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Das Weltnaturerbe ist kein Versuchsfeld für Co² Verpressungen…(to)

Mit einer spontan angesetzten Protestaktion trugen die Bewohner und Gäste der nordfriesischen Inseln ihren Unmut gegen das Vorhaben, Kohlendioxidendläger unterhalb der Nordsee zu schaffen, kund.

Gute Beteiligung...

Gute Beteiligung...

Sie schlossen sich damit den Protestaktionen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein an.
Anlass zu diesem Protest ist die heute anstehende Entscheidung des Bundesrats in Berlin. Hier soll über ein CCS-Gesetz, das von der Europäischen Union gefordert wird, entschieden werden. CCS steht für „Carbon, Capture and Storage“ , also Abscheidung, Transport und unterirdische Speicherung von Kohlendioxid. Wie die verschiedenen Bürgerinitiativen gegen die Endlagerung von CO² argumentieren, soll hier eine riskante und noch völlig unabsehbare Technologie eingesetzt werden, die unkalkulierbare Risiken für Mensch, Tier und das gesamte ökologische Gefüge mit sich bringen.
„Mit so einer großen Anzahl an Demonstranten hätten wir bei der wirklich spontan organisierten Protestaktion nicht zu rechnen gewagt“, erklärte Armin Jeß, vom Öömrang Ferian. Auf Amrum hatte sich der Verein als Organisator der Durchführung des Protestes angenommen. Rund 150 Bewohner und Gäste Amrums hatten sich an der Wittdüner Südspitze zusammengefunden, um gegen das Vorhaben der Endlagerung von CO² unter der Nordsee zu demonstrieren. Wie Jeß argumentierte, wäre es schon grotesk, unterhalb eines Weltnaturerbes ein Endlager für Rückstände – in diesem Falle Kohlendioxid – zu schaffen. Es gleicht einem Versuchsfeld einer nicht ausreichend erprobten Technologie.
,Wie stumpfsinnig ist es, die Rückstände aus den Kohlekraftwerken, die ja definitiv nicht an den Küsten stehen, über eine große Distanz transportieren zu wollen, um sie dann unter dem Meeresboden zu verpressen. Allein dieser Transport in Pipelines, Schiffen, auf Lastwagen und der Bahn verschlinge enorme Energien und belaste die Umwelt zusätzlich. Von dem Gefahrenpotential für Mensch, Tier und Umwelt mal ganz abgesehen“, empörten sich die Protestler in ihren Diskussionen.

Zum Glück mal kein Regen...

Zum Glück mal kein Regen...

„Unsere Aktion wird von allen drei Gemeinden und somit von der ganzen Insel unterstützt“, zeigt sich Armin Jeß vor dem Hintergrund dieses brisanten Themas erfreut. Leider waren die Bürgermeister selbst an diesem Abend wegen einer Sitzung verhindert.
„Für mich ist es ein persönliches Bedürfnis an dieser Protestaktion teilzunehmen. Gehöre ich als junger Mensch doch zu der nächsten Generation und werde die Folgen dieses Vorhabens sicherlich noch live erleben“, erklärte ein junger Mann der sich derzeit für ein Jahr auf Amrum im Naturschutz engagiert.
„Es ist doch zu hinterfragen, ob es sich hierbei um Klimaschutz oder Umweltzerstörung handelt. Für mich riecht das deutlich nach Emissionshandel. Profitieren werden wieder andere, als die mit den Risiken leben müssenden Bürger und Bürgerinnen“, erbost sich eine Gastdame an diesem Abend.
Grundverschiedene Aussagen von Wissenschaftlern zeigen auf, wie unsicher noch die Erkenntnisse bei dem Vorhaben sind, CO² in Salzwasser führende Gesteinsformationen zu verpressen.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Christoph J. Decker

    Ich kann dem nur zustimmen. Jedoch stimmt es nicht, dass die politischen Vertreter der Gemeinden nicht da waren. Sowohl Elke Dethlefsen (1. stellv. Bgm. Nebel) als auch ich (1. stellv. Bgm. Norddorf) waren da. Du Thomas hast zumindest mich auch noch begrüßt.

    Mit Dank und Gruß

    Christoph J. Decker

  2. Hallo,
    vielen vielen Dank an alle .
    Hätten nie mit soooo vielen gerechnet, war echt super.
    Gruß Kai

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