Startseite » Natur » „Sturmsoll“ für die erste Woche des Jahres voll erfüllt…(to)

„Sturmsoll“ für die erste Woche des Jahres voll erfüllt…(to)

Als wenn das Sturmtief „Ulli“ am Dienstag nicht schon genug Winddruck verursacht hätte, hat auch das zweite mit Orkanböen einhergehende Tiefdruckgebilde in 2012 die Nation durchgelüftet.

Der Fahrplan konnte einigermaßen aufrecht erhalten werden...

Der Fahrplan konnte einigermaßen aufrecht erhalten werden...

Als wenn Sturmtief „Andrea“ ihren bedeutsamen Antrittsbesuch machen wollte, um zu zeigen, dass in 2012 die Namensgebung von Tiefdruckgebieten weiblich ist.
Glücklicherweise waren trotz der mächtigen Böen mit bis zu elf Windstärken auf Amrum und Föhr keine bedeutsamen Schäden zu verzeichnen. Dank der aufrechterhaltenen Fährverbindung durch die Wyker Dampfschiffs-Reederei gab es kaum Auswirkungen auf den Alltag der Inseln. Anders sah es da bei der Shuttle-Verbindung der Bahn zwischen Niebüll und Westerland aus, die den Betrieb einstellen musste.
„Unsere Gäste mussten in dieser Woche schon richtig tapfer sein, bedauerte eine Vermieterin der Insel das durchaus als Sauwetter zu bezeichnende Auftreten der Natur. „Die Regenschauer, gepaart mit den Orkanböen ließen keinen Zweifel daran, dass ein womöglich aufgespannter Regenschirm auch gleich in den Mülleimer geworfen werden könnte. Da würde er auch niemanden verletzen können“, attestierte eine Spaziergängerin ihrer Einweg-Regengarderobe beste Eigenschaften.

Der Kniepsand Nebel war zeitweise  überflutet...

Der Kniepsand Nebel war zeitweise überflutet...

Als zum Nachmittag der Wind noch einmal richtig aufdrehte, hatte man schon gehofft, dass das Tief bereits durchgezogen wäre. Selbst für die Wetterfrösche war die Prognose außerordentlich schwierig. Die Wasserstände zum Hochwasser waren nicht wirklich spektakulär, doch haben die Stürme der letzten Wochen, der kurze Abstand zwischen den Sturmtiefs in diesem Winter war schon auffällig, dem Kniepsand der Insel Amrum enorme Sandverluste beschert. Zwischen den Strandübergängen zwischen Nebel und Süddorf wurde eine über Jahrzehnte versandete Pfahlreihe gut einen halben Meter freigespült. Die jüngste Sturmflut soll nach Aussagen von Spaziergängern die legendäre Strandbude des Künstlers Otfried Schwarz – „Pancho“, bisher auf einer Vordüne im Bereich Nebel befindlich, mit Düne abgeräumt haben.
Die Naturgewalten stellen auch für die Tierwelt eine harte Prüfung dar. So ist auch ein kleiner Seehund von der Mutter getrennt worden. Wie hart der Überlebenskampf sein kann, bewies ein nur 40 Meter entfernt liegendes Tier, das bereits verendet war.
Wie gravierend die Schäden an den Sandpuffern der Insel sind, werden erst nähere Betrachtungen durch Fachleute aufzeigen können.

Kleiner Seehund allein auf dem Kniepsand...

Kleiner Seehund allein auf dem Kniepsand...

Kritisch hatte Axel Meynköhn, Geschäftsführer der WDR, die Lage gegenüber den Medien eingeschätzt. Anders als am Dienstag, als Sturmtief „Ulli“ mit Winden aus Süd daherkam, drehte der Wind bei „Andrea“ auf Nordwest. Dies bedeutet im Regelfall raue Verhältnisse für Dagebüll. Als dann gestern Nachmittag die Böen noch einmal mächtig zunahmen, konnten die Halligen und um 17.30 Uhr auch Dagebüll nicht angefahren werden.

Weitere Auswirkungen auf den Fährverbindungen gab es nicht. Auch bei diesem Sturm konnten die Schiffe „Uthlande“ und „Schleswig-Holstein“ ihre Stärken in der Manövrierfähigkeit ausspielen. Die „Nordfriesland“ und „Rungholt“ wurden nachmittags wieder an die Kante gelegt. Zu groß war die Gefahr bei diesen Windlagen um in Dagebüll sichere Anlegemanöver fahren zu können. Die neuen Doppelendfähren haben vier Voith-Schneider-Antriebe, die auch bei geringer Fahrt das Manövrieren des Schiffs sicher gestalten.

Verantwortlich für den Artikel: Thomas Oelers

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Zunächst wünsche ich ein Prosit Neujahr !
    Ich hätte eine Frage wollte mir die tollen Bilder kopieren habe das auch bei Bild 1 und 3 geschafft beim Kniepsand konnte ich das nicht. Gibt es eine Möglichkeit das ich mir das tolle Sturmbild vom Strand kopieren kann?

    Danke
    mit einem Servus aus Wien
    Sissy Kowalsky

Amrumer Fotowettbewerb 2015
Facebook Auto Publish Powered By : XYZScripts.com