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Bäume als Erinnerung an Kindergartenzeit…(sk)

Die Schulanfänger des Naturkindergartens „bütjen jongen“ schließen ihre Kindergartenzeiten in diesen Wochen auf besondere Art ab: sie laufen um die Odde, besteigen den Leuchtturm, Zelten gemeinsam – und pflanzen Bäume!

Eifriges Treiben am Ual Hööw in Steenodde...

Eifriges Treiben am Ual Hööw in Steenodde...

Die Kinder des Naturkindergartens fanden sich mit ihren pädagogischen Fachkräften, Christina Theisen und Birgit Sänger, bei der Neuanpflanzung am Ual Hööw in Steenodde zwischen Deich und Wald ein. „Ich denke, das ist ein schöner Abschluss, wenn sie jetzt hier gemeinsam Bäume pflanzen und so eine bleibende Erinnerung an ihre Zeit in unserem Kindergarten und in der Natur schaffen,“ ist sich Christina Theisen sicher. Die Kinder halfen in der Vergangenheit auch schon dem Bergwaldprojekt bei der Aufforstung des Steenodder Waldes.
„Wir haben ja keinen festen Standort, sondern sind immer unterwegs. Aber dieser Platz hier in Steenodde ist für die Kinder bekannt und wichtig,“ erklärt Christina Theisen, „wir feiern hier zum Beispiel immer unser Sommerfest.“
Der Naturkindergarten wird von Eltern selbst verwaltet und erhält bislang keine öffentlichen Zuschüsse. Die Initiative zu dieser Baumpflanzaktion kam dann auch von einem Vater. Christoph Mossmann hatte von seinem Bekannten Thomas Kellner, der Tischler in Süddeutschland und Amrum-Liebhaber ist, über den Baum des Jahres 2011 gehört. Die Elsbeere, ein vergessener Wildfruchtbaum, wäre eine Bereicherung für die Insel, meinte Thomas Kellner und brachte zwei junge Bäume mit. Die Elsbeere gilt als standfest und widerstandsfähig. Mit Blüten und Früchten bietet sie Nahrung für Bienen und Vögel. Den Tischler begeistert jedoch am meisten das hochwertige Holz der Elsbeere. Als dritter Baum wurde ein Speierling gepflanzt, der auch Vertreter der Rosengewächse ist und Baum des Jahres 1993. Christoph Mossmann knüpfte Kontakte zwischen Kindergarten und Forstverband und lud zu dieser Baumpflanzaktion ein. Er sieht darin eine tolle Möglichkeit, die Kinder aktiv an Umweltschutz und Arterhalt heranzuführen.
Christoph Mossmann pflanzt mit den bütjen jongen einen Speierling

Christoph Mossmann pflanzt mit den bütjen jongen einen Speierling

„Es ist schön, wenn sich schon Kinder verantwortlich fühlen für die Pflege unserer Neuanpflanzungen,“ findet Holger Peters, der ebenfalls anwesende Vorsitzende des Forstbetriebsverbandes Amrum. Fast die Hälfte der 180 Hektar Forstfläche des Verbandes wird auf Mischwald umgestellt. Das bedeutet für den Verband, dass es viele Neuaufforstungen zu pflegen gibt und das ist sehr kostenintensiv. Er begrüßt es, dass sich der Naturkindergarten mit um diese Fläche kümmern möchte.
Eifrig half Holger Peters, die Bäume einzupflanzen und zu wässern. Er erklärte den Kindern, was ein Baumwart alles zu tun hat: Die Neuanpflanzungen müssen gewässert werden, die Fläche muss gemäht, die Brombeeren ferngehalten und der Verbiss-Schutz regelmäßig kontrolliert werden. Die wichtigste Aufgabe erfüllen die kleinen Baumwarte schon jetzt mit großer Begeisterung: Das Wässern. Wir dürfen gespannt sein, wann die „bütjen jongen“ die ersten Elsbeeren ernten werden!
Verantwortlich für diesen Artikel: Susanne Kühn
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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