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„Für uns war das ein tolles Abenteuer“…(to)

Die am Montag aufgelaufene Flut am Nachmittag brachte mit einer Höhe von einem Meter über dem mittleren Hochwasser so viel Wasser an Amrums Küste, dass der Kniepsand teilweise unter Wasser stand.

Normalerweise trocken, jetzt überflutet...

Normalerweise trocken, jetzt überflutet...

Was für die Strandkorbvermieter gelebte Schwerstarbeit bedeutete, müssen sie doch ihre Körbe auf höher gelegene Strandabschnitte verbringen, bot anderen Strandspaziergängern ein tolles Naturschauspiel.
In welche Gefahr sie sich dabei begeben können, wird von den Naturgewalten berauschten Besuchern auf dem Kniepsand nicht zwingend als Gefahr wahrgenommen.

Personen auf der kleinen Vordüne zeigten sich verwundert, als sie „abgeholt“ werden sollten...

Personen auf der kleinen Vordüne zeigten sich verwundert, als sie „abgeholt“ werden sollten...

Anders kann man einen Einsatz der Gemeinde Wittdün und der freiwilligen Feuerwehr Wittdün nicht kommentieren. Von der DLRG Station am Wittdüner Südstrand wurden zwei Personen auf dem rund 1,5 km entfernten Flutsaum des Kniepsandes beobachtet, die winkend vermeintlich auf sich aufmerksam machten. Sie standen auf einem schmalen Streifen Vordünen, der komplett vom Wasser umschlossen und so der Rückweg abgeschnitten war. Im Hintergrund tobten die meterhohen Wellen der aufgepeitschten Nordsee. Für die wachhabenden Lebensretter keine Frage, hier muss geholfen werden.
Mit dem Gemeindetrecker machten sich ein Mitarbeiter des Bauhofs und Wittdüns Wehrführer Dietmar Hansen durch das bis zu einen Meter tiefe Wasser auf den Weg. Die Personen auf der kleinen Vordüne zeigten sich verwundert, als sie „abgeholt“ werden sollten. „Für uns ist das ein tolles Abenteuer und um Hilfe haben wir auch nicht gewunken“ erklärte der Familienvater die Lage.

Die schlechte Sicht erhöhte die Gefahr noch...

Die schlechte Sicht erhöhte die Gefahr noch...

Angesichts des hohen Wasserstandes lies sich Wehrführer Hansen aber auf keine Diskussion ein und bat den Vater mit freundlichem Nachdruck, den sicheren Rückweg per Trecker zu nutzen. Derweilen zogen so heftige Schauer über den Kniepsand, dass der Trecker von Land aus kaum noch zu sehen war.
„Was jetzt für die Gäste ein Erlebnis war, kann auch mal schief gehen. Die Strömungen in den Prielen ist enorm und dann sind die Kräfte schnell aufgebraucht“, warnt Hansen vor solchen Aktionen.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Schon Abenteuerurlaub kostet ja meistens Geld – aber das ist nur noch als Leichtsinn, wenn nicht als grobe Fahrlässigkeit zu bezeichnen.
    Jedenfalls in meiner Eigenschaft als Familienvater.
    Da kann einem ja Angst und Bange werden, den Rettungskräften gebührt höchster Dank und Anerkennung!
    Einen schönen Abend noch!

  2. Was bezahlen diese Urlauber für den Einsatz, der aus Sicht der DLRG-Leute und jedes normal denkenden Menschen unvermeidlich war? Der Trecker der Gemeinde wird durch solche Salzwasserfahrten auch nicht besser! Hochachtung für die Retter! Für die ‘Abenteurer’ empfinde ich nur Verachtung, wie sie unsere Feuerwehrleute, die auch noch einen Beruf haben und für solche Einsätze von der Arbeit abgerufen werden, schamlos ausnutzen!
    Doris Müller, Wittdün

  3. Fürwahr, „dat’s barschen Toback“ – ja, es ist schon starker Tobak, den Sie hier ablassen, werte Frau Müller!
    Als seit fast dreißig Jahren regelmäßiger Gast auf Amrum und damit fast schon – jedenfalls gefühlter – Insulaner kann ich nur hoffen, dass Ihr Kommentar nach der deutlichen Einstellung und Diktion nicht die Meinung des überwiegenden Teils der Amrumer wiedergibt. Dies würde sonst nur das häufig kolportierte Gerücht bestätigen, wonach es den amrumer Gastgebern am liebsten wäre, ihre Gäste würden ihr Geld bereits in Dagebüll für sie abgeben und dann gleich wieder nach Hause fahren.
    Abgesehen davon, dass ich bezweifle, dass Sie allein die „Sicht der DLRG-Leute“ und das, was „normal“ denkende Menschen über den Vorfall denken, zutreffend interpretieren, gibt die Geschichte der „Rettung“ nicht das Geringste für die Unterstellung her, die ‚Abenteurer‘, ja wohl auch Besucher, Gäste der Insel, hätten den Einsatz der Feuerwehrleute „schamlos“ , mithin vorsätzlich und eigennützig, herbeiführen wollen. Im Gegenteil, wenn Sie den Bericht richtig und unvoreingenommen gelesen hätten! Ich will ja nun nicht gerade so weit gehen und darauf hinweisen, dass es ohne die Gäste, die nunmehr schon seit hundert Jahren kommen, auf der Insel nicht nur keine DLRG-Leute, sondern auch keine Gemeinde-Trecker gäbe, wie vieles andere, was den Wohlstand und die Infrastruktur der Insel ausmacht, wohl auch nicht! Aber auch unter diesem Aspekt erlangte Ihre zum Ausdruck gebrachte „Nur-Verachtung“ noch eine ganz besondere Bedeutung. Respekt!
    Meine Hochachtung
    Willi Gast

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