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Zeigen, was die Insel zu bieten hat…(sk)

Frank Timpe, der neue Marketing- und Tourismus-Chef der AmrumTouristik ist seit sechs Wochen im Amt. Zeit für ein kleines Resümee dieser ersten Wochen und ein näheres Kennenlernen mit „dem Neuen“.

Susanne Kühn mit Frank Timpe

Susanne Kühn mit Frank Timpe

Bei Sonnenschein mit Blick aufs Meer nahm sich Frank Timpe Zeit für ein Interview mit AmrumNews und erzählte über sich und seine neuen Aufgaben.

Das Ankommen auf der Insel

Begeistert beschreibt Frank Timpe die Insel und ihre Vorzüge. Auch wenn das natürlich zu seinem Job als Verantwortlicher für die Außendarstellung und Vermarktung gehört, spricht doch aus allem, was er sagt, dass er schon nach kurzer Zeit die Insel in sein Herz geschlossen hat. „Die Insel hat ganz tolle Voraussetzungen als Tourismusdestination, besonders in den natürlichen Bereichen – sie hält meines Erachtens sogar noch viel mehr als sie verspricht. Ich kann für mich selber sagen, dass ich angekommen bin,“ ergänzt Frank Timpe. „Wenn ich mich vom Festland auf die Insel zurückbegebe, dann ist es nicht mehr so, dass ich das Gefühl habe, Neuland zu betreten. Das ist schon ein bisschen mehr Heimat geworden. Das hätte ich so schnell nicht erwartet.“

Den Werbeslogan „Kleine Insel, große Freiheit“ lässt er sich gerne auf der Zunge zergehen und füllt ihn mit eigenen Eindrücken von Strandspaziergängen, Sonnenuntergängen und der Weite des Meeres. Und so ist er auch froh, dass er auf der Insel von Anfang an offene Türen fand: „Von den Kollegen, den verschiedenen Leistungsträgern und „Einheimischen“ bin ich bislang sehr freundlich aufgenommen worden. Damit hatte ich gar nicht so richtig gerechnet, zumal ich neu bin und man sich in der Regel zunächst einmal beschnuppert.“

"Man legt mehr Wert auf die natürlichen Ressourcen"...

"Man legt mehr Wert auf die natürlichen Ressourcen"...

Im Vergleich zu seinem früheren Wirkungskreis an der Ostsee gefällt ihm hier auf Amrum, dass die Sensibilität für Natur und Umwelt höher angesiedelt ist: „Man legt mehr Wert auf die natürlichen Ressourcen und will sie erhalten.“  Weitere Vergleiche möchte er als echter Norddeutscher nicht machen, denn ganz Schleswig-Holstein ist für ihn das Top-Bundesland. Doch weist er noch darauf hin, wie charmant er es findet, dass auf Amrum noch einige nordfriesische Traditionen und die Sprache aufrechterhalten werden. Bisher bereut er seine Entscheidung, auf die Insel gezogen zu sein, nicht: „Insel hat für mich etwas Exotisches, irgendetwas ganz Besonderes. Es wird sich natürlich im Laufe der Zeit zeigen, ob man mit allen Gegebenheiten zurechtkommt. Ich glaube, dass ich für mich das Richtige gefunden habe.“

Die Herausforderungen für den Marketing-Chef

Gefragt nach den Herausforderungen der nächsten Wochen und Monate beginnt Frank Timpe als versierter Marketingfachmann, einen Überblick über die verschiedenen „Produkte“ und die „USP’s“ (= die Unique Selling Proposition oder zu Deutsch: die Alleinstellungsmerkmale) der Insel zu geben. In einem Atemzug berichtet er fundiert über das Außenmarketing und die Innenvermarktung, stellt heraus, wie wichtig es ist, dass alles aus einem Guss kommt und schlägt dann den Bogen zur Wichtigkeit der Stärkung der natürlichen Ressourcen im Profil der Insel.

"...dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln"...

"...dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln"...

Hier spricht ganz der Tourismuskenner mit langjähriger Erfahrung. In der Aufzählung der zukünftigen Aufgaben der AmrumTouristik knüpft er selbstverständlich an die bisherigen Strukturen und Abläufe an. Gleichzeitig macht er aber deutlich, dass er dabei ein langfristiges strategisches Ziel verfolgt, dass er nicht aus den Augen verlieren wird. Er fasst dies selbst folgendermaßen zusammen: „Die größte Herausforderung ist es, die unterschiedlichen Komponenten, die das touristische ‚Produkt Amrum‘ ausmachen, so zu bündeln, dass wir uns kontinuierlich weiterentwickeln und uns den Marktgegebenheiten stellen, um dann weiterhin so viele zufriedene Gäste auf der Insel Amrum zu haben.“

Und er geht noch einen Schritt weiter: „Das gilt selbstverständlich auch für die Amrum Touristik, die einen Weg finden muss, strategische Überlegungen und Entwicklungen möglichst transparent und verständlich zu vermitteln.  Schön wäre es, wenn wir dadurch noch bessere Akzeptanzen unserer täglichen Arbeit erreichen.“

Dabei setzt er konsequent auf gute Kommunikation und Bündelung der Interessen und Ressourcen. Marketing, Veranstaltungen und Infrastruktur müssen aus seiner Sicht Hand in Hand arbeiten. Vorgenommen hat er sich in dieser Hinsicht z.B., „dass die Arbeit der AmrumTouristik ein verlässliches Vehikel für sämtliche Leistungsträger wird, das eine möglichst optimale Plattform bietet, das eigene Produkt angemessen zu platzieren.“

"...gesamtinsulare Struktur unterstützen"...

"...gesamtinsulare Struktur unterstützen"...

Bis Ende des Jahres möchte er einiges entwickeln und festschreiben, u.a. „wie wir bestimmte Aufgaben, die in der Kernkompetenz jeder einzelnen Gemeinde und der dortigen politischen Gremien liegen, so mit begleiten können, dass wir eine gesamtinsulare Struktur unterstützen. Die AmrumTouristik sollte hier wichtiges Bindeglied sein, die gemeindlichen Projekte und Entwicklungen flankierend voranzutreiben.“

Möglichst konsequent sollte Amrum sich den stets weiter individualisierenden Wünschen der Kunden sowie dem stetigen Wandel und den Bedarfsstrukturen der Tourismusbranche stellen. Das setzt kontinuierliche Arbeit an der Service-Orientierung in allen relevanten Bereichen voraus. Nur so kann das „Gesamtprodukt Insel Amrum“ auf Dauer erfolgreich sein.

Frank Timpe wünscht sich, dass er bei der Umsetzung dieser Aufgaben eine hohe Akzeptanz erfährt, ist sich aber im Klaren: „Das muss ich mir auch erarbeiten!“

Der „private Timpe“

Das engagierte Gespräch über seine beruflichen Aufgaben lässt die Vermutung zu, dass dieser Mann der Öffentlichkeitsarbeit wenig Raum und Zeit für Privates hat. Er beschreibt sich auch selbst als jemand, der sich gerne mit Leib und Seele ins Berufsleben einbringt, private Interessen geraten dabei gelegentlich ins Hintertreffen. Aber seine Frau und seine beiden Kinder beschreibt er als eine sehr tolerante Familie, die weiß, wie ihr Vater „tickt“.

"...tolerante Familie, die weiß, wie ihr Vater „tickt“...

"...tolerante Familie, die weiß, wie ihr Vater „tickt“...

Als weitere typische, private Eigenschaften nennt er, dass er eine „ehrliche Haut“, kommunikativ, offen und jemand „zum Anfassen“ sei. Er war früher sportlich aktiver und will daran wieder anzuknüpfen. Außerdem hat er sich im Stillen vorgenommen, in der nächsten Zeit ein paar Sätze auf Friesisch sprechen zu lernen.

In den Sommerferien wird die Familie ihm auf die Insel folgen und gemeinsam in Wittdün wohnen. Seine Frau und er werden sich – so seine Erfahrung – schnell einleben. Gespannt sind die Eltern, wie der Eingewöhnungsprozess der Kinder verlaufen wird. Aber auch dort zeigt er sich zum Abschluss des Interviews optimistisch: „Wenn meine Familie genau so herzlich aufgenommen wird wie bisher der Papa, dann bin ich da ehrlich gesagt nicht bange.“

Interview: Susanne Kühn

Fotos Peter Lückel

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015