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Gewitterfront mit Folgen…(kt)

Eine schwarze Wolkenwand zog über Westen auf Amrum zu.

Sah bedrohlich aus...

Sah bedrohlich aus...

Von Weitem konnten Gäste und Insulaner schon erahnen, dass es starken Regen geben würde und die Windböen und Wassermassen kamen in minutenschnelle auf die Insel zu. Viele suchten Schutz in den Geschäften, Cafés und Andere machten sich schnell auf den Weg nach Hause.
Die Amrumer Windmühle, die schon seit Wochen mit angebrochenem Flügel da steht, musste dieser Gewitterfront jedoch alleine trotzen.
Die Heckschneiden samt Jalousien und Saumleisten fegten davon...

Die Heckschneiden samt Jalousien und Saumleisten fegten davon...

Schon mit einem Gerüst für die Reparaturarbeiten gesichert konnte die über 200 Jahre alte Windmühle aber ihre Kräfte nicht mehr gegen die aufkommenden Windböen zusammenhalten. Die an der Rute durchgelatteten Heckschneiden samt Jalousien mit Saumleisten fegten davon, und verstreuten sich um die Mühle. Reetdachdecker Christian Peters, der nebenan ein Dach eindeckte, konnte das „Schauspiel“ live miterleben und informierte sofort den Vorsitzenden des Mühlenvereins Volker Langfeld.

Farbenschauspiel...

Farbenschauspiel...

Gemeinsam versuchten die Handwerker und  die  Mitglieder des Mühlenvereins die herunterhängenden Holzelemente,  Jalousiengestänge und Blitzschutzleitung, die noch am Mühlenkreuz hingen, aus Sicherheitsgründen zu entfernen. Es wurden sofort Maßnahmen zur Abhilfe eingeleitet. Eine nachfolgende Windböe hob aber kurz darauf die gesamte Kappe an, so dass die Handwerker aus Eigensicherung die Arbeit einstellen mussten. Einer der Handwerker, der an der Kappe im Inneren der Mühle Arbeiten durchführte, schilderte, dass die Kappe sich anhob und dann um ca. 2-3 cm vom Drehkranz verschob. Jetzt sollen die Flügel bis auf die Ruten abgesägt werden, um weiteren Schäden vorzubeugen.
Am 01.09.11 kommt Uwe Karstens vom deutschen Mühlenverband zusammen mit einem Spezialisten für Mühlenbau und einem Herrn vom Denkmalschutz um die Schäden zu begutachten. Vorsitzender des Amrumer Mühlenvereins Volker Langfeld standen die Sorgenfalten schon länger auf der Stirn, denn der bereits vorhandene Schaden zieht sich in die Länge und der jetzt verursachte Schaden wird nun zusätzlich die Mühle in eine langwierige Reparatursaison schicken.

Herbststimmung...

Herbststimmung...

Mit allen Kräften wird der Mühlenverein mit seinen Mitgliedern und dem Vorstand alles daran setzten dieses bedeutsame Kulturdenkmal der Insel Amrum wieder in gesunde Bahnen zu lenken. Für Unterstützung ist die Amrumer Windmühle dankbar und erfreut sich jeder kleinen Spende, die zur Genesung beitragen wird. Weitere Informationen über www.amrumer-windmuehle.de

Verantwortlich für diesen Artikel: Kinka Tadsen
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015