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Noch knapp vier Wochen…(to)

Wie Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus auf der jüngsten Tourismusausschusssitzung erklärte, seien seit 10 Tagen alle arbeitsrechtlichen Verfahren im Zusammenhang mit der bevorstehenden Schließung des ThalassoZentrums abgeschlossen.
Die Tage sind gezählt...

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Nach der betriebswirtschaftlichen Trennung des ThalassoZentrums und des AmrumBadeland, hatte sich die Gemeindevertretung entschieden, nach erfolglosen Privatisierungsbemühungen das hochdefizitäre Thalassozentrum zum 31.12.2011 zu schließen.

Hierbei sei klargestellt, dass das Amrum Badeland weiterhin betrieben wird und nicht von der Schließung betroffen ist.
Allein die pro Jahr im Thalassozentrum aufgelaufenen Verluste in einer Höhe von 220.000 bis 250.000 Euro lähmten die Gemeinde Wittdün vollends und ließen nach dem erfolglosen Versuch den Betrieb nachhaltig aus dem Defizit zu führen, der Gemeindevertretung keine andere Wahl. „Wir können so nicht weiter verfahren, das wäre unverantwortlich und der Schritt hätte schon vor Jahren erfolgen müssen. Auch wenn der derzeitige Leiter mit seinem Team zwischenzeitlich eine Umsatzsteigerung erreichen konnte, reichte es nicht um die enormen Verluste zu bewältigen“, so Jungclaus in einem früheren Interview.
„Wir können nun seit Langem den Blick wieder nach vorne richten“, so Jungclaus aktuell. „Es gilt für eine Arbeitsgruppe ein Konzept zu erarbeiten, um nach der Schließung über die weitere Verwendung des Gebäudes zu entscheiden“.
Wie der ebenfalls zum Jahresende aus dem Betrieb scheidende Leiter Roland Herbert erklärte, seien die zurückliegenden eineinhalb Jahre im Betrieb aufgrund der anstehenden Schließung recht unruhig verlaufen. Sicherlich sind Möglichkeiten gegeben, um Einrichtungsgegenstände aus dem Thalassozentrum ins Badeland zu verlegen und weiter zu nutzen. Die erst vor zweieinhalb Jahren angeschaffte Infrarotwärmekabine wäre dabei nur ein Beispiel.
„Die im Badeland angebotenen Themenabende und Veranstaltungen haben guten Anklang gefunden und bestätigten die Mitarbeiter in ihrem Engagement. Die positiven Rückmeldungen wurden dabei sogar schriftlich verfasst“, so Herbert. „Das Badeland ist noch bis Weihnachten geschlossen und wird der jährlichen Revision unterzogen. Dem Umstand geschuldet, dass nun mittlerweile höhere Revisionskosten ins Haus stehen, dürften die rund 14 Jahre Betriebszeit sein. Verschiedene Pumpen und ein Beckensauger seien dabei nur einige Punkte auf der Liste“, so der scheidende Leiter.
Was aus dem Rasulbereich mit Hamamliege werden soll, bleibt noch zu klären. Verschlissene Sitzmulden, die bereits vor einigen Jahren zur Diskussion standen, könnten nur durch einen erheblichen Finanzaufwand instand gesetzt werden, berichtete Herbert. Eine Statistik über die Nutzung der orientalischen Attraktion zeige aber deutlich, dass die Zahlen sich seit 2004 mehr als halbiert hätten. Zudem sei der Bereich nur sehr personalintensiv zu betreiben. Nach der Schließung des Thalassozentrums stünden zudem auch keine Therapeuten mehr zur Verfügung. Der Saunabereich konnte dagegen klare Zuwächse verzeichnen. Eine Arbeitsgruppe soll nun ein Konzept ausarbeiten, um spätestens zur nächsten Revisionszeit eine Überarbeitung der Ausrichtung des gesamten Saunabereichs zu sichern.
Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

3 Kommentare

  1. Die letzte Verantwortung für das Desaster des Thalassozentrums Wittdün trägt Bürgermeister Jungclaus als Werkleiter der AmrumTouristik Wittdün. Er hat es gegen manche Ratschläge jahrelang versäumt, für die Nutzung aller verfügbaren betriebswirtschaftlichen Mittel und Methoden zu sorgen, um das voll funktionsfähige Haus auch angemessen erfolgreich zu betreiben. Ergänzt mit den vielfachen Möglichkeiten des AmrumBadeland stand dafür ein perfektes Angebot zur Verfügung, mit dem sich die Chancen auf dem boomenden Wellness- und Gesundheitsmarkt nutzen ließen.
    Von den Leistungen und Aufwendungen abhängig sind auch der Heilbadstatus und die Höhe der Kurabgabe in allen drei Amrumer Gemeinden.
    Bis zum Beweis einer besseren Lösung bleibt die angekündigte ersatzlose Schließung des Thalassozentrums eine nicht verantwortbare Schädigung mit unabsehbaren Folgen für den Tourismus der Insel Amrum.

    Carl Hermann Klüßendorf

  2. Ich kann Herrn Hermann nur zustimmen.Seit bestehen des
    Thalassobades war ich dort über viele Jahre Kunde.Der
    reine Scchlick bewirkt mehr als die nun angebotenen Fango-
    packungen. Es ist ein Jammer und Amrum verliert sehr viel.
    Mir nutzt das Badeland nicht. Meinem Rücken haben nur die
    Schlickbäder geholfen. Gudula Suchsland, Wülfrath

  3. Eine nicht verantwortbare Schädigung mit unabsehbaren Folgen
    für den Tourismus der Insel Amrum sind 250.000 Euro Miese pro
    Jahr. Und den Bürgermeister hier allein verantwortlich zu machen,
    ist absurd.

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