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Cпаcибо (spasibo) – großzügige Spende der Amrumer-Russland-Hilfe…(kq)

„Spasibo, spasibo (russisch: danke) – ich wollte Ihnen sagen, dass ich Sie nicht als Gäste, sondern als Freunde begrüße“ – so der Chefarzt des Insterburger Krankenhauses, Dr. Figlowski, bei seiner Ansprache an die kleine Amrumer Reisegruppe, die am 13. Dezember 2011 in die russische Enklave Kaliningrad gereist war, um beachtliche 10.000 EUR Spendengelder dem Klinikchef zu übergeben.

Kai Quedens, Dr. Figlowski, Uschi Bendixen, Hans-Peter Traulsen

Kai Quedens, Dr. Figlowski, Uschi Bendixen, Hans-Peter Traulsen

Dabei dankte Dr. Figlowski insbesondere dem Amrumer Lehrer Hans-Peter Traulsen, der seit über 25 Jahren Hilfsgüterfahrten und Spendenaktionen in den Osten initiiert.
Angefangen hatte es 1983, als Traulsen –  erschüttert über die damaligen Zustände in Polen – sich verpflichtet fühlte, eine Kinderklinik in Danzig und die Kirchengemeinde Masuren zu unterstützen.

Als 1991 Traulsen mit Martin Hoepfner, ehemaliger Pastor in Witzwort und gebürtiger Insterburger, eine Hilfsreise nach Danzig unternahm, bekam das Duo ein Visum für die russische Enklave und nutze diese Gelegenheit, um die Hilfsaktionen dorthin zu verlagern. Schon bald war mit Elena Plath eine Dolmetscherin und wichtige Partnerin vor Ort gefunden, die auf das Krankenhaus in Insterburg (heute: Tschernjachovski)  aufmerksam machte.
Überwältigt von der Not in der Insterburger Poliklinik wurde eine beispiellose Hilfsaktion in Gang gesetzt und es folgten viele Aktionsfahrten, wobei nicht nur Gelder übergeben wurden, sondern auch eine ganze Reihe von medizinischen Hilfsgütern, deren Transport nach Russland häufig mit enormen Schwierigkeiten verbunden war.
Die vielen geleisteten Hilfsfahrten ins Insterburger Krankenhaus kommentierte Dr. Figlowski scherzhaft an Traulsen gewandt, während er den Wodka nachschenkte: „Sie könnten bestimmt mittlerweile ohne Probleme als Arzt auf eine unserer Krankenstationen arbeiten“!

Ein kleiner russischer Patient...

Ein kleiner russischer Patient...

Auch in diesem Jahr hatte Dr. Figlowski einen „Wunschzettel“, wofür das gesammelte Geld eingesetzt werden könnte. Dabei war man sich schnell war einig, dass die Spende in 2012 für die Anschaffung eines Phototherapiegerätes für Säuglinge, medizinische Geräte sowie Mobiliar für die Kinder-Poliklinik verwendet werden soll.
Und wie jedes Mal können sich die Amrumer dann beim Besuch im Folgejahr vergewissern, dass ihre Spende auch wirklich „angekommen“ ist und zur Verbesserung des Krankenhaus-Betriebes beigetragen hat – eine Transparenz auf die Hans-Peter Traulsen großen Wert legt.

So berichtete Ursula Bendixen, ein weiterer Motor der Amrumer-Russland-Hilfe, über die positive Entwicklung dieses Krankenhauses im Laufe der Jahre. „Ging ich anfangs mit einem weinenden Auge aus dem Krankenhaus, ist es heute schon ein lachendes“!

Ursula Bendixen ist gebürtige Königsbergerin und unterstützt die Hilfsaktionen mit großem Engagement, spendete in den ersten Jahren regelmäßig Kindernahrungsmittel, sammelt Spendengelder und macht in der Kirchengemeinde Amrum immer wieder aufmerksam.
Für „Uschi“ war es bereits die achte Hilfsfahrt – und zusammengezählt waren es in all den Jahren fast 40 Gastfahrer, die mit Hans Peter Traulsen reisten.
Traulsen möchte seine Hilfsaktivität für Insterburg 2013 beenden und plant dann eine Reise mit allen bisherigen Teilnehmern. Hoffentlich ist Dr. Figlowski für diesen Besuch gewappnet und hat dann seinen Vorrat an russischem W… aufgefüllt.

Typisches Krankenzimmer...

Typisches Krankenzimmer...

Ganz uneigennützig war die Fahrt für die Amrumer dann doch nicht. Denn man verband die Hilfstour mit einer beeindruckenden Reise nach Memel, Riga, der kurischen Nehrung, Crantz, Insterburg und Königsberg bis man sich nach über neun Tagen Baltikum vom »Ännchen von Tharau« verabschiedete und in Richtung Kiel wieder in See stach.

Verantwortlich für diesen Artikel: Kai Quedens

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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