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Ein Abend für Frédéric Chopin…(ab)

Das Beste kommt ja bekanntlich ganz zum Schluss.

Justus Frantz

Justus Frantz

Zum Jahreswechsel durfte sich das Amrumer Publikum nochmal über ein Konzert der Extraklasse freuen. Mehr als 300 Zuschauer hatten sich im Norddorfer Gemeindehaus eingefunden um das Gastspiel des Pianisten und Ausnahmedirigenten Justus Frantz mitzuerleben.

Der Name Justus Frantz genießt bei Kennern und Freunden der klassischen Musik einen ausgezeichneten Ruf. Der im ostholsteinischen Tesdorf aufgewachsene Frantz gilt nicht nur in Fachkreisen als absolute Ausnahmeerscheinung. Nach seinem Studium von Klavier und Dirigieren bei Eliza Hansen in Hamburg, bei Wilhelm Kempff in Positano sowie bei Wilhelm Brückner-Rüggeberg in Hamburg, gewann er 1967 als Preisträger des Münchner ARD-Musikwettbewerbs erstmals die Aufmerksamkeit eines größeren Publikums.

Den internationalen Durchbruch erlangte Frantz dann 1970 mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan. Sein Debütkonzert in New York 1975 wurde von niemand geringerem als Leonard Bernstein dirigiert. Bei seinen Konzerten gelingt es Justus Frantz immer wieder neue Wege zur Erkunden und die Menschen mit seiner Musik zu begeistern. Seit je her ist es ihm ein persönliches Anliegen die klassische Musik einem möglichst breitem Publikum zugänglich zu machen. So gründete er 1986 das „Schleswig-Holstein Musik Festivals“, eine Veranstaltung die nicht nur in Norddeutschland größte Popularität genießt, sondern sich in den vergangenen Jahren auch international zu einem Festival mit Weltrang entwickelt hat. Aber auch durch weitere Projekte hat sich Frantz einen ausgezeichneten Ruf erarbeitet. So war er u.a. Mitbegründer der „deutsch-sowjetischen jungen Philharmonie“. Darüber hinaus gründete er 1995 die „Philharmonie der Nationen“, ein Ensemble das sich aus vielen jungen Musikern aus den verschiedensten Ländern zusammensetzt und seit vielen Jahren als eines der besten Orchester der Welt gilt. Darüber hinaus wurde Frantz auch durch zahlreiche TV-Sendungen wie beispielsweise „Achtung Klassik“ oder „Klassik für alle“ bekannt.

Für seine Arbeit, die er jedoch nie als solche verstanden hat, wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Aber auch neue Projekte treiben Justus Frantz immer wieder an. So arbeitet er momentan u.a. an einem neuen großen Festival in China nach dem Vorbild des „Schleswig-Holstein Musik Festivals“. Seit mehr als 40 Jahren begeistert Justus Frantz mehrere Millionen Menschen in den verschiedensten Konzertsälen auf der ganzen Welt. Auch die Nordseeinsel Amrum war schon mehrmals Station auf seinen unzähligen Konzertreisen gewesen. Nach den erfolgreichen Neujahrskonzerten 2008 und 2010 hatte Frantz zuletzt im Juli 2011 an gleicher Stelle mit seinem Konzertabend unter dem Titel „ Mozarts Reise nach Paris“ ein vielumjubeltes Gastspiel gegeben.

Beim festlichen Konzert zum Jahreswechsel stand das Leben und Wirken des polnisch-französischem Komponisten Frédéric Chopin auf dem Programm. Mit „Chopins Reise nach Mallorca – Sein Weg in die Einsamkeit der Melancholie“ zeichnete Frantz während des knapp zweieinhalbstündigen Konzerts die Reise Chopins auf die Baleareninsel nach, den er u.a. wegen seinen Werken auf gleichbleibend hohen Niveau besonders schätzt.

Von Frantz persönlich signiert...

Von Frantz persönlich signiert...

Die Zuschauer erlebten einen fantastischen Konzertabend mit einem gelungenen Wechselspiel von Klavier und kurzweiligen Moderationen über die verschiedenen Stationen im Leben von Chopin. Das insulare Publikum war wieder einmal total begeistert. Während der Pause wurden CD`s von Justus Frantz verkauft, die einen reißenden Ansatz fanden. Auf Wunsch wurden diese auch von Frantz persönlich signiert. Der Verkaufserlös ist zur Unterstützung von internationalen Nachwuchskünstlern bestimmt. Immer wieder entdeckt und fördert Justus Frantz junge Musiktalente, die eine große Chance auf eine Musikkariere haben.

Gegen 22.30 Uhr ging der stimmungsvolle Abend mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations zu Ende. Einmal mehr lobte Frantz die Veranstalter für die tollen Bedingungen die er seit Jahren bei seinen Gastspielen auf Amrum vorfindet. Daher machte er sich auch für den Erhalt des Norddorfer Gemeindehauses als Veranstaltungsort stark, dessen 2012 auslaufender Pachtvertrag von den politischen Gremien der Insel bisher (noch) nicht verlängert wurde. Er wies nochmals besonders darauf hin, über welch tolle Akustik das Gemeindehaus verfügt. „Es wäre wirklich sehr traurig wenn es diesen fantastischen Konzertsaal nicht mehr geben würde und das insulare Publikum zukünftig auf solche Konzertabende  verzichten müsste“ so Frantz, der den Abend im kleinen Kreis ruhig ausklingen lies. Auch für dieses Jahr ist ein weiteres Konzert mit dem Ausnahmepianisten in Planung, so Veranstaltungsleiter Michael Hoff. Wir dürfen uns also schon mal freuen.

Verantwortlich für diesen Artikel: Andreas Buzalla

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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