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Viele Informationen für Wittdüns Bürger…(ki)

Vergangenen Mittwoch um 19.00 Uhr waren viele Wittdüner Bürger im Hotel-Restaurant „Treffpunkt“ zur alljährlichen Einwohnerversammlung erschienen.

Jürgen Jungclaus(re) und Vertreter der Gemeinde

Jürgen Jungclaus(re) und Vertreter der Gemeinde

Dort standen Bürgermeister Jürgen Jungclaus, Vertreter der Gemeinde, des Ordnungsamtes, der Amrum Touristik und Gastreferent Hinrich Feddersen vom Amt Föhr-Amrum aus Wyk zu verschiedenen Themen Rede und Antwort. Und auch die Bürger waren zum Schluss aufgerufen eigene Anregungen, Fragen und Beschwerden vorzutragen.
Jürgen Jungclaus hieß die Anwesenden herzlich willkommen und gab einen kurzen Überblick über die zu erwartenden Themen: 1. Fremdenverkehrsabgabe, 2. Räum- und Reinigungsdienst im Winter, 3. Amrum Touristik und zum Abschluss Verschiedenes aus der Gemeinde.
1.  Fremdenverkehrsabgabe
Den Anfang machte Hinrich Feddersen vom Amt Amrum-Föhr mit einer ausführlichen Power-Point-Präsentation zur zu erwartenden Neuregelung der Fremdenverkehrsabgabe (FVA).

Hinrich Feddersen vom Amt Föhr-Amrum

Hinrich Feddersen vom Amt Föhr-Amrum

Die Satzung zur Fremdenverkehrsabgabe wird 20 Jahre alt und aus diesem Grund muss eine neue Satzung erlassen werden. Hierfür liegt der Gemeinde Wittdün ein Entwurf vor, über den in der kommenden Gemeindevertretung entschieden wird. Bisher wurde zur Errechnung der FVA ein Realgrößenmaßstab herangezogen, das heißt die Abgabe errechnete sich z.B. aus der Anzahl der Übernachtungen, Betten, Mitarbeiter. Zukünftig soll ein umsatzbezogener Maßstab gelten. Dieser richtet sich nach den Einnahmen des Betriebes aus dem Vorjahr  x Gewinnsatz (nach Betriebsart) x Vorteilssatz (Bezug zum Tourismus). Damit soll gewährleistet werden, dass die Höhe der Abgabe den Vorteil, den der/die Abgabepflichtige aus der öffentlichen Tourismusförderung zieht, möglichst gerecht widerspiegelt. Dazu gab es natürlich einige Fragen aus dem Publikum, die Hinrich Feddersen anschaulich beantwortete. Mehr Informationen dazu findet man unter www.amtfa.de / Ortsrecht und Satzungen / Wyk / Fremdenverkehrsabgabesatzung, da Wyk diese Art der Berechnung seit einigen Jahren durchführt. Der Abgabesatz variiert jedoch von Gemeinde zu Gemeinde, da dieser nach Höhe des Bedarfs von jedem Ort selbst festgelegt wird.  Hier auf Amrum-News wird nach Verabschiedung der neuen Satzung noch einmal ausführlich berichtet.
2. Winterlicher Räumungs- und Reinigungsdienst sowie Rattenbekämpfung
Für das Thema Räumungs- und Reinigungsdienst vor allem im Winter war Frau Grochler vom Ordnungsamt anwesend. Da nicht alle Anlieger ihren Räumungspflichten in den Wintern der letzten Jahre nachkamen, hatte dies, vor allem in der Inselstraße, der Reinigungsdienst der Gemeinde übernommen. Der Vorschlag von Jürgen Jungclaus war nun, ob Interesse bestand, dass die Straßen- und Gehwegreinigung der Inselstraße, gegen eine entsprechende Gebühr, ganz in den Aufgabenbereich der Gemeinde fällt. In dem Fall würde auch die Verkehrssicherheitspflicht, also die Haftung, auf die Gemeinde übergehen. Dies ließe sich voraussichtlich für den Winter 2012/13 umsetzen. Die Höhe der Gebühren konnten zu diesem Zeitpunkt noch nicht genannt werden. Die anwesenden Bürger waren diesem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen. Diesen Winter sind jedoch alle Anlieger weiterhin aufgefordert ihrer Reinigungspflicht ordnungsgemäß nachzukommen (siehe auch Amrum-News am 06. Dezember 2011).
Außerdem sprach Frau Grochler erneut das Problem der Rattenbekämpfung an. Sie appellierte an die Bürger sich an die amtliche Anordnung (amtliche Bekanntmachung am 14. November 2011 auf Amrum-News) zu halten, da alle Einwohner verpflichtet seien, sich an der Rattenbekämpfung maßgeblich zu beteiligen. Geeignete Giftmittel und Köderbehälter können beim Ordnungsamt in Nebel zum Selbstkostenpreis angefordert werden.
3.  Amrum Touristik
Danach stellte sich der Vorstand der Amrum Touristik Frank Timpe vor.

Frank Timpe von der AmrumTouristik...

Frank Timpe von der AmrumTouristik...

Er wies auf eine kommende Informationsveranstaltung der Amrum-Touristik hin, die Anfang des nächsten Jahres in allen drei Gemeinden stattfinden soll. Dort werden das neue Marketing-Konzept und die marketingtechnische Ausrichtung vorgestellt, sowie die Aufgabenstellung und einige Zahlen näher erläutert. Vorstand Aribert Schade und er möchten so für mehr Aufklärung und Verständnis bei Bürgern und Leistungsträgern sorgen. Die durchgeführte Gästebefragung hatte unter anderem herausgefunden, dass Amrum über einen sehr hohen Stammkundenanteil verfügt. Die Amrum Touristik möchte gerne Unterstützung und Hilfe bei der Stammkundenbetreuung anbieten. Dazu gibt es viele neue Produkte, z.B. die Karte „Junge, komm bald wieder“, auf der der Kunde um die Zusendung des Newsletters bzw. das Gastgeberverzeichnis bitten kann. Derzeit verfügt die Amrum Touristik über ca. 40.000 Adressdaten. Um noch mehr Adressen zu generieren, bat Frank Timpe die anwesenden Vermieter, die Karten in den Ferienwohnungen und Zimmern auszulegen und dann ausgefüllt der Amrum Touristik zukommen zu lassen. Außerdem gibt es einige neue Prospekte und einen Image-Flyer, den die Gäste gerne mal einstecken, um so ein kleines Stück Amrum mit nach Hause zu nehmen und hoffentlich auch weitergeben. Die entsprechenden Unterlagen hatte die Amrum Touristik vorne im Restaurant zur Ansicht und Mitnahme ausgelegt. Auch für die Leistungsträger gibt es eine Rundmail, um sie so entsprechend über alle Neuerungen oder wichtigen Projekte auf dem Laufenden halten zu können. Wer diese Mail nicht erhält und Interesse daran hat, kann sich über info@amrum.de dafür anmelden. Kurz wurde noch die neue Kurkarte vorgestellt, die ab sofort über ein Blatt weniger verfügt, dafür aber eine zweigeteilte Gästekarte hat, um den Gästen und mitreisenden Personen ein komfortableres und ansprechenderes Format anbieten zu können.
4.  Verschiedenes
Unter Verschiedenes sprach Jürgen Jungclaus zuallererst ein großes Dankeschön an alle ehrenamtlichen Helfer aus, die seit ca. 2 Jahren unter  anderem dafür sorgen, dass die Verkehrsinseln in Wittdün zu jeder Jahreszeit entsprechend und sehr schön bepflanzt werden. Die aktiven und fleißigen Helfer erhielten als Dankeschön eine Jahreskarte für das Badeland. Im Namen aller bat Carl Hermann Klüßendorf um Verstärkung, willkommen seien auch gute Ideen. Auch die Gemeinde Wittdün benötigt Verstärkung und möchte ganzjährig jemanden auf 400 € Basis einstellen, um den Bauhof zu entlasten und einige der gärtnerischen Arbeiten zu übernehmen. Bei Interesse möchte man sich bitte direkt an Jürgen Jungclaus wenden.
Natürlich wurde auch das Thema Thalasso-Zentrum / Badeland an diesem Abend nicht ausgespart. Hierzu gab es einige hitzige Fragen, die Jürgen Jungclaus zu beantworten hatte. Auch der Leiter Herr Roland Herbert meldete sich zu Wort und betonte noch einmal, dass der Heilbadstatus von Wittdün durch die fehlenden Kuranwendungen im Ort – nicht – aberkannt wird. Neuigkeiten gab es aber seit dem Artikel von Thomas Oelers (siehe Amrum-News „Noch knapp vier Wochen…“ vom 02.12.2011) nicht.
Spannend war für alle, was nun aus den Räumen des Thalasso-Zentrums wird. Ein Vorschlag war, die Räumlichkeiten vorübergehend für Veranstaltungen zu nutzen, da derzeit ja auch die Nordseehalle nicht vollständig zur Verfügung stehe. Diese wird jedoch, laut Jürgen Jungclaus, vor den Sommerferien von der Schule wieder in den Originalzustand gesetzt, um sie für entsprechende Veranstaltungen nutzen zu können. Auch der Feuerwehrball – das 100jährige Jubiläum der Feuerwehr Wittdün steht vor der Tür – wird am letzten Samstag im Februar 2012 dort stattfinden. Dazu wurde hiermit schon einmal herzlichst eingeladen.
Kurz vor Schluss gab es noch einen überraschenden Vorschlag aus den Reihen der Bürger. Ulf Jürgensen hatte sich intensiv mit der Problematik der Wohnraumnot auf den Inseln und inzwischen auch hier auf Amrum auseinandergesetzt. Dazu hatte er sich das Projekt der Wohnungsgenossenschaft „föhreinander“ (www.foehreinander.de) auf Föhr genauer angeschaut und war der Meinung, dass eine ähnliche Organisation auch hier auf Amrum für Wohnraum sorgen könnte, der dann ausschließlich Amrumer Bürgern zur Verfügung stehen würde. Viele der bisherigen, ähnlichen Projekte waren langfristig gescheitert, da sie nur auf einen bestimmten Zeitraum (über 10 oder auch 30 Jahre) festgelegt waren und inzwischen abgelaufen sind. Ulf Jürgensen hatte sich bereits mit dem Berater des Wohnprojekts auf Föhr in Verbindung gesetzt und dieser war gerne bereit für ein Gespräch nach Amrum zu kommen. Ulf Jürgensen fragte auf diesem Wege die Gemeinde Wittdün und Bürgermeister Jürgen Jungclaus, was sie von dieser Idee hielten, da er bereits ein Gemeindegrundstück als geeignetes Bauland im Auge hatte. Die Gemeindevertretung stimmte einem ersten Gespräch zu und vor allem die anwesenden Einwohner Wittdüns quittierten diese Eigeninitiative mit viel Applaus.
Abschließend gab es noch den Hinweis, dass der Abfallkalender für 2012 mit den neuen Abholterminen (graue Tonne 14-tägig, Altpapier nur noch alle 4 Wochen) zur Abholung im Amt bereit liegt. Dabei handelt es sich nur um die Regeltermine. Wer über einen Müllcontainer (4-Räder) verfügt, bekommt die zusätzlichen Abholtermine per Post zugesandt. Außerdem war eine Sammelbestellung neuer Abfallbehälter durchgeführt worden. Hinrich Feddersen wies noch mal darauf hin, dass die neuen Behälter inzwischen da seien und bei Selbstabholung getauscht werden können. Wer seine neuen Behälter nicht abholt, läuft Gefahr, dass dann die neuen Plaketten versehentlich auf den alten Mülltonnen angebracht werden. Außerdem wurde noch einmal mitgeteilt, dass es im nächsten Jahr wieder zwei allgemein gültige Abholtermine (Frühjahr und Herbst)pro Gemeinde für den Sperrmüll geben wird.

 

Verantwortlich für diesen Artikel: Katrinna Isemann
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Die Tatsache, dass Satzungen überarbeitet oder erneuert werden müssen ist absolut nachvollziehbar. Stellt sich allerdings die Frage warum man eine solche Änderung nicht VOR der Schließung des Thalasso-Zentrums durchgeführt hat um so ggf. das Defizit zu mindern. Diese Änderung zum Jahresbeginn 2012 einzuführen und als Berechnungsgrundlage 2011 zu nehmen ist meines Erachtens eine Zumutung für alle Vermieter. Niemand weiß inwieweit die Vermietungszahlen von 2011 zu erzielen sind wenn jetzt die Grundlagen für eine Kur gar nicht mehr gegeben sind. Für mich ist das eine Satzungsänderung rückwirkend zum 1.1.11 und ich frage mich , ob das so durchgeführt werden kann und ob das als bürgerfreundlich zu bezeichnen ist.

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