christiansen Kasse, H.Gereke Vorsitzender, K.Theis Protokoll

Um mit den Anforderungen des heutigen medizinischen Niveaus Schritt zu halten, galt es jedes Jahr für die Klinikleitung über Bedürfnisse und Erfordernisse in den einzelnen Krankenhausabteilungen nachzudenken und zu beraten und mit den entsprechenden Wünschen mit dem Vorstand des Fördervereins zusammenzukommen. Entsprechend der finanziellen Möglichkeiten setzte sich so die Aufwertung durch die Anschaffung von technischen Gerätschaften, Einrichtungsgegenständen und Gestaltungsmaßnahmen im Raumkonzept fort.

Trotz der Insellage muss eine medizinische Grund-, Regel, – und Notfallversorgung gewährleistet sein. Hierfür steht der Förderverein ein.

Die medizinische Grund-, Regel-, und Notfallversorgung für die Inseln Amrum und Föhr auf hohem Niveau zu gewährleisten, ist das erklärte Ziel. Und das an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr. Der Kreis Nordfriesland als Träger der Inselklinik soll dabei nicht aus seiner Verantwortung entlassen werden. Vielmehr sollen die unterstützten Maßnahmen dazu beitragen, dass den Insulanern und ihren Gästen ein hoher medizinischer Standard geboten werden kann, der ansonsten in solch einem eher kleinen Klinikum sicherlich nicht selbstverständlich wäre

Wie die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung des Vereins aus der Geschäftsleitung des Klinikums Nordfriesland, dem das Krankenhaus auf Föhr zugehört, erfuhren, sei der Förderverein mit seinen Spenden ein bedeutsamer und überaus wichtiger Bestandteil der „dreisäuligen“ Finanzierung der Einrichtung. Wie der Prokurist Klaus Blümling stellvertretend erklärte, seien die Fallpauschalen der Krankenversicherer für die jeweiligen Leistungen am Patienten deutschlandweit derart unterschiedlich, dass ein enormes Gefälle zwischen der höchsten und niedrigsten Pauschale für ein und die gleiche Leistung in den 16 Bundesländern besteht. „Würden wir das Volumen der vier Kliniken des Klinikums Nordfriesland nach den Sätzen des Bundeslandes Bayern, das in der Rangfolge auf Platz 2 rangiert, anstatt die Sätze des bisherigen Schlusslichtes Schleswig-Holstein abrechnen können, würden 5.000.000 Euro mehr in unsere Kassen fließen“ verdeutlicht Blümling das Nord-Süd-Gefälle. Löblich sei, dass die Krankenkassen die Bedeutung des Inselkrankenhauses für die medizinische Versorgung der Region anerkennen und einen entsprechenden Sicherstellungszuschlag zahlen. Die drohende Gefahr einer möglichen Schließung verlor so nachhaltig ihre Brisanz. Das Krankenhaus ist gewollt und dafür stehen neben der Geschäftsleitung und dem Aufsichtsrat auch die Politik und der Kostenträger ein. „Allerdings bleiben bei der Ertragslage kaum freie Gelder für Investitionen über. Hier zeigt sich die große Bedeutung des Fördervereins nochmals deutlich. Die realisierten Anschaffungen wären aus dem operativen Geschäft wohl häufig nicht zu finanzieren gewesen.

Der leitende Oberarzt und ärztliche Direktor des Föhr Amrumer Krankenhauses Dr. Thomas Wander bedankte sich auch im Namen aller Mitarbeiter und Kollegen bei den Mitgliedern des Fördervereins für die beeindruckende Unterstützung. In seinem Bericht vermittelte er den Anwesenden einen Einblick in die vielseitigen Leistungsangebote seines Hauses mit entsprechenden Patientenzahlen des 23 Betten Hauses. Jeweils einen Rückblick von 2010 als auch einen Abriss der Planung für 2011 zeigten auf, welche Anschaffungen und Umsetzungen erfolgten beziehungsweise noch umgesetzt werden. Dabei flossen ebenso Fördergelder für medizinisches Gerät als auch für die Umsetzung von rechtlichen Anforderungen im Raumkonzept. Allein 2010 flossen 154.000 Euro Fördergelder. Durch den nötigen Umbau des Endoskopieraumes wird in diesem Jahr auch der Kreissaal in seiner Gestaltung eine Aufwertung erfahren, berichtete Dr. Wander unter anderem. Eine detaillierte Auflistung der umgesetzten Förderungen würde den Rahmen des Artikels komplett sprengen.

Die Pflegedienstleiterin Gabriele Brümmerstaedt verdeutlichte, dass die Belegschaft des Krankenhauses durch den breiten Zuspruch und die Unterstützung durch den Förderverein und somit durch die Bevölkerung auf den Inseln und dem Festland eine hohe Motivation in ihrer Arbeit erfahre. In ihrer Freizeit schwangen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Beispiel den Pinsel um Renovierungsarbeiten umzusetzen und so ihren persönlichen Beitrag, zu leisten. „Bleiben sie gesund und bleiben sie uns treu“, schloss die Pflegedienstleiterin. Damit sprach sie dem Vorsitzenden des Vereins Hark Gereke sicherlich von der Seele, der immer wieder daran erinnert, dass so manche Untersuchung auf dem Festland auch im Wyker Krankenhaus erfolgen könnte. Die hohe Qualifikation des Teams erspare den Insulanern weite Wege und bei stationären Behandlungen ist die Nähe zur Familie ein wichtiger Punkt bei der Genesung.

Was auf der Jahreshauptversammlung des Fördervereins auch erörtert wurde, ist die Tatsache, dass auch diesem Verein nicht das Schicksal der Überalterung vorbehalten bleibt. Wie der Vorsitzende Hark Gereke anmerkte, seien die Themen Krankheit und Gebrechlichkeit für die jüngere Generation in ihrem Bewusstsein noch nicht von solcher Bedeutung, dass sie dem Förderverein bisher in größerem Maße beigetreten seien. Kommunalpolitiker Jürgen Jungclaus wünschte sich, dass es in jedem Haushalt auf den Inseln Föhr und Amrum mindestens ein Mitglied im Förderverein geben sollte, um so dem Krankenhaus seinen dauerhaften Bestand zu sichern.

Mit einem weinenden und lachenden Auge blickt Gereke zurück und wirbt für seinen Nachfolger.

Der Vorsitzende Hark Gereke vollendet im nächsten Jahr das 70.Lebensjahr und wird dann satzungsgemäß nicht mehr zur Verfügung stehen. Daher warb er jetzt schon für seine Nachfolge. Elf Jahre hat er bereits den Vorsitz inne, nachdem er vorher bereits 11 Jahre den Posten des 2. Vorsitzenden bekleidet hat. „Wir haben sehr viel für die Versorgung der Insulaner und Gäste erreicht“, zeigte sich Gereke zufrieden.

Zur Wahl standen in diesem Jahr, die Posten des 2. Vorsitzenden, Erk Roeloffs, des Beiratsmitgliedes, Dr. med. Reinhard Rabe, und des Kassenprüfers Dieter Völker. Alle drei Posten wurden einstimmig durch Wiederwahl besetzt.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015