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Gezeitenstrom zeigte seine volle Macht…(to)

Auf der Fahrt, der MS „Adler IV“ von Amrum nach Sylt, wurde am Freitagabend das ablaufende Wasser und der damit verbundene Gezeitenstrom dem Fahrgastschiff der ADLER-Schiffe Reederei zum Verhängnis.

Der Adler hier noch "in Fahrt"...

Der Adler hier noch "in Fahrt"...

Im Bereich der Amrumer Nordspitze hatte der Kapitän des Ausflugsschiffs den Wasserstand falsch eingeschätzt. Aufgrund dessen setzte das Schiff im Fahrwasser um 18.40 Uhr auf und kam fest. Wie der Reeder Sven Paulsen erklärte, wurde das Schiff vor der „Odde“ durch den bereits eingesetzten Ebbstrom auf die östliche Fahrwasserbegrenzung gedrückt und konnte sich nicht mehr selbst befreien.

Eine Zwangspause der rund 140 Passagiere an Bord des 32 x7 Meter großen Passagierschiffs stand fest. Erst am nächsten Morgen würde das Hochwasser wieder seinen höchsten Wasserstand erreichen. Für die Mannschaft und den herbeigeeilten Rettungskräften der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger begann ein Wettlauf mit der Zeit. Im Bereich der Amrumer Nordspitze fallen die Sandbänke größtenteils zum Niedrigwasser trocken und lassen dann auch keinen Schiffsverkehr mit flach laufenden Booten mehr zu.

Tochterboot "Japsand" des Rettungskreuzers "Vormann Leiss" ...

Tochterboot "Japsand" des Rettungskreuzers "Vormann Leiss" ...

Ein Teil der Fahrgäste, insgesamt 51 Personen, konnte über das Tochterboot “Japsand” des aus Wittdün herbeigeeilten Seenotrettungskreuzers „Vormann Leis“ und dem Rettungsboot „Horst Heiner Knepen“ aus Hörnum aufgenommen werden und im Tenderverkehr auf das Schwesterschiff „Adler VI“ aus Hörnum übergeben werden. Das Kontrollboot des Wasserschutzpolizeischiffs „SYLT“, das aus dem Wyker Hafen ebenfalls zur Einsatzstelle fuhr, setze selbst mit dem geringen Tiefgang auf, sodass die Aktion gegen 22.00 Uhr abgebrochen werden musste. Das bedeutete für die restlichen Fahrgäste eine Zwangsübernachtung an Bord der „ADLER 4“. Während der nächtlichen unfreiwilligen Wartezeit wurden die Gäste von der 5 köpfigen Crew, mit Speisen und warmen Getränken sowie Decken versorgt.
„Am Samstag um 5.30 Uhr hatte die Flut den höchsten Wasserstand vor der Amrum Odde erreicht. Das Ausflugsschiff konnte mithilfe des Tochterboots “Japsand” wieder flott gemacht werden. Um 6.00 erreichte die „Adler IV“ den Hafen von Hörnum. Die 89 an Bord befindlichen Gäste waren sichtlich übermüdet, da an Bord nicht viel Platz zum Schlafen bestand“, berichtete Reeder Sven Paulsen. Er zeigte sich erleichtert, dass trotz der Aufregung doch alles gut ausgegangen ist und dank der Hilfe der beteiligten Kräfte der Zwischenfall ein gutes Ende genommen hat.

Am Schiff wurden zwar keine sichtbaren Schäden festgestellt, doch bereits am Samstagvormittag wurde das Schiff von der Klassifikationsgesellschaft Germanischen Lloyd in Hörnum untersucht und abgenommen. Dem entsprechend fielen am Samstag die Fahrten mit der „Adler IV“ von Sylt nach Amrum und Föhr aus. Bereits am Sonntag konnte das Schiff den Fahrplan wieder aufnehmen und die Verbindung von Sylt nach Amrum und Föhr, sowie den Zwischenverkehr Amrum- Föhr – Amrum bedienen.

Verantwortlich für diesen Bericht: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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