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Vorerst werden nur die Folien entfernt…(to)

Wie Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann auf der Einwohnerversammlung erklärte, würde sich der Rückbau des Außenbeckens des ehemaligen Schwimmbades am Strandübergang weiter verzögern.

Folien werden entfernt...

Folien werden entfernt...

Derzeit werde lediglich die einst nachträglich eingebrachte Folie entfernt, um so wenigstens optisch eine Verbesserung zu erzielen. „Bisher flatterten die Reste im Wind und boten keinen schönen Anblick“, bedauerte Koßmann. „Den Gästen des Cafés im Dachgeschoss des Gebäudes, können wir mit dieser ersten Maßnahme ein besseres Umfeld bieten. Zusätzlich werden in den Beckenboden Sickeröffnungen gebohrt, um so dem Regenwasser einen Ablauf aus dem Becken zu ermöglichen“ erklärt der Bürgermeister die nächsten Schritte.
„Warum wird das Außenbecken, des im Spätsommer 2006 endgültig geschlossenen „Dünenbades“ nicht endlich abgebrochen“, hinterfragte eine Bürgerin. Gemeindevertreter Heinrich Johannsen erklärte, dass für den bebauten Bereich am Strandübergang lediglich ein Bestandschutz besteht. Ginge man nun dabei und breche Substanzen ab, bevor der in der Aufstellung befindliche Bebauungsplan rechtsgültig ist, gingen diese Flächen als Bebauungsfläche verloren. „Wir würden dadurch für die nächsten Generationen Fakten schaffen, die dann von Nachteil sein könnten. Daher werden wir uns noch in Geduld üben müssen“, so Johannsen.
Peter Koßmann erklärte, dass die Gemeindevertretung keinesfalls mit dem Anblick des Beckens zufrieden sei. „Wenn wir es hübsch finden würden, hätten wir es sicherlich so gelassen“, versicherte das Gemeindeoberhaupt.
Der Schutzzaun soll optischen Schutz bieten und gleichzeitig unliebsame Besucher abhalten. Zu groß sei die Gefahr, dass eine Person in das noch nicht verfüllte Becken fallen könnte.
2006 hatte die damalige Gemeindevertretung mit der Schließung des hoch defizitären „Dünenbades“ die Notbremse gezogen. Die Gemeindevertreter sahen darin die einzige Chance, um einer weiteren finanziellen Lähmung des Kurbetriebes und somit auch der verlustausgleichsverpflichteten Gemeinde entgegen zu wirken. Der durch nüchterne Zahlen verdeutlichte Verlust erzeugte zuletzt ein Defizit von rund 315.000 Euro. Unter dem Gesichtspunkt der heutigen Energiepreise hätte der Betrieb des Bades heute ein noch viel größeres Loch in die Kassen des Wirtschaftsbetriebes der Gemeinde gefressen. Das Bad verschlang einen Großteil des damaligen Kurtaxaufkommens von rund 590.000 €.

Verantwortlich für diesen Bericht: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

Ein Kommentar

  1. Als langjähriger treuer Gast und Amrumfan, der im fraglichen Schwimmbad mit knapp 6 Jahren das Schwimmen erlernte, kann ich nur sagen: ein Trauerspiel!

    Das Schwimmbad zu renovieren und zu erhalten wäre wirklich besser gewesen als für sehr teures Geld ein Badeland zu erstellen. Der “Schandfleck” der sich stattdessen hier in Norddorf nun seit vielen Jahren darbietet ist wirklich schlimm anzusehn. Das Becken verfällt immer mehr zur “Ruine”, man kann den Verfall des ganzen Areals auch beim Besuch des mittlerweile dort ansässigen Museums regelrecht “riechen”.

    Warum füllt man das Ganze nicht wenigstens mit Sand auf um die Fläche nutzbar zu machen? Das wäre wenigstens ein erster Schritt vor dem eigentlichen Rückbau… die Hoffnung mit meiner kleinen Tochter in Norddorf beheizt baden gehen zu können habe ich mittlerweile ja leider aufgeben müssen.

Amrumer Fotowettbewerb 2015